Infineon-Aktie: Warum der Höhenflug weitergeht

Infineon-Anleger dürfen sich freuen: Die Aktie nimmt den allgemeinen Aufwärtstrend im Dax voll mit und konnte in den vergangenen Monaten kräftig zulegen. Allein für die letzten drei Monate beläuft sich das Kursplus auf mehr als 35 Prozent – und ein Ende der Rally ist nicht in Sicht.

So konnte der Halbleiterhersteller mit seinen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres, das im Dezember zu Ende ging, überzeugen.

Infineon profitiert von Euro-Schwäche

Wie viele andere deutsche Unternehmen profitiert auch Infineon von der anhaltenden Dollar-Stärke beziehungsweise Euro-Schwäche. Produkte aus der Währungsunion werden dadurch auf dem Weltmarkt billiger und attraktiver, exportorientierte Firmen können sich über positive Wechselkurseffekte freuen.

Die Aussichten bleiben rosig: Durch das gerade angelaufene QE-Programm der Europäischen Zentralbank, das bis mindestens September 2016 laufen und insgesamt mehr als eine Billion Euro in die Märkte spülen soll, wird der Euro weiter geschwächt.

Vor diesem Hintergrund hat Infineon-Finanzchef Dominik Asam die Jahresprognose vor kurzem deutlich angehoben. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Konzernführung nun mit einer Umsatzsteigerung von 10 bis 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als ein Umsatz von 4,32 Milliarden Euro erzielt werden konnte.

Diese Schätzung gilt allerdings als konservativ, denn der größte Zukauf der Unternehmensgeschichte ist darin noch gar nicht berücksichtigt. Im Januar brachte Infineon die Übernahme des Konkurrenten International Rectifier (IR) unter Dach und Fach.

Milliardenübernahme könnte Prognosen noch weiter verbessern

Das Geschäft ließ man sich 3 Milliarden Euro kosten, doch das könnte es allemal wert sein. Infineon verspricht sich dadurch unter anderem einen besseren Zugang zu den US-Märkten sowie zum asiatischen Raum. IR selbst erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von gut einer Milliarde Dollar.

Da all das erst in die Prognose nach Vorlage der Halbjahresbilanz einkalkuliert werden soll, dürfen Anleger hierauf besonders gespannt sein. Im Mai soll es dann nähere Informationen geben.

Bis dahin rechnen Analysten mit einem weiteren Anstieg der Aktie, angetrieben durch die Vorfreude auf eine noch weiter verbesserte Jahresprognose.

Neben positiven Währungseffekten gibt es auch fundamental gute Aussichten. Zu den wichtigsten Kunden von Infineon zählt die Automobilbranche, und die boomt ihrerseits ordentlich.

Die Zahl der Neuzulassungen zieht wieder an, und auch die Anzahl der verbauten Chips pro Fahrzeug steigt stetig an. Da auch die deutschen Autobauer vom schwachen Euro profitieren, sorgt dies zusätzlich für florierende Geschäfte – und noch bessere Aussichten für Infineon.

Die Aktie überstieg zuletzt erstmals seit 2007 die Marke von 10 Euro und lag zum Wochenauftakt bei gut 11,30 Euro.

Analysten empfehlen zurzeit nahezu einstimmig, die Aktie zu halten. Der aktuelle Kurs liegt nah an den optimistischsten Kurszielen von bis zu 11,50 Euro je Aktie. Im Durchschnitt sehen Experten das Papier mit gut 10 Euro fair bewertet.

2015-03-16 Infineon

18. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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