Infineon 40% Kurspotenzial: Warum Analysten die Aktie plötzlich lieben

Im Dax lief es zuletzt nicht rund, die meisten Einzelwerte haben in den vergangenen Wochen deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Vergleichsweise selten hatte das allerdings mit den Unternehmen selbst oder den perspektivischen Aussichten der jeweiligen Aktien zu tun.

Vielmehr war und ist das zurückhaltende Agieren vieler Anleger auf zwei externe Faktoren zurückzuführen: Die Schockwellen, die die chinesischen Börsen zuletzt erschüttert haben und rund um den Globus für Panikverkäufe gesorgt haben. Und die in dieser Woche anstehende monatliche Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank zur Beratung der weiteren Zinspolitik.

Günstige Kaufgelegenheit

Beides hat auch Kurse von Dax-Konzernen belastet, die isoliert betrachtet eigentlich ziemlich gut dastehen. Analysten empfehlen daher in diesen Fällen, die Kursrücksetzer zum günstigen Einstieg zu nutzen.

Besonders eindrücklich zeigt sich das bei Infineon. Der Chiphersteller hat die vergangenen Monate und Jahre dazu genutzt, sich strategisch neu zu positionieren und die eigene Produktpalette zu schärfen – und hat damit voll ins Schwarze getroffen.

Statt der früher üblichen Halbleitertechnik werden inzwischen auch diverse Nischensegmente bedient: Chips für die Bordcomputer moderner Autos finden sich mittlerweile ebenso im Portfolio wie Bauteile für Sicherheits- und Bezahlsysteme. Auch für die effizientere Gestaltung alternativer Energieträger bietet Infineon Lösungsansätze an. All diese Bereiche versprechen für die Zukunft steigende Nachfrage und wachsende Absätze.

Zudem hat sich der Dax-Konzern nicht nur produkttechnisch, sondern auch global gut aufgestellt und Marktanteile in den wachsenden Schwellenländern erobert. Die Umsatz- und Gewinnaussichten könnten sich also sehen lassen.

Potenzielles Übernahmeziel?

Das weckt Begehrlichkeiten, etwa bei der Konkurrenz. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, wonach Infineon als attraktives Übernahmeziel betrachtet werden könnte. Konkrete Hinweise auf einen solchen Deal gibt es bisher zwar noch nicht. Doch angesichts der aktuellen Übernahmewelle in der Branche und der soliden Aufstellung des Unternehmens ist diese Option kaum von der Hand zu weisen.

Seit Anfang August hagelt es daher Kaufempfehlungen. Nahezu unisono sehen Experten der verschiedenen Analysehäuser deutliches Kurspotenzial. Eine faire Bewertung des Papiers, das zuletzt rund 9,70 Euro kostete, wird von den meisten mit 11,50 bis 13 Euro beziffert. Vereinzelt wird der Aktie sogar ein Anstieg auf 14 Euro zugetraut.

Im Vergleich zum Dax hat sich die Infineon-Aktie seit Jahresbeginn etwas besser geschlagen. Während sich das Dax-Plus zuletzt auf nur noch rund 3 Prozent belief, notiert Infineon etwa 8 Prozent höher als noch zu Jahresbeginn. Anleger dürfen sich zudem über eine Dividendenrendite von gut 2 Prozent freuen.

Besonderer Pluspunkt für Infineon ist darüber hinaus wohl die Einschätzung der meisten Experten, dass selbst eine Konjunkturschwäche Chinas das erfolgreiche Geschäft nicht gefährden dürfte.

2015-09-14 Infineon

15. September 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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