Infineon-Aktie ragt aus festem DAX30 heraus

Eine spannende Börsenwoche startete heute verhalten. Der deutsche Leitindex DAX30 legte bis in den Nachmittag hinein nur ganz leicht zu. An der Spitze stand die Infineon-Aktie mit einem Plus von fast zwei Prozent.

Dem Papier des deutschen Halbleiterherstellers spielte ein positiver Bericht des US-Anlegermagazins „Barron’s“ in die Karten. Der Autor bemängelte darin vor allem die fehlende Aufmerksamkeit der Anleger für Infineon.

Dabei sei das Unternehmen hervorragend aufgestellt, die Investitionen in innovative Wafer-Technologien und die Konzentration auf den Automarkt sollten sich bald auszahlen.

Bevor ich auf Infineon detaillierter eingehe, noch zwei Sätze zu dieser Börsenwoche: Am kommenden Donnerstag berät die US-Notenbank Fed über ihre weiteren Schritte der Zinspolitik.

Erhöht sie bereits diese Woche den Leitzins? Oder verschiebt sie die erste Erhöhung seit beinahe einem Jahrzehnt in den Winter? Eine klare Entscheidung würde viel Unsicherheit von den internationalen Börsenplätzen nehmen.

Am Freitag ist „großer Hexensabbat“

In Deutschland werden sich morgen die Augen vor allem auf die ZEW-Konjunkturerwartungen richten. An der Umfrage beteiligen sich jeden Monat bis zu 350 Finanzexperten mit ihrer Einschätzung für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Im August lag der Index, der seit April kontinuierlich fällt, auf dem niedrigsten Stand seit November 2014.

Weltweit werden weitere China-Daten sowie Ergebnisse aus der Eurozone und den USA eine zentrale Rolle spielen. Für große Ausschläge wird am Freitag wahrscheinlich der „Große Hexensabbat” sorgen: An den Derivatenbörsen verfallen dann Futures und Optionen auf Aktien und Indizes – für gewöhnlich geht dies mit großen Kursschwankungen einher.

Zurück zu Infineon: Für die Infineon-Aktie sprechen derzeit auch neue Übernahmegerüchte, die die Aktie in den kommenden Wochen zusätzlich stärken sollten.

Erst vor wenigen Tagen bezeichnete Vorstandschef Reinhard Ploss, eigentlich eher von zurückhaltender Natur, sein Unternehmen gegenüber der „Financial Times“ aufgrund seiner guten Marktstellung in Wachstumsmärkten als Übernahmeziel.

Übernahmewelle hält an

Bereits seit Monaten schwappt durch die Branche eine Übernahmewelle – und die Größenordnungen sind höchst unterschiedlich: Für knapp 17 Mrd. Dollar übernahm Marktführer Intel in diesem Jahr den Wettbewerber Altera. Hingegen legt Diodes 400 Mio. Dollar auf den Tisch, um sich Pericom Semiconductor einzuverleiben.

Mittendrin befindet sich Infineon mit seinem Börsenwert von über 12 Mrd. Dollar. Interessant für den Wettbewerb ist Infineon vor allem wegen seiner hervorragenden strategischen Ausrichtung.

Schon frühzeitig hat sich das Unternehmen von der Massenware im Halbleiter-Sektor verabschiedet und sich auf lukrative Produktnischen konzentriert. Dazu zählen beispielsweise Chips für die Autoindustrie, für erneuerbare Energien oder auch Bezahlkarten.

Zusätzlich attraktiv wird Infineon durch die derzeit niedrige Bewertung – das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 16. Ein Umstand, der nun auch vermehrt von Analysten erkannt wird.

Sie stufen reihenweise die Infineon-Aktie herauf. Schließlich stimmt bei Infineon die Ausschüttungspolitik: aktuell liegt die Dividendenrendite bei fast 2 Prozent.

14. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Philipp Ley. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt