Infineon-Aktie klettert trotz schrumpfendem Markt

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Die Infineon-Aktie hat 2019 eine regelrechte Achterbahnfahrt hinter sich. Derzeit geht es wieder aufwärts. (Foto: obs / Infineon Technologies AG)

Dieses Jahr verlief nicht gerade erfolgreich für den Halbleitermarkt: 2019 soll es in diesem Segment ein Umsatzminus von 12 % auf gut 413 Mrd. Dollar geben. Handelskonflikte und der schwächelnde Automobilmarkt sorgen für diesen Nachfragerückgang. Doch bereits im kommenden Jahr stehen die Zeichen wieder auf Wachstum – es wird eine Umsatzsteigerung von 4% auf 429 Mrd. Dollar erwartet. Ist jetzt also der Zeitpunkt gekommen, um sich mit den Infineon-Aktien einzudecken?

Unternehmensportrait

Die im bayerischen Neubigerg ansässige Infineon Technologies AG gehört zu den weltgrößten Herstellern von Halbleitern. Dabei umfasst die Produktpalette des Konzerns Leistungshalbleiter, Sensoren, Mikrocontroller, digitale integrierte Schaltungen für Mischsignale und analoge Signale, gesonderte Halbleiter-Module, Schalter, integrierte Schnittstellen-Schaltungen, integrierte Schaltungen zur Motorsteuerung, RF-Leistungstransistoren, Spannungsregler sowie elektronische Sicherheitskomponenten.

Produkte also, die sowohl für die Automobilindustrie als auch zum Ausbau der sogenannten künstlichen Intelligenz benötigt werden. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 40.000 Mitarbeiter.

Zahlen besser als erwartet

Im vergangenen Monat wurden die Quartalszahlen zum Schlussvierteljahr des Geschäftsjahres veröffentlicht: Im Zeitraum von Juli bis September konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 2% auf 2,062 Mrd. Euro gesteigert werden. Beim operativen Ergebnis konnten die eigenen Prognosen sowie die Erwartungen der Analysten mit 311 Mio. Euro übertroffen werden. Die entsprechende Marge lag bei 15,1%.

Ein Minus gab es beim Konzernüberschuss, der gegenüber dem Vorquartal um 28 % auf 161 Mio. Euro nachgab.

Kurzfristig verhaltener Ausblick

Auch wenn es anlässlich der Zahlenveröffentlichung erst einmal zurückhaltende Töne bezüglich der aktuellen Entwicklung gab und sogar eher ein schwaches Auftaktquartal in Aussicht gestellt wurde, so sollten diese Aussagen nicht überbewertet werden. Zum einen ist das 1. Geschäftsvierteljahr traditionell das schwächste des Unternehmens. Zum anderen haben sich inzwischen die Unsicherheiten ein wenig gelegt, so dass die schwachen Aussichten wahrscheinlich übertroffen werden können.

Bislang geht der Chiphersteller für das typischerweise schwache erste Geschäftsquartal von einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorquartal aus – es soll aber zu einer Belebung des Geschäftes im 2. Halbjahr kommen.

Aktie im Aufwärtstrendkanal

In diesem Jahr lief es bei der Infineon-Aktie deutlich besser als bei der Halbleiterbranche insgesamt. Anleger können sich über einen Zuwachs von rund 20% freuen – und dies trotz des zwischenzeitlichen Gegenwindes.

Seit dem Frühsommer – als noch Kurse unter 14 Euro markiert wurden – befindet sich der Wert in einem intakten Aufwärtstrend. Dabei liegt die Widerstandslinie bei knapp 22 Euro (resultierend aus dem Jahreshoch im April). Nach unten ist der Anteilsschein bei rund 17,50 Euro abgesichert.

Gute Aussichten, aber Aktie nichts für schwache Nerven

Auf Grund der Positionierung des Unternehmens, der wohl wieder einsetzenden Nachfrage gegenüber Halbleiterprodukten und die inzwischen leicht aufgehellte Stimmung in der Branche könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen.

Anleger sollten sich allerdings des höheren Risikos mit der Aktie bewusst sein. Die Kursschwankungen fallen weit überdurchschnittlich aus und eine negative Meldung (etwa ein negativer Kommentar zum Handelsstreit durch US-Präsident Trump) könnte die Stimmung der Anleger schnell wieder kippen lassen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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