Inflationsschutz-Fonds 2011: Renditeflops vermeiden

Wer keine Inflationsschutz-Anleihen kaufen möchte, kann zu ganzen Fonds greifen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Ein schöner Begriff – „Inflationsschutz-Fonds“. So das Versprechen der Fondsindustrie als Antwort auf die künftige Preisentwicklung.

Dahinter steckt auch in diesem Jahr 2011 allerdings keine besondere Anlagestrategie, sondern nur die Auswahl von Inflationsschutz-Anleihen. Mit entsprechend geringen Renditen müssen Sie rechnen. Damit raten wir von solchen Investments ab.

3% Rendite pro Jahr vor Inflation schon viel

Inflationsschutz-Anleihen bringen meist Zinsen von 2%, 3% oder in Ausnahmefällen sogar etwa mehr. Ist die offizielle Inflationsrate noch höher, wollen die Emittenten den Zins nach oben anpassen. Sie können Fonds kaufen, die mehrere Anleihen versammeln. Die Rendite allerdings bleibt 2011 bescheiden.

Die besten Fonds schaffen im 3-Jahres-Zeitraum eine Performance von gerade knapp mehr als 10%. Dies sind gerade einmal 3% Rendite pro Jahr. Alles vor der Inflation, alles vor Steuern. Das lohnt sich nicht.

Nach Steuern und Inflation bleibt Ihnen 2011 und 2012 nichts

Jetzt ziehen Sie – von den besten Fonds – noch die Steuern auf Ausschüttungen ab, knapp 30%, bleiben etwa 2% netto. Dann allerdings müssten Sie noch die offizielle Inflationsrate dagegen halten. Selbst in den Rekord-Anleihejahren der Vergangenheit also ist die Rendite insgesamt negativ. Schon bei den besten Fonds.

Schlechtere Fonds brachten nur 6% oder 7% in den vergangenen drei Jahren. Wenn Sie das umrechnen, bleiben gerade einmal 2% netto übrig. Nach Inflation wären Sie schon den guten Jahren deutlich im Minus.

In den kommenden Jahren aber werden Anleihen bezoge auf ihre Kurse immer unattraktiver. Der angebliche Inflationsschutz funktioniert so nicht. Inflationsschutz erhalten Sie auch 2011 und 2012 nur über gute Sachwert-Aktien. Ein Beispiel ist die heutige „GeVestor“.de-Index-Top-Aktie.

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Immobilien und Sicherheit: Die neue Kampagne für geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds haben einen wesentlichen Nachteil. Den können wir gar nicht oft genug betonen, da er oft einfach unter den Tisch fällt: Sie können als Investor einmal investiertes Geld in aller Regel kaum noch liquidieren. Ein entscheidender Nachteil:

Gerade bei einer Inflation kann das nicht in Ihrem Sinn sein. Eigene Wohnimmobilien nutzen Sie zur Mietersparnis. Steigen die Preise und Mieten, steigt automatisch die Ersparnis – selbst wenn der Wert der Immobilie nicht so schnell mitsteigen sollte.

Inflationsschutz: nicht vorhanden

Bei geschlossenen Immobilienfonds ist die Situation anders: hier setzen Sie als Investor schlicht auf die vernünftige Herstellung und/oder Bewirtschaftung einer Immobilie – und auf den später hoffentlich gestiegenen Verkaufspreis. Das Sparvolumen: 0. Hilfe gegen Inflation: nur dann, wenn tatsächlich die Immobilienpreise so schnell wie erhofft steigen.

Geschlossene Immobilienfonds werden jetzt zunehmend in redaktionellen Beiträgen wieder als das „Modethema“ schlechthin gefeiert. 3 Beiträge liegen heute auf meinem Tisch. Investieren Sie nicht.

Vor solchen Investments warnt auch Dr. Erhard Liemen, Chefredakteur des „Deutschen Wirtschaftsbrief“, regelmäßig. So bewahrte er bereits vor vielen Jahren (genau: etwa 10 Jahre) Investoren vor Investments in bestimmte „Falk-Fonds“.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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