Infineon und Deutsche Bank in der Chartanalyse

Deutsche Bank RED – shutterstock_344626067 Martin Good

Zwei deutsche Schwergewichte mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen. Infineon wird gut unterstützt und hat Chancen nach oben. Die Deutschen Bank schwächelt weiter. (Foto: Martin Good / Shutterstock.com)

Während der DAX weiter mit dem Widerstand bei 10.900 Punkten kämpfen, werfen wir für Sie einen Blick auf zwei DAX-Aktien, die vielleicht auch bei Ihnen auf der Watchlist liegen.

Infineon Chartanalyse

Das Hoch von Infineon liegt bei knapp unter 26 Euro. Dort war in Juni letzten Jahres Schluss. Seitdem kennen die Kurse fast nur den Weg nach unten. Doch unter gewissen Umständen, könnte es hier bald zu einem Befreiungsschlag kommen. Das berüchtigte Todeskreuz – wenn die SMA-200 von der SMA-50 nach unten durchkreuzt wird – entstand im August 2018. Hier hat das Todeskreuz seine volle Wirkung entfalten können.

Nachdem die Kurse sich seit dem Allzeithoch fast halbiert haben, gibt es bei rund 16 Euro ordentlich Kaufinteresse. Aktuell ist die Aktie zwischen zwei Trendlinien gefangen, wobei der Abwärtstrend wesentlich stärker und länger ausgebildet ist. Nur, wenn die Kurse darüber schließen, können Sie mit einer Aufwärtsbewegung rechnen. Nächste mögliche Ziele wären dann bei 19 und 20 Euro.

Als grobe Orientierung dient der Aktie offenbar die 50-Tageslinie. An dieser haben sich die Kurse auf dem Weg nach unten immer wieder den Kopf angestoßen. Sollten wir hier längere Zeit darüber notieren, könnte sich ein Boden ausgebildet haben. Doch soweit ist es noch nicht. Die Kurse können demnächst wieder fallen und die untere Trendlinie testen und im schlimmsten Fall sogar durchbrechen. Ein Blick auf den Wochenchart gibt uns aber Hoffnung, dass es nicht soweit kommt.

Auch im Wochenchart können Sie mit Durchschnittslinien arbeiten. Die 50-Wochenlinie wurde im April und im Juli heiß umkämpft. Dann gewannen die Bären und seitdem stürzen die Kurse. Doch die viel wichtigere 200-Wochenlinie ist noch nicht geschlagen. Sie wirkt derzeit noch als Unterstützung und das kann durchaus Bestand haben. Solange diese Barriere nicht von den Bären bezwungen wurde, haben die Käufer eine Chance.

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Achten Sie also darauf, dass Infineon zum Wochenschluss nicht unter 16,50 Euro notiert. Sollte das der Fall sein, werden wir meist noch tiefere Kurse in der Zukunft erleben, sofern kein baldiger Konter der Bullen kommt.

Deutsche Bank Chartanalyse

Nehmen wir hier zum direkten Vergleich auch den Wochenchart und die 200-Wochenlinie. Sie sehen deutlich, welches Gewicht dieser Indikatior darstellt.

Die Kurse haben es über die Jahre immer wieder versucht, diese entscheidende Linie nachhaltig zu knacken und sind daran kläglich gescheitert. Die Frage ist jetzt: Schafft es die Deutsche Bank noch einmal nachhaltig über die 200-Wochenlinie oder meldet sie vorher Konkurs an? Nein, ganz so dramatisch ist es noch nicht. Auch wenn es wohl inzwischen auch dem Letzten klar geworden sein dürfte, dass die Deutsche Bank wackelt.

Vor der Finanzkrise 2008 stand die Aktie noch über 100 Euro. 10 Jahre später liegen wir unter 10 Euro. Das ist schon beeindruckend.

Sollten die Kurse also noch einmal an die 200-Wochenlinie heranlaufen, können Sie sich überlegen, ob Sie von dort einen Short riskieren wollen. Es wird sicherlich noch eine Weile dauern, bis die Deutsche Bank wieder stark aufgestellt und einen Aktienkauf als langfristiger Investor wert ist.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.