Infineon mit Aufholpotenzial

InfineonReinraum RED – obs Infineon Technologies AG

Die Infineon-Aktie machte zuletzt einigen Boden gut – auch dank guter Quartalszahlen. Doch der Wert hängt weiter am Tropf des Handelsstreits. (Foto: obs / Infineon Technologies AG)

Infineon konnte zuletzt mit seinen Quartalszahlen nicht gerade überzeugen. Die gestrigen Zahlen gefielen den Anlegern jedoch und wecken Hoffnung auf Besserung. Mit Blick auf den ungelösten Handelskonflikt bleibt die Aktie aber recht spekulativ.

Unternehmensportrait

Das bayerische Unternehmen zählt zu den weltgrößten Herstellern von Halbleitern. Dabei reicht die Produktpalette von Leistungshalbleiter, Sensoren, Mikrocontroller, digitale integrierte Schaltungen für Mischsignale und analoge Signale, gesonderte Halbleiter-Module, Schalter, integrierte Schnittstellen-Schaltungen, integrierte Schaltungen zur Motorsteuerung, RF-Leistungstransistoren, Spannungsregler bis hin zu elektronischen Sicherheitskomponenten.

Zu denken gibt allerdings die Tatsache, dass gerade der Automobilsektor zuletzt mehr als 40% am Umsatz beitrug. Somit ist gerade die Branche ist also überdurchschnittlich am Geschäftsverlauf beteiligt, bei der es aktuell eine erhöhte Krisengefahr gibt.

Gute Quartalszahlen

Doch von der Krise war bei den Zahlen, die gestern veröffentlicht wurden, wenig zu spüren: So konnte der Halbleiterspezialist im Zeitraum von Juli bis September (das letzte Quartal des Geschäftsjahres) den Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 2% auf 2,062 Mrd. Euro steigern. Das operative Ergebnis lag bei 311 Mio. Euro. Lediglich beim Konzernüberschuss wurden die Erwartungen nicht erfüllt – dieser sank gegenüber dem Vorquartal um 28 % auf 161 Mio. Euro, diese Entwicklung war aber erwartet worden. Unterm Strich schnitt Infineon mit seinen Zahlen deutlich besser als erwartet bzw. befürchtet ab.

Verhaltener Ausblick

Zwar gibt sich die Unternehmensführung zufrieden, doch es wird auch auf die weiteren Herausforderungen verwiesen. Auf Grund der konjunkturellen Situation wird erst mit einer Belebung in der zweiten Hälfte des kommenden Geschäftsjahres gerechnet. Zuvor dürften jedoch erst einmal die roten Vorzeichen Überhand nehmen.

So wird für das gerade begonnene Geschäftsvierteljahr – das traditionell ohnehin das schwächste ist – ein Umsatzrückgang in der Größenordnung von 7% im Vergleich zum Vorquartal in Aussicht gestellt. Dieses soll sich aber auf Sicht des Gesamtjahres wieder deutlich relativieren – wird doch für das schon begonnene Gesamtgeschäftsjahr ein Umsatzzuwachs von 5% in Aussicht gestellt. Dabei soll das Segment Automotive umsatzmäßig überdurchschnittlich ausfallen.

Anleger zeigen sich zufrieden

Insgesamt zeigten sich die Börsianer auf Grund dieser Nachrichten sehr erfreut und sorgten dafür, dass Infineon die Gewinnerliste des Deutschen Aktienindex DAX anführte. Mit einem KGV von rund 20 und einer Dividendenrendite von mehr als 1,5% gibt es zudem 2 weitere Argumente für den Erwerb des Titels.

Enttäuschende Jahresperformance

Bislang hatten die Aktionäre aber in diesem Jahr wenig Grund zur Freude. Gegenüber dem Jahresanfang konnte sich die Infineon-Aktie gerade einmal um gut 6% verbessern (mit anderen Worten sorgte das gestrige Plus für diese Jahresperformance) und befand sich von Frühjahr bis in den Sommer in einem intakten Abwärtstrend, der bis zu einem Niveau von rund 13 Euro andauerte. Inzwischen hat sich aber ein Aufwärtstrend gebildet – dabei ist der nächste Widerstand bei 21 Euro (resultierend aus dem Jahreshoch) und der nächste bei gut 25 Euro anzutreffen.

Sollte sich die Konjunktur nicht so stark abkühlen wie allgemein befürchtet, und zudem der Handelsstreit zwischen China und den USA eine Lösung bekommen, würde der zuletzt gezeigten Erholungsbewegung der Infineon-Aktie nichts im Wege stehen. Nach der schwachen Performance der vergangenen beiden Jahre ist das Aufholpotenzial hoch. Allerdings ist die Aktie aufgrund der hohen Kursschwankungen nur für spekulativ orientierte Anleger geeignet.

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Infineon Aktie: Halbleiterhersteller rüstet sich für die ZukunftDie Infineon-Aktie geriet zuletzt stark unter Druck. Die Aktie bleibt für einen DAX-Wert recht spekulativ.  › mehr lesen


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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