Infineon Aktie: Halbleiterhersteller rüstet sich für die Zukunft

InfineonReinraum RED – obs Infineon Technologies AG

Die Infineon-Aktie geriet zuletzt stark unter Druck. Die Aktie bleibt für einen DAX-Wert recht spekulativ. (Foto: obs / Infineon Technologies AG)

Das Coronavirus hat die Märkte weiterhin in Griff. Nach dem Ausverkauf am Montag versuchte US-Präsident Trump gestern die Märkte mit der Ankündigung von Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft zu beruhigen. Ob diese Maßnahmen jedoch ausreichen, um einen kompletten Stimmungswandel an der Börse zu schaffen, bleibt abzuwarten.

Insgesamt verlieren in diesem Umfeld allerdings Unternehmensnachrichten an Bedeutung und werden kaum beachtet – auch wenn sie eine deutliche Erholung der betroffenen Titel bewirken.

Infineon: Grünes Licht aus den USA für Übernahme

Gestern gab es eine gute Nachricht für den deutschen Chiphersteller Infineon: Das Unternehmen Infineon Technologies kämpft schon seit einiger Zeit darum, den US-Mitbewerber Cypress Semiconductor zu übernehmen und damit in die Top-10 der Halbleiterhersteller aufzusteigen.

Nachdem es in der vergangenen Woche noch so aussah, als ob dieser Deal nicht zustande kommen würde, weil der US-Präsident Donald Trump wegen einer „Gefährdung der inneren Sicherheit“ vor dieser Übernahme gewarnt hatte, sieht es jetzt wieder deutlich besser aus. Bei diesem rund 9 Mrd. Euro schweren Zukauf durch Infineon wurde jetzt eine wichtige Hürde genommen. Die US-Behörde Committee on Foreign Investment in the United States (“CFIUS”) habe die Transaktion genehmigt, teilte Infineon jetzt mit.

Jetzt wartet der Konzern nur noch auf die chinesische Freigabe. „ Der Abschluss der Übernahme unterliegt weiterhin der Genehmigung durch die Staatliche Verwaltung für die Marktregulierung Chinas (State Administration for Market Regulation, SAMR) und weiteren allgemein üblichen Abschlussbedingungen im Rahmen der Übernahmevereinbarung”, so Infineon.

Infineon Technologies: Grundlage für weiteres Wachstum

Mit dieser Übernahme positioniert sich Infineon für weiteres Wachstum. Zuletzt litt das Unternehmen für Leistungshalbleiter, anderen Halbleiterprodukten und Systemlösungen unter der Schwäche der Autoindustrie. Auch die eintrübende Weltwirtschaft sorgte bei den Zahlen und dem Ausblick bei der Aktie aus dem DAX für Ernüchterung.

Sollte es jetzt zur Übernahme des Konkurrenten kommen, ist Infineon im Bereich für die Chips und Halbleiter für die Autoindustrie die künftige Nummer eins. Zudem würde der Konzern ein stärkeres Standbein in den USA bekommen und durch die “Connectivity”-Komponenten von Cypress, die dafür sorgen, das elektronische Bauteile für vernetzte Geräte und Maschinen, untereinander kommunizieren können, über weiteres Wachstumspotenzial verfügen.

Aktionäre von Infineon eher zurückhaltend

Doch neben der Überzeugungsarbeit, die jetzt offensichtlich noch in China geleistet werden muss, zeigen sich auch die Infineon-Aktionäre eher zurückhaltend. Hier wurde der “hohe Preis” kritisiert und die Übernahme als “riskante Wette” bezeichnet.

Der jüngste Aufwärtstrendkanal bei der Entwicklung des Aktienkurses wurde durch die Corona-Krise ohnehin nachhaltig nach unten durchbrochen. Inzwischen hat sich bei rund 13 Euro allerdings eine Unterstützungslinie gebildet. Wie es kurzfristig für die Aktie weiter geht, hängt davon ab, ob es der Aktie gelingt, sich darüber zu halten.

Aus meiner Sicht bleibt der Hersteller von Halbleiterprodukten Infineon für einen DAX-Wert recht spekulativ. Für langfristigere Investoren gibt es Aktien mit besserem Chance/Risiko-Verhältnis.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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