Infineon schlägt sich recht wacker in der Krise

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Infineon leidet unter der Coronakrise. Die Aktie hat sich trotzdem relativ gut behauptet, bleibt aber spekulativ. (Foto: lukassek / shutterstock.com)

Der begonnene Zahlenreigen setzt sich an den internationalen Aktienmärkten weiter fort. Gestern war es die Infineon AG, die einen Einblick in das abgelaufene Quartal gewährte. Auch dieses Unternehmen hat unter Corona nachhaltig zu leiden, wie der Ausblick belegt. Doch unterm Strich schlägt sich die Aktie relativ wacker in der Krise.

Unternehmensportrait

Die bayerische Infineon Technologies AG zählt zu den weltgrößten Herstellern von Halbleitern. Dabei umfasst die Produktpalette neben Leistungshalbleitern, Sensoren, Mikrocontrollern, digitale integrierte Schaltungen für Mischsignale und analoge Signale, gesonderte Halbleiter-Module, auch noch Schalter, integrierte Schnittstellen-Schaltungen, integrierte Schaltungen zur Motorsteuerung, RF-Leistungstransistoren, Spannungsregler sowie elektronische Sicherheitskomponenten.

1. Quartal im Rahmen der Erwartungen

Im gerade abgeschlossenen 2. Geschäftsvierteljahr gab es keine großen Überraschungen. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Umsatz von 1,916 Mrd. Euro auf 1,986 Mrd. Euro. Beim Segmentergebnis gab es allerdings einen leichten Rückgang von 297 auf 274 Mio. Euro. Die Marge fiel von 15,5 auf 13,8%. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese ohne Sondereffekte jedoch leicht gestiegen wäre.

Ausblick etwas eingetrübt

Der Rest des Jahres dürfte hingegen zur Herausforderung für Infineon werden. So rechnet der Chiphersteller mit einem Umsatzrückgang in diesem Geschäftsjahr. Nach Angaben des Unternehmens dürften die Erlöse mit 7,6 Mrd. Euro um 5% unter dem Vorjahreswert liegen. Inklusive des übernommenen US-Konzerns Cypress wird ein Umsatz von 8,4 Mrd. Euro angestrebt. Die Segmentergebnismarge soll dann im Gesamtgeschäftsjahr 2020 bei 12 % liegen.

Hoffnungen ruhen auf US-Übernahme

Ein Hoffnungsträger für künftiges Wachstum kommt für den bayerischen Konzern aus den USA: Die Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor ist besiegelt – damit hat sich der Halbleiterspezialist ein Unternehmen an Bord geholt, das ihm perspektivisch die Rückkehr zum hohen Wachstum der Vergangenheit ermöglichen soll.

So soll die Weiterentwicklung von Infineon durch die Übernahme vorangetrieben werden und die Hoffnungen auf die “Connectivity”-Komponenten von Cypress – dies sind elektronische Bauteile für vernetzte Geräte und Maschinen, die untereinander kommunizieren – sind groß – auch diese sollten auf langfristige Sicht für einen Schub sorgen.

Nur für spekulativ orientierte Anleger interessant

Auch wenn die Aktionäre seit Jahresbeginn keine große Freude an den Anteilsscheinen hatten – immerhin konnte sich das Unternehmen aber mit einem Minus von rund 15% noch etwas besser als der Gesamtmarkt halten.

Das ist insofern ungewöhnlich als dass die Infineon-Aktie normalerweise auf eine Eintrübung der Konjunktur mit höheren Verlusten reagiert als der Gesamtmarkt. Diese höheren Kursschwankungen, verbunden mit einem höheren Risiko, sollten Sie sich immer vor Augen halten, wenn Sie mit einem Investment in die Infineon-Aktie liebäugeln.

Die Infineon-Aktie ist und bleibt daher nur für spekulativ orientierte Anleger interessant – erst recht in unsicheren Zeiten wie diesen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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