Infineon profitiert vom Auto der Zukunft

Infineon hat sich bei Zukunftstrends wie dem E-Auto und autonomen Fahren gut aufgestellt. Die Erfolgsgeschichte dürfte weitergehen. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Die Infineon-Aktien zählte zu den stärksten DAX-Werten der vergangenen Wochen. Als einer der wenigen deutschen Unternehmen bietet der Münchener Konzern Spitzentechnologie made in Germany in einem der interessantesten Wachstumsmärkte: Der Revolution der Autoindustrie, die in den nächsten Jahren so viele Innovationen wie in den vergangenen Jahrzehnten mit sich bringen dürfte.

Starke Position in automobilen Zukunftsmärkten

Infineon spielt sowohl beim E-Auto als auch beim selbstfahrenden Auto eine entscheidende Rolle. Die Chips und Sensoren sind für alle Fahrzeuge mit elektrifizierten Antriebssträngen unverzichtbar. Die Halbleiter von Infineon sorgen dafür, dass die Akkus möglichst günstig gebaut werden können und kompakt sind, lange Distanzen ermöglichen und schnell aufgeladen werden.

Das selbstständig fahrende Auto ist nur möglich mit verlässlicher Kommunikationsinfrastruktur und stabiler Mobilfunkverbindung. Voraussetzung hierfür ist 5G, der Mobilfunkstandard der nächsten Generation. Im Vergleich zum Vorgänger ist der 5G-Standard 100-mal schneller und kann 1000-mal mehr Daten in nahezu Echtzeit übertragen. Und Marktführer für 5G-Komponenten für die Autoindustrie ist Infineon.

Um seine führende Position in diesen Zukunftsmärkten zu verteidigen baut Infineon derzeit ein neues Entwicklungszentrum in Dresden. Dort will sich der Konzern vor allem auf autonomes Fahren, künstliche Intelligenz, Elektromobilität und Internet der Dinge konzentrieren.

Quartalszahlen: Wachstum trotz Gegenwind beim Wechselkurs

Im 1. Quartal konnte Infineon die Erwartungen leicht übertreffen: Trotz deutlich negativem Währungseinfluss (Infineon macht den Großteil seines Umsatzes in US-Dollar) konnte der Umsatz um +4% auf 1,84 Mrd. Euro gesteigert werden.

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Der Nettogewinn sprang um +130% auf 457 Mio. Euro. Gleichzeitig hob Infineon seine Jahresprognose an und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von +4% bis +7%.

Jüngste Entwicklung beim Euro/Dollar nutzt Infineon

Ich sehe sehr gute Chancen, dass Infineon seine eigene Prognose deutlich überbieten kann und vielleicht sogar ein zweistelliges Umsatzwachstum rausspringt. Denn Basis für diese Prognose bildet ein Euro/Dollar-Wechselkurs von 1,25. Aktuell notiert der Euro jedoch schon wieder deutlich unter der Marke von 1,20 US-Dollar. Dies macht den hohen Umsatzanteil in US-Dollar für Infineon in Euro umgerechnet umso wertvoller.

Wachstumsraten dürften in den kommenden Jahren anziehen

Keine Frage: Die großen Veränderungen im Automobilsektor spielen Infineon in die Karten. Die Anzahl der in Autos verbauten Mikrochips wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Infineon liefert die Schlüsseltechnologien für diese Entwicklungen. Aus diesem Grund dürfte sich das Wachstum von Infineon beschleunigen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Aktie bereits sehr gut entwickelt. Ein Schnäppchen ist der Wert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26 inzwischen nicht mehr. Dank der starken Wachstumsaussichten gehe ich aber davon aus, dass die Erfolgsgeschichte noch lange nicht am Ende ist.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.