Industriemetalle: Massive Überschüsse beim Angebot

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In den kommenden Tagen werden wichtige Prognosen zu den Industriemetallen veröffentlicht. Eins ist schon klar: Die Angebotsüberschüsse werden groß sein. (Foto: beejung / shutterstock.com)

In den vergangenen Wochen stand ganz klar der Ölmarkt im Fokus. Großen Schwankungen haben hier doch für viele Schlagzeilen gesorgt. In dieser Woche könnte sich die Aufmerksamkeit an den Rohstoffmärkten etwas verschieben.

Denn gerade im Bereich der Industriemetalle stehen in dieser Woche wichtige Termine an. Es stehen wichtige Frühjahrstagungen der International Study Groups an. Dies sind maßgebliche Branchenverbände die es beispielsweise für Kupfer, Zink oder andere Industriemetalle gibt.

Wie sich vorstellen können, fallen natürlich die Tagungen an sich in diesem Jahr aus. Dennoch werden in den kommenden Tagen neue Prognosen zu Angebot und Nachfrage an den Metallmärkten im Jahre 2020 veröffentlicht.

Da uns die Corona-Krise nun schon seit einigen Wochen begleitet, wird das sicherlich auch einen Niederschlag in den aktuellen Prognosen finden. Nach Schätzungen der Rohstoffexperten der Commerzbank werden bei Kupfer, Zink und Blei nun noch größere Angebotsüberschüsse erwartet als bisher schon. „Bei Nickel ist es schwer vorstellbar, dass die Nachfrage tatsächlich – wie bisher prognostiziert – das Angebot übertreffen wird. An allen Metallmärkten dürfte eben die Corona-Krise die Nachfrage stärker drücken als das Angebot“, heißt es weiter von der Commerzbank.

Erholung der Preise bei Kupfer & Co dürfte wohl vorbei sein

In der Konsequenz wird es wohl dazu führen, dass die jüngste Erholung der Metallpreise zu Ende sein wird. Auf Sicht der nächsten Wochen erwarten die Experten der Commerzbank sogar wieder deutliche Preisrückgänge bei den Industriemetallen. Der Grund dahinter ist einleuchtend, denn die Konjunkturdaten die in den nächsten Wochen zur Veröffentlichung anstehen, werden sehr wahrscheinlich deutlich schwächer ausfallen als bislang erwartet.

So bleibt der Blick auf die Rohstoffmärkte auch in den nächsten Wochen wirklich spannend. Hier kann man sehr gut erkennen, wie denn die weiteren wirtschaftlichen Perspektiven eingeschätzt werden. Der Beginn der Bilanzsaison hat uns zunächst einmal gezeigt, wie massiv die Verwerfungen bei vielen Unternehmen jetzt schon sind. Dabei müssen Sie eine Sache auf jeden Fall bedenken: Das erste Quartal lief für viele Unternehmen noch bis Ende Februar nahezu problemlos ab.

Da waren aber schon zwei Monate des ersten Quartals abgelaufen. Im jetzt begonnenen zweiten Quartal ist von Beginn an mit massiven Einschränkungen zu rechnen, da die Wirtschaftstätigkeit ja in vielen Bereichen fast zum Erliegen gekommen ist. Beginnend mit dieser Woche werden auch wohl große Industriebranchen wieder die Produktion hochfahren – so ist es jedenfalls aus der Automobilindustrie zu hören.

Aber ob das tatsächlich ausreicht, um die Wirtschaft schon jetzt positiv zu beeinflussen, wage ich doch zu bezweifeln.

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Heiko Böhmer
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