Infineon-Aktie: Chiphersteller reitet die Automatisierungs-Welle

Das Thema Robotik ist derzeit in aller Munde und vielen Investoren als aussichtsreiches Anlagethema mittlerweile bekannt.

Allerdings tun sich manche Anleger schwer damit, Unternehmen zu identifizieren, die von der neuen Digitalisierungs-Bewegung profitieren.

In diese Kategorie zählt beispielsweise auch Europas größter Halbleiter-Konzern Infineon.

Autos und Industriekunden sorgen für Phantasie

Mittlerweile ist Infineon mit seinen Chips vorrangig auf die Auto-Industrie und Industriekunden spezialisiert. Die beiden Wirtschafts-Sektoren sind hierzulande und in Europa besonders stark.

Zudem profitiert Infineon als Zulieferer in den verschiedenen Nischen des Chipmarkts für die Auto-Branche und die verschiedenen Industrien auch von der weltweiten Präsenz dieser Kunden.

Die Analysten des Marktforschers IDC trauen den beiden Segmenten bis 2019 jährliche Zuwachsraten von jeweils 9 und 5% zu. Das ist 1,5 – 3-mal so viel wie das Plus von 3% für den Gesamtmarkt.

Für Branchenfremde Leser kaum vorstellbar, aber inzwischen werden die Halbleiter überall in der Auto-Branche benötigt, egal ob bei alternativen Antrieben, der Digitalisierung oder dem Bereich mit selbstfahrenden Autos.

Autonomes Fahren und Digitalisierung treiben Branche an

Hier sind sich die Experten sicher: Das autonome Fahren wird unser tägliches Leben grundlegend verändern.

So prophezeit die renommierte Beratungs-Gesellschaft Roland Berger, dass Roboterautos im Jahr 2030 rund 40% der Gesamtgewinne in der Automobil-Branche erzielen werden.

Zugleich rechnen die Analysten damit, dass bis dahin nur noch 45% der gefahrenen Kilometer in privaten PKWs zurückgelegt werden.

Der Halbleiter-Hersteller Infineon wird an diesen Entwicklungen einen großen Anteil haben. Hintergrund: 80 bis 90% der Innovationen werden per Halbleiter ins Fahrzeug kommen.

Vom Armaturenbrett über die Motor-Steuerung bis hin zu Navigations- und Multimedia-Systemen werden immer mehr Chips verbaut.

Darüber hinaus ist der Gesamtwert der Chips, die in Elektro- und Hybrid-Autos verbaut sind, mit über 700 Dollar je Auto heute schon mehr als doppelt so hoch wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungs-Motor.

Infineon liefert Chips für Roboter-Autos

Derzeit gibt es je nach Ausstattung und Fahrzeugklasse ein bis drei so genannte Radar-Systeme im Fahrzeug.

Demnächst werden es bis zu 5 Radar-Systeme sein, die für eine „Rundum-Sicht“ des Wagens sorgen sollen. Ab 2020 könnte es mindestens 10 Radar-Systeme in den Fahrzeugen geben.

Zusammen mit Kamera-, Laser- und Ultraschall-Systemen sollen diese die Basis für wirklich selbstfahrende Autos bilden.

Hatte Infineon in den vergangenen Jahren insgesamt 20 Mio. Radar-Chips verkauft, so will das Unternehmen bereits im kommenden Jahr weitere 30 Mio. Radar-Chips für Fahrerassistenz-Systeme ausliefern.

Damit hätte Infineon den Absatz von Radarchips 5 Jahre in Folge jeweils verdoppelt.

Gegenwind durch starken US Dollar

So interessant die Langfrist-Perspektiven des Konzerns auch sein mögen, mit seinen letzten Quartalszahlen konnte der Halbleiter-Riese nur bedingt überzeugen:

Am Umsatz-Anstieg von 9% auf 1,61 Mrd. Dollar und einer Verbesserung des operativen Gewinns legte auf 228 Mio. € (+15%) gab es nichts zu mäkeln.

Wie erwartet zeigte sich die Automobil-Sparte mit kräftigem Zuwachs – hier erzielt Infineon mit seinen Halbleitern inzwischen 42% seiner Gesamt-Erlöse. Auch die Rendite kletterte um 2 Prozentpunkte auf 14%.

Aber aufgrund des starken US Dollars musste Finanz-Vorstand Dominik Asam seine Prognose nach unten korrigieren: Die neue Zielmarke beim Umsatz-Wachstum liegt jetzt bei 12% (vorher 13%).

Die Analysten rechnen für 2016 mit einem Gewinn je Aktie von 0,75 €. Damit wird die Chip-Firma aktuell mit dem 16-Fachen der erwarteten Profite bewertet.

11. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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