Inflationsrate steigt: Genussscheine und Wandelanleihen als Auswege

Die Leitzinsen in den USA, Japan und im Euro-Raum liegen noch am Boden und erreichen historische Tiefstwerte im Bereich von 0 bis 1%. Solide Zinsanlagen mit einem erstklassigen Rating werfen daher nur Mini-Renditen ab.

Diese Renditen reichen nicht, um Verluste durch Inflation, Steuer und Bankgebühren auszugleichen. Wer (scheinbar) auf die maximale Sicherheit setzt, verliert Kaufkraft.

Auf dem Bankkonto sind die Verluste (noch) nicht sichtbar, aber wenn das Geld investiert wird, erleben die Sparer, dass sie für dieses Geld immer weniger Waren und Dienstleistungen erhalten.

Fahren Sie einfach zur nächsten Tankstelle und füllen den Tank: Haben Sie dann das Gefühl, dass wir in einer Phase der Preisniveaustabilität leben? Betrachten Sie am Jahresanfang die Abrechnungen der Versicherungen: Sind die Beiträge tatsächlich stabil geblieben? Gehen Sie zum Amt und lassen Sie sich einen neuen Personalausweis oder Reisepass ausstellen: Die Kosten sind explodiert.

Mini-Zinsen bieten Ihnen keinen Inflationsausgleich

Wer sich jetzt noch mit den 1 bis 3% Zinsen zufriedengibt, die der Staat oder die Geschäftsbanken als Zinsen bieten, wird die Kaufkraft nicht erhalten können. Grobe Überschlagsrechnung: Es dürfte mindestens eine Rendite von 5% erforderlich sein, um Inflation, Steuer und Gebühren auszugleichen.

Wer sein Kapital vermehren will, muss 7% und mehr pro Jahr „verdienen“. Das ist mit den StandardLösungen nicht zu erreichen.

Auswege: Genussscheine und Wandelanleihen

Es gibt jedoch einige wenige Auswege: Genussscheine von seriösen Unternehmen bieten in der Spitze über 7% Rendite. Wandelanleihen sind als „Zwitterpapier“ zwischen  Aktie und Anleihe sogar in Hoch-Inflations-Phasen als Inflationsausgleich geeignet, da sie den Kursanstieg der Aktien (Sachwerte) zu einem großen Teil mitmachen.

Wie Sie gleich sehen werden, gibt es noch Zins-Anlagen, die den Spagat zwischen Sicherheit und Rendite schaffen.

Dafür müssen Sie allerdings die ausgetretenen Pfade verlassen. Mit Bundesanleihen werden Sie keine positiven NettoRenditen erwirtschaften können. Und das Argument, dass Bundesanleihen zu 100% sicher seien, sollten Sie sehr kritisch hinterfragen, wie folgende Zahlen zeigen.

Die echte Verschuldungssituation ist auch in Deutschland dramatisch. Neben den offiziellen Schulden gibt es auch noch die verdeckten (die impliziten Schulden). Die verdeckten Schulden berücksichtigen zum Beispiel die zukünftigen Kosten für Renten, Pensionen oder die steigenden staatlichen Ausgaben für Gesundheit und Pflege.

Bernd Raffelhüschen, Chef des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg, nennt in einer Studie die Summe von 7,85 Billionen  €, die gebraucht würde, um die offiziellen Schulden zu tilgen und die Zukunftslasten abzudecken.

Diese gewaltige Zahl beinhaltet auch langfristige staatliche Zahlungsversprechen und wirft die Frage auf, ob Deutschland tatsächlich noch ein Rating von „AAA“ verdient hat und Zins-Renditen von 1 bis 3% das Rest-Risiko ausgleichen.

Unsere Empfehlungen: Die Gewinner aus 2009 sind auch die Kauf-Empfehlungen 2011

Vor genau 2 Jahren hat Ihnen der „Geldanlage-Berater“ 3 spezielle Zins-Titel empfohlen.

Alle 3 Positionen haben Ihnen Gewinne gebracht. 2 Empfehlungen haben die Erwartungen voll und ganz erfüllt und stehen auch heute noch auf der Kauf-Liste. Die einzige Zins-Empfehlung, die mit Kursgewinn und Ausschüttung „nur“ ein einstelliges Plus geschafft hat, war der Fonds mit inflationsgeschützten Anleihen (WKN: A0DKRF).

Die Inflationsrate ist zwar im Euro-Raum Ende 2010 schon wieder über die 2%-Marke gesprungen, aber die Renditen der inflationsgeschützten Anleihen sind noch nicht attraktiv genug. Ein Grund: Einige Belastungsfaktoren, die die Kaufkraft mindern, sind nicht ausreichend oder überhaupt nicht im Warenkorb, mit dem die offizielle Inflationsrate gemessen wird, vertreten.

Aufgrund der hohen Staatsverschuldungen besteht kein Interesse daran, die „echte“ Inflation zu veröffentlichen (dann müssten die Länder höhere Zinsen für die Staatsschulden zahlen).

Es ist ein umstrittenes Thema, ob die Inflationsraten ganz bewusst manipuliert werden oder ob die Gesetzgeber den maximalen Bewertungsspielraum gerade noch ausnutzen.

Fakt ist: Sie können sich nicht mehr darauf verlassen, dass Sie mit offiziell inflationsgeschützten Anleihen den Kaufkraftverlust auffangen können.

Daher unsere Empfehlung: Verkaufen Sie diese Position, falls Sie den Fonds vor 2 Jahren erworben haben, und schichten Sie das Kapital in die beiden anderen Zins-Empfehlungen um.

Bertelsmann: Hohe Gewinne sichern die Ausschüttung

Die Medienbranche hatte in den vergangenen 10 Jahren oft Gegenwind. In den Krisen 2000 bis 2003 und 2007 bis 2009 brachen gleich mehrfach die Werbeerlöse weg.

Auch der deutsche Medienkonzern Bertelsmann musste kämpfen. Aber: Trotz aller Probleme hat Bertelsmann jedes Jahr pünktlich die Zinsen für die Genussscheine gezahlt. Für das konservativ geführte Familienunternehmen war das auch eine Frage der Ehre. Für die Besitzer der Genussscheine ist es eine wertvolle Erkenntnis (wenn auch keine Garantie), dass die Zinsen auch in schwierigen Zeiten gezahlt werden.

2011 wird es keine Zitterpartie geben. Im Gegenteil: Die Geschäfte laufen rund. In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2010 hat Bertelsmann operativ 1,1 Mrd. € verdient. Der Trend für das Gesamtjahr sieht sehr gut aus.

Daher gibt es auch keine Zweifel, dass im Mai 2011 die nächste Ausschüttung erfolgen wird (15 €).

Wer vor 2 Jahren eingestiegen ist, kommt aktuell auf einen Kursgewinn von 30% und Zinserträge von über 18%. Eine Gesamt-Performance von fast 50% auf Sicht von 24 Monaten ist für ein Zins-Investment erstklassig.

Auf dem aktuellen Kursniveau von 210% liegt die Ausschüttungs-Rendite bei 7,14% pro Jahr. Im Zins-Bereich noch immer ein außergewöhnlicher Wert. Mit dieser Rendite können Sie auch Inflation, Steuer und Bankgebühren ausgleichen.

Unsere Empfehlung: Kaufen Sie den Bertelsmann-Genussschein bis zu einem Kurs von 210% (der Kurs pendelt seit einigen Monaten zwischen 205 und 215%).

Fonds-Empfehlung Wandelanleihen: DWS Invest Convertibles

Ebenfalls vor 2 Jahren haben wir Ihnen einen Fonds vorgestellt, mit dem Sie in Wandelanleihen investieren können – den DWS Invest Convertibles.

Der Vorteil der Fondslösung: Viele Wandelanleihen weisen einen Nominalwert von 50.000 oder 100.000  € auf. Für Privatanleger kommen diese „Filetstücke“ nicht in Frage. Mit dem Fonds können Sie den hohen Nominalwert umgehen. Ein Fondsanteil kostet nur knapp 140 €.

Ein weiterer Vorteil: Mit Wandelanleihen sind Sie auf unterschiedliche wirtschaftliche Szenarien hervorragend eingestellt. Steigt die Inflationsrate, steigen auch die Kurse der Sachwerte-Klasse Aktien. Dann steigt auch der Fondskurs.

Kommt dagegen überraschend ein Deflationsschock, kann der Fondsmanager die Wandelanleihen in Bargeld umwandeln. Genau die richtige Anlageklasse in der Deflation.

In den vergangenen 2 Jahren hat der Fonds-Kurs 33% gewonnen. Damit ist der Kurs aber noch nicht ausgereizt. Steigt die Inflationsrate, können Sie mit hohen, zweistelligen Gewinnen rechnen. Im Deflationsszenario ist der Fonds deutlich stabiler als ein Aktienfonds.

Unsere Empfehlung: Kaufen Sie den Fonds bis zu einem Kurs von 145,00 € (aktueller Kurs: 137,90 €). Den Ausgabeaufschlag von 3% können Sie sich sparen. Der Fonds wird spesengünstig an den Börsen Frankfurt und Hamburg gehandelt.

19. Mai 2011

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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