Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Inflation auf Jahreshöchststand – Der Pressespiegel

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Inflation erreicht neue Höchststände, Airline-Fusion droht zu scheitern, Bafin rügt Deutsche Bank, Loewe hofft auf Staatshilfen und Thyssen-Krupp macht Verlust. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Inflation auf Höchststand. Die Verbraucherpreise in Deutschland haben in den vergangenen Monaten deutlich angezogen. Vor allem Lebensmittel verteuerten sich überdurchschnittlich.

Im Juli lag die Inflationsrate mit 1,9 Prozent so hoch wie noch nie in diesem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Preise für Nahrungsmittel um satte 5,7 Prozent und damit so stark wie zuletzt 2008.

Sogar zweistellig fiel der Preisanstieg für einzelne Produkte wie Kartoffeln, Butter und Gemüse aus, auch der Strompreis kletterte um 11,9 Prozent. (SPON)

Standpunkt: Die Lebenshaltungskosten steigen dramatisch an, von den Mieten in Ballungsgebieten mal ganz zu schweigen. Das einzige, was vor sich hin dümpelt, sind die Reallöhne.

Im Vergleich zu den Preisen sind sie in den vergangenen zehn Jahren deutlich weniger angestiegen, unterm Strich hat sich also die Kaufkraft bei den meisten Menschen in Deutschland verringert. Ewig kann das so nicht weitergehen – auch wenn die Preise unterhalb der 2-Prozent-Grenze noch als stabil gelten.

Airline-Fusion vor dem Aus? Die US-Regierung hat Klage eingereicht gegen die geplante Megafusion der Fluggesellschaften American Airlines und US Airways. Das Justizministerium befürchtet eine Verringerung des Flugangebots bei gleichzeitig steigenden Preisen für die Kunden.

Von neun großen Fluglinien im Jahr 2005 sind mittlerweile nur noch fünf übrig. Die Aktien nicht nur von US Airways, sondern auch von Konkurrenten wie Delta und United rutschten nach Bekanntwerden der Wettbewerbsklage ins Minus.

Das deutet darauf hin, dass die Bedenken der Regierung berechtigt sind: Anleger hatten offenbar mit insgesamt steigenden Ticketpreisen und damit höheren Renditen gerechnet. (HB)

Standpunkt: Schlecht für die Anleger, gut für die Verbraucher. Doch mit der Fusion steht nun auch die Existenz der American Airlines-Muttergesellschaft AMR auf der Kippe.

Denn die stand im vergangenen Jahr schon mal kurz vor der Insolvenz, die durch den Zusammenschluss abgewendet werden sollte. Die meisten Hürden hatten die Fusionspläne bereits erfolgreich gemeistert, doch nun droht das Aus.

Bafin rügt Deutsche Bank. Die Finanzaufsicht kritisiert in ihrem Untersuchungsbericht, dass im Kontext der Zinsmanipulationen interne Kontrollmechanismen versagt hätten.

Organisierte Kriminalität auf Vorstandsebene gebe es aber nicht. Im vergangenen Jahr hatten die systematischen Manipulationen der Referenzzinssätze Libor und Euribor für Schlagzeilen gesorgt, seither wird weltweit gegen diverse Großbanken ermittelt.

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Mehrere Strafzahlungen wurden bereits verhängt, die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. (WIWO)

Standpunkt: Damit kommt die Deutsche Bank noch relativ glimpflich davon – vor allem Co-Chef Anshu Jain, der seinerzeit als Chef des Investmentbankings selbst verantwortlich war für die Sparte, in der sich die massiven Verfehlungen abgespielt haben.

Doch die Aufsichtsbehörde bescheinigt ihm nun eine weiße Weste, es handele sich lediglich um Fehltritte einzelner Mitarbeiter, gegen die gesondert ermittelt wird.

Die Bank gelobt derweil Besserung und beteuert, die internen Kontrollmechanismen verbessert zu haben. Na denn.

Staatshilfen für Loewe? Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat dem angeschlagenen Fernsehhersteller Loewe Staatshilfen in Aussicht gestellt – vorausgesetzt, der Konzern findet einen Investor.

Noch bis Oktober hat der fränkische Konzern nun Zeit, einen Geldgeber ins Boot zu holen, dann läuft der Gläubigerschutz aus. (SZ)

Standpunkt: Natürlich verspricht Seehofer gerade viel – schließlich wird im September gewählt, nicht nur im Bund, sondern auch in Bayern. Da macht es sich gut, wenn die amtierende Politik signalisiert, sie wolle einem großen regionalen Arbeitgeber notfalls unter die Arme greifen.

Das kann schon ein paar Prozentpunkte einbringen am Wahltag. Ob es dann allerdings tatsächlich zur Rettung kommt oder ob am Ende womöglich der Steuerzahler auf der Rechnung sitzen bleibt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Thyssen-Krupp macht Milliardenverlust. Thyssen-Krupp hat am Dienstagabend nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorgelegt. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres, das zum 30. September endet, erlitt das Unternehmen einen Verlust von gut 1,2 Milliarden Euro.

Auch der anstehende Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und den USA konnte bislang nicht realisiert werden. Zudem sank die Eigenkapitalquote auf 8 Prozent ab, es droht womöglich eine Kapitalerhöhung. (FAZ)

Standpunkt: Zuletzt gab es stattdessen Gerüchte, der Konzern könne auf seinem brasilianischen Pannenwerk sitzenbleiben – das wäre eine Katastrophe für Thyssen-Krupp. Das Unternehmen hat sowieso noch einen riesigen Berg an Problemen zu bewältigen.

Immerhin: Ein Teil der Zahlen fiel nicht ganz so schlimm aus wie befürchtet. Der operative Gewinn ging nicht ganz so dramatisch zurück wie erwartet. Anlegern reichte das trotzdem nicht, sie schickten die Aktie vorab in die Verlustzone.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.