Inflationsindexierte Bundesanleihen: Papiergeldflut ade?

Inflationsindexierte Bundesanleihen gelten als Inflationsschutz. Steuern und geringe Zinsen fressen Vorteile auf. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Inflationsindexierte Bundesanleihen sind angesichts der Finanzkrise 2010 und 2011 zum Verkaufsschlager geworden. Dabei gab es diese Titel bereits seit vielen Jahren.

Sie fristeten ein Schattendasein, bis die Papiergeldflut und damit die Gefahr steigender Preise zunahm. Inflationsindexierte Bundesanleihen zahlen Ihnen als Investor einen Zins plus einen Inflationsaufschlag in Höhe der offiziellen Inflationsrate.

Das Versprechen: Höhere Kaufkraft und mehr Vermögen sammeln

Als Investor ist für Sie entscheidend, wie hoch die Kaufkraft Ihres Vermögens durch die Geldanlage steigt. Die Inflationsrate in Deutschland liegt durchschnittlich über viele Jahre bei 2,5% bis 3%.

In 10 Jahren verliert das Vermögen auf diese Weise etwa 25% Kaufkraft. Wenn Sie diesen geringen Abschlag ausgleichen wollen, wird die inflationsindexierte Bundesanleihe Ihnen helfen.

Neben dem Inflationsausgleich erhalten Sie bei einer solchen Anleihe etwa 1% bis 1,5% Zinsen – je nach Ausstattung der verschiedenen Anleihen.

In den kommenden Jahren wird die Inflationsrate in Deutschland aufgrund der Papiergeldflut jedoch stark zunehmen. Die Europäische Zentralbank kauft die selbst emittierten Staatsanleihen einzelner Länder wieder auf. Dadurch steigt rechnerisch die Geldmenge – und mit ihr die Preise.

Die offizielle Inflationsrate jedoch berücksichtigt viele Preiserhöhungen nicht. Grund dafür ist der so genannte „hedonische Index“.

Damit werten Statistiker die besseren Funktionen etwa von Computer und reduzieren daher den Preisanstieg um einen willkürlichen Faktor. Damit fällt der Inflationsausgleich letztlich zu niedrig aus. Die USA bestätigen diesen Verdacht.

Musterfall USA

In den USA gibt es einen prominenten „inoffiziellen Inflationsindex“ über www.shadow.com. Der Index berechnet sich einfach nach denselben Methoden wie 1980. Dieser inoffizielle Index liegt mit 5% bis 6% regelmäßig deutlich höher als der offizielle Inflationsindex.

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Denselben Effekt gibt es auch in Europa. Sie erhalten über inflationsindexierte Bundesanleihen jedoch nicht nur einen zu geringen Inflationsausgleich, sondern müssen darauf auch noch Steuern zahlen. Dies ist ein zweiter Nachteil:

Erhalten Sie etwa 1% Zinsen + 3% Inflationsaufschlag, sind dies insgesamt 4% Zinsen. Darauf zahlen Sie knapp 30% Steuern, so dass 2,8% nach Steuern bleiben. Damit wiederum würden Sie noch nicht einmal die offizielle Inflationsrate ausgleichen können.

Wer trotzdem noch inflationsindexierte Anleihen kaufen möchte, hat es allerdings einfach:

  • Richten Sie ein Konto bei der deutschen Finanzagentur ein: www.deutsche-finanzagentur.de
  • Dieses Konto ist für Sie kostenfrei. Die Anleihen kaufen und verwahren Sie ohne Gebühr.
  • Wer solche Anleihen verkaufen möchte, kann dies jederzeit über die Börse. Ihr Gewinn/Verlust hängt dann allerdings an Marktpreisen und nicht an der Inflationsrate.

GeVestor meint: Gegenüber inflationsindexierten Bundesanleihen allerdings gibt es bessere Alternativen.

Wenn Ihr Ziel eine positive Rendite nach Steuern, Gebühren und Inflationsrate lautet, sind Zinspapiere mit Zinsen von mehr als 5% die richtige Wahl. Ein Beispiel ist der Genussschein von Bertelsmann, den wir hier fortlaufend empfehlen.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.