Industrieschwäche greift auf die USA über

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Schon seit Mitte 2018 schwächelt ja die Industrie in Deutschland. Langsam aber sicher kommt diese Schwäche auch in den USA an. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Schon seit längerer Zeit tendiert die deutsche Industrie ja zur Schwäche. Mittlerweile ist mit Blick auf das Verarbeitende Gewerbe ja schon vom Sorgenkind der deutschen Wirtschaft die Rede. Und die Aussichten sind und bleiben sehr, sehr schlecht. Die Maschinenbauer kalkulieren bereits jetzt mit einem Produktionsrückgang von zwei Prozent im kommenden Jahr. Und da ist besteht aus unserer Sicht noch viel Luft nach unten. Die jüngst vermeldeten Auftragseingänge fielen mit Minus 17 Prozent katastrophal schlecht aus.

Industrielle Schwäche in Europa

Spannend ist jetzt, dass auch in Europa, genauer gesagt in der Industrie der Euro-Zone die Schwäche angekommen ist. Alle Zeichen stehen hier auf Rezession. Der jüngst veröffentlichte Markit-Einkaufsmanagerindex fiel sehr schlecht aus. Er erreichte nur 45,7 Punkte. Wohl gemerkt, 50 ist der Schwellenwert, ab dem Wachstum angezeigt wird. Kurzum, so schlecht wie aktuell im September sah es seit fast sieben Jahren nicht mehr aus.

Der Zustand des verarbeitenden Gewerbes habe sich im September verschlechtert, so die Aussage des Chefvolkswirts von Markit, Herrn Williamson. Es werde wahrscheinlich noch schlimmer kommen, da sich die zukunftsweisenden Indikatoren im Laufe des Monats September weiter verschlechtert hätten. Bisher fiel ja auf, dass die Industrie nur in Europa, insbesondere in Deutschland, leidet. Diese Zeiten sind vorbei. Die Schwäche ist nun auch jenseits des Atlantiks, in den USA angekommen.

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US-Industrie schrumpft

Fakt ist, dass die US-Industrie einer Umfrage zufolge sogar ihre Talfahrt beschleunigt hat. Der Einkaufsmanager-Index rutschte im September auf 47,8 Punkte von 49,1 Zählern im Vormonat. Er liegt also deutlich unter der Marke von 50. Dies ging aus einer veröffentlichten Firmenbefragung des Institute for Supply Management (ISM) hervor.

Damit fiel der Index extrem schlecht aus; und zwar so schlecht wie seit dem Juni 2009 nicht mehr. Damals steckte die US-Konjunktur inmitten der Finanzkrise. Von Reuters befragte Ökonomen waren von dem Rückgang im September völlig überrascht. Das Gros der Volkswirte hatte mit einer Rückkehr zum industriellen Wachstum gerechnet. Weiter merkte Reuters an, dass es um die US-Wirtschaft nicht mehr zum Besten bestellt ist. Die Handelskonflikte würden nun auch im verarbeitenden Gewerbe tiefe Furchen hinterlassen.

Ja, liebe Leser, es sieht nicht gut aus im Verarbeitenden Gewerbe. Und zwar nicht nur in Deutschland und Europa. Es wird sehr, sehr spannend werden, falls diese Schwäche auch in den USA anhalten sollte. Womöglich stellt sich dann heraus, dass die US-Administration mit dem angezettelten weltweiten Handelskrieg ein veritables Eigentor geschossen hat. Und just zur Unzeit, im US-Wahljahr 2020, könnten sich dann auch die rezessiven Folgen vermehrt in den USA zeigen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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