Init Innovation: Aktie des Telematik-Spezialisten marschiert stramm Richtung Allzeithoch

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Init Innovation: Aktie des Spezialisten für Verkehrstelematik im Aufwind. Allzeithoch in Griffweite. Firmenboss erwartet trotz Pandemie 15% Umsatzplus (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Heimlich still und leise läuft die Aktie des Karlsruher Spezialisten für Verkehrstelematik nach oben. Sogar in einem schwachen Marktumfeld am vergangenen Freitag legten die Papiere gegen den Trend um mehr als 4% an Wert zu und kratzen damit an ihrem bisherigen Rekordhoch. Die geduldigen Anleger freut es: Wer bereits zum Jahreswechsel investiert war, darf sich inzwischen über einen Wertzuwachs von beachtlichen 36% freuen. Für Sie um Vergleich: Der TECDAX liegt im gleichen Zeitraum noch rund 3,5% in der Verlustzone.

Uni-Spin-Off aus Karlsruhe

Wahrscheinlich ist die Firma Init Innovation den wenigsten unter Ihnen bereits ein Begriff. Spannend ist das Unternehmen aber allemal: Gegründet wurde die Gesellschaft bereits vor 27 Jahren als Universitäts-Spin-Off aus Karlsruhe. Inzwischen ist Init Innovation eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Verkehrstelematik.

Telematik ist ein spezieller Bereich der Nachrichtentechnik, in dem die Kommunikation mit der Informatik verbunden wird. Unter Telematik wird das Messen, Steuern und Regeln per Fernsteuerung über feste und mobile Telekommunikationsnetze verstanden. Ein Bereich der Telematik ist die Verkehrstelematik. Darunter fallen Anwendungen, die das Verkehrsgeschehen erfassen und steuern.

Dienstleistungen rund um die Verkehrstelematik

Init innovation hat sich auf die Digitalisierung im Bereich ÖPNV spezialisiert und bietet Lösungen zum kontaktlosen Bezahlen, Fahrgastzählung und der Bedarfssteuerung von Bussen an.

Im Prinzip decken die Karlsruher die komplette Wertschöpfungskette von der Planung über die Entwicklung (Soft- und Hardware), der Produktion (geringe Fertigungstiefe), der Installation/Integration (modulare Hard- und Softwarekomponenten) bis hin zur Wartung der Systeme ab.

14% Umsatzplus im Startquartal

Trotz Pandemie zeigt sich die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr erstaunlich robust. Insgesamt gingen mit 40,3 Millionen Euro 14% mehr an Umsatz durch die Bücher als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis (EBIT) wurde mit 3,4 Millionen Euro mehr als verdreifacht (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro). Somit erhöhte sich die EBIT-Marge weiter. Übrig bleib ein Ergebnis pro Aktie von 0,22 Euro (Vorjahr: 0,07 Euro)

Init Innovation weiter im Wachstumsmodus

Auch für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich der Konzern optimistisch und peilt weiteres Wachstum an. Beim Umsatz soll ein Plus von 15% auf rund 180 Millionen Euro erreicht werden. Gleichzeitig wird ein Vorsteuerergebnis von 18 bis 20 Millionen Euro avisiert. Für Sie zum Vergleich:  Im Vorjahr erwirtschaftete die Firma ein EBIT von 16,2 Millionen Euro. Damit haben die Karlsruher ihre bisherige Prognose bestätigt.

Dividende erhöht – Aktienrückkaufprogramm erneuert

Zugleich wurde die Ausschüttung für 2019 deutlich von 12 Cent auf 40 Cent je Aktie angehoben. Ebenso hat der Konzern das Aktienrückkaufprogramm erneuert und kann nun bis zu 10% des Grundkapitals zurückkaufen. Viel wichtiger als diese Maßnahmen dürfte aber für die zukünftige Aktienkursentwicklung sein, ob es dem Management gelingt, die Abhängigkeit vom Projektgeschäft zu reduzieren und die wiederkehrenden Erlöse im Umkehrschluss zu steigern.

Ein erstes bedeutsames Erfolgsprojekt war der Zuschlag für das Ticketing-Geschäft in Seattle. Seit Ende 2018 tritt Init dort als Betreiber auf und ist damit für die komplette Ticketing Infrastruktur verantwortlich. Das reicht vom Betrieb der Server, der Softwareplattform bis hin zum Austausch von Hardwarekomponenten (bspw. Bildschirme an Fahrscheinautomaten). Der Großauftrag mit einer Laufzeit von 11 Jahren liefert ein Umsatzvolumen von immerhin 42 Millionen Euro.

Gut möglich, dass wir solche kompletten Outsourcing-Deals zukünftig häufiger erleben werden. Davon dürfte Init als einer der führenden Player massiv profitieren.

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Bei TeamViewer werden die Anleger vorsichtigerDie Aktie von TeamViewer kommt nach Bekanntgabe der Quartalszahlen unter Druck. Auslöser ist ein gemäßigter Ausblick auf das zweite Halbjahr. › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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