Inflation: Statistische Wunder aus den USA als Renditefalle

Die Inflation in den USA wächst. Die neuesten Daten zeigen dies nicht an – offiziell.

Inoffiziell aber werden auch in den USA mehrere Statistiken gepflegt, die anderes zeigen:

Im Internet gibt es eine Plattform mit www.shadowstats.com, die inoffizielle Inflationsraten meldet, die teils besorgniserregend sind. Denn danach beträgt die Teuerungsrate in den USA rund 6%.

Offizielle und inoffizielle Inflationsrate

Denn auf dieser Seite wir die Inflationsrate nach ganz offiziellen Regeln berechnet, wobei diese Änderungen der Behörden in den vergangenen 20 Jahren nicht berücksichtigen. So bleibt die Zusammensetzung der Warenkörbe wegen der besseren Vergleichbarkeit identisch.

Eine weitere interessante Statistik bezieht sich auf die Arbeitsmärkte in den USA. Offiziell ist die Arbeitslosenquote von 8,3% auf 8,2% gesunken. Allerdings gibt es eine weitere Statistik, die zeigt, dass der Staat wegen der Gefahr für die Konjunktur über die FED – Zentralbank – wieder eingreifen wird.

Arbeitslosigkeit inoffiziell deutlich höher

Eine der Zahlen bezieht sich etwa auf die Zahl der Menschen, die im arbeitsfähigen Alter sind, aber aus der Statistik der zur Verfügung stehenden Arbeitnehmer herausgenommen wurden. Diese Zahl ist um 330.000 auf das neue Allzeithoch von 87,9 Millionen gestiegen.

Das bedeutet zweierlei:

  • Zum einen wird der Staat der um sich greifenden Armut entgegentreten müssen. Die Zahl derjenigen, die „Lebensmittelmarken“ beziehen, ist weiterhin mit über 42 Millionen auf Rekordniveau.
  • Zum anderen fehlen damit weitere Impulse für den Wirtschaftsaufschwung in den USA. Die Konjunktur lebt zu zwei Dritteln von der privaten Nachfrage. Je höher die Arbeitslosigkeit, desto schwächer ist die private Nachfrage.
  • Zudem wird auch die Bankenszene weiter in Schwierigkeiten geraten. Denn auch die Kredit-Rückzahlungsfähigkeit lebt von den Einkommen privater Haushalte. Noch immer sind zahlreiche kleinere Banken in den USA selbst fast zahlungsunfähig. Die Notenbank kann diesem Umstand mit „frischem Geld“ entgegentreten.

Daher rechnen wir auch in den nächsten Monaten mit neuen Anleihenkäufen durch die FED – die Zentralbank. Ben Bernanke und Kollegen haben diese Maßnahme kurzfristig zwar ausgeschlossen, aber die Situation schreit geradezu nach solchen Maßnahmen. Bedenken Sie zudem:

Der Staat selbst hat Schulden in Höhe von mehr als 15 Billionen US-Dollar. Wenn etwa China als Aufkäufer neuer Anleihen ausfällt – was angesichts von Äußerungen aus dem Reich der Mitte fast jederzeit passieren kann – wird die Notenbank eingreifen.

GeVestor meint: Rechnen Sie trotz der offiziellen Daten mit einer weiteren Inflation in den USA. Allein 3% Inflationsrate räumen auch die Behörden ein. Dies reicht, um an unserer Empfehlung festzuhalten:

Wer sich heute noch wirksam vor Inflation schützen möchte, muss in Sachwerte investieren. Dies gilt auch für US-Aktien. Dort bleibt Berkshire Hathaway – Warren Buffetts Unternehmen – ein Favorit.

10. April 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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