Industriemetalle: Kupfer schwach – aber Nickel legt massiv zu

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Oft stehen nur die Edelmetalle im Fokus. Doch Industriemetalle wie Kupfer und Nickel bieten auch lukrative Chancen – wenn auch aktuell Nickel klar die Nase vorn hat. (Foto: salita2010/AdobeStock)

Beim Blick auf die Entwicklung an den Rohstoffmärkten stehen die Edelmetalle oft im Fokus. Aber dabei sind die Industriemetalle auch extrem spannend. Speziell Kupfer ist mehr als ein Rohstoff für die Industrie.

Kupfer ist immer auch ein guter Indikator für die konjunkturelle Lage. Hier gilt: Wenn die Kupfernachfrage schwächelt, ist das ein Indiz für eine schwache Konjunkturlage. Genau das erleben wir derzeit.

In den vergangenen Monaten ist der Kupferpreis deutlich abgesackt. Seit Mitte April ging es bis jetzt schon um rund 12% nach unten. Das geschah in einem Zeitraum, in dem es bei den Edelmetallen deutlich nach oben ging. Damit zeigt sich hier ganz deutlich, welche konjunkturellen Probleme so langsam aufkommen.

USA-China-Handelskonflikt schlägt schon auf den Kupfermarkt durch

Immer wieder wird ja der Handelskonflikt zwischen den USA und China als wichtiger Faktor für die schwächere wirtschaftliche Entwicklung herangezogen. Und die Entwicklung des Kupferpreises zeigt jetzt ganz genau, dass hier wirklich eine konjunkturelle Schwäche herrscht. Zudem hat nicht nur der Preis nachgegeben. Gleichzeitig ging es auch mit den Lagerbeständen nach oben. Auch das ist ein klares Signal für die eher angespannte Marktlage.

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Die höheren Lagerbestände sind wirklich ein starkes Signal, denn auf der anderen Seite ist die Kupferproduktion im1. Halbjahr nach Angaben der Branchenexperten von der International Copper Study Group um 1,4% zurückgegangen.

Doch nicht alle Industriemetallen haben zuletzt schwach performt. Klarer Gewinner der vergangenen Monate ist Nickel. Das Industriemetall ist vor allem bekannt für den Einsatz in Stahllegierungen. Doch Nickel kommt auch in den stark nachgefragten Batterien für Elektroautos vor. Dabei ist der Nickelanteil an den Batterien sogar höher als beim Lithium, das eigentlich immer als das wichtige Batteriemetall angesehen wird.

Nach dem Preisanstieg hat sich die Lage aber beim Nickel etwas beruhigt. Und ein weiterer Preisanstieg ist jetzt erst einmal auch nicht zu erwarten. Aber ein Preissprung von rund 50% in wenigen Monaten zeigt Ihnen auch deutlich, was in diesem Sektor möglich ist.

Das ist ganz klar eine Stärke des Rohstoff-Sektors. Wenn sich Preistrends festsetzen kann es ehr schnellgehen. Doch das gilt nicht nur nach oben, sondern oft auch nach unten. Insofern brauchen Sie erst einmal gute Nerven, um auch einmal bei eher exotischen Rohstoffen wie Nickel längere Zeit dabei zu sein. Die Preisausschläge zeigen Ihnen aber auch, dass es sich wirklich auch für Sie lohnen kann in diesem speziellen Sektor mit dabei zu sein.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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