Warum Infineon der heimliche Gewinner des Volkswagen-Skandals ist

Analysten sind sich einig: Der VW-Skandal bringt auch Vorteile – zumindest für Infineon. Der Chiphersteller profitiert demnach sowohl kurzfristig als auch langfristig. (Foto: obs / Infineon Technologies AG)

Des einen Leid, des anderen Freud: Während Volkswagen mit den Kosten und Auswirkungen seiner Abgasmanipulationen wohl noch jahrelang zu kämpfen haben wird, gibt es auch Nutznießer der Wolfsburger Krise: die Zulieferer zum Beispiel.

VW selbst dürfte nun besonders bedacht darauf sein, die Emissionsvorgaben in Zukunft penibel einzuhalten und womöglich sogar eine Vorreiterrolle anstreben auf dem Weg zum umweltfreundlicheren Auto.

Um den Schadstoffausstoß zu begrenzen, ist allerdings eine ausgefeilte Technik notwendig. Davon dürfte vor allem Infineon profitieren. Der Chiphersteller liefert schon heute Halbleiter für die Automobilindustrie und fertigt Komponenten, die in zahlreichen Modellen vor allem deutscher Hersteller verbaut sind.

Wenn VW nun also gezwungen ist, Millionen Fahrzeuge umzurüsten und seine Fahrzeugflotte künftig umweltfreundlicher zu gestalten, dürfte das auch bei Infineon für volle Auftragsbücher und klingelnde Kassen sorgen.

Siegeszug für Hybrid- und Elektrofahrzeuge angestoßen?

Zudem könnte sich der Skandal um schmutzige Dieselfahrzeuge als Impulsgeber für den Siegeszug der Hybrid- und Elektroautos erweisen. Der Trend zeichnet sich bereits jetzt ab, wie man beispielsweise an den zahlreichen Bestellungen für das neue Modell des Elektroautobauers Tesla sehen kann.

Die deutschen Hersteller tun sich bislang noch etwas schwer damit, sich von den klassischen Verbrennungsmotoren zu verabschieden, doch langfristig werden auch sie ihre entsprechenden Angebote ausweiten.

Der Skandal um Volkswagen hat offenbart, wie schwer es den Herstellern offenbar teilweise fällt, die politisch vorgegebenen Grenzwerte einzuhalten. Es war ein Weckruf für die gesamte Branche, künftig noch stärker auf die Emissionswerte zu achten.

Analysten sehen Infineon als Profiteur

Wie sehr diese Entwicklung Infineon nutzen könnte, zeigt ein Blick auf die Einschätzungen der Analysten. Die jüngsten Kommentare gehen von Kurszielen bis zu 14 Euro aus und empfehlen das Papier zum Kauf, das nach einer Rally in den letzten Monaten zuletzt für gut 12 Euro zu haben war.

Infineon profitiert den Analysten zufolge sowohl kurzfristig als auch langfristig vom VW-Skandal: Kurzfristig durch die notwendigen Umrüstungen und Umstellungen, langfristig durch die möglicherweise nun beschleunigte Trendwende zugunsten der Hybrid- und Elektroautos.

Doch auch unabhängig davon zählt die Automobilbranche längst zu den wichtigsten Kunden für Infineon. Immerhin werden die Bordcomputer immer intelligenter, die Assistenzsysteme immer ausgereifter und die Funktionen immer vielfältiger. Für all diese Innovationen werden mehr Chips verbaut.

Der Zukunftstraum des selbstfahrenden Autos rückt immer näher, Prototypen werden bereits jetzt getestet. Fahrzeuge, die sich selbst in enge Parklücken manövrieren, während der Fahrer selbst freihändig staunend auf seinem Platz sitzt, gibt es ja schon.

Auffallend ist jedoch, dass gerade im Hinblick auf autonom fahrende oder elektrisch betriebene Fahrzeuge weniger die klassischen Autokonzerne den Ton angeben, sondern vielmehr Technikgiganten wie Apple oder Google eigene Modelle entwickeln.

Welche Rolle VW in Zukunft spielen wird, ist derzeit noch ungewiss. Zunächst einmal geht es um Schadensbegrenzung, die juristische und finanzielle Aufarbeitung des Skandals dürfte noch Jahre dauern und die Wolfsburger womöglich die eine oder andere Tochtermarke kosten.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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