Inmarsat: Übernahme des Sateliten-Konzerns nimmt letzte Hürde

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Inmarsat: Rebellische Hedgefonds treten den Rückzug an. Finanzkonsortium setzt sich durch und nimmt Satelitenbetreiber von der Börse (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Was lange währt, wird endlich gut. Zumindest in den Augen des Konsortiums aus Apax Partners, Warburg Pincus und kanadischen Pensionsfonds, die mit ihrer Offerte für den Satelitenbetreiber Inmarsat nun die letzte Hürde genommen haben. Lange Zeit stand der Deal auf der Kippe. Obwohl die britische Regierung den Deal bereits Ende Oktober abgesegnet hatte und die Wettbewerbsbehörde im September bereits grünes Licht gab, stemmten sich einige Hedgefonds gegen die Transaktion.

Inmarsat – der Satelitenspezialist

Bevor ich auf aktuellen Deal eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell der britischen Firma erst einmal näher vorstellen: Inmarsat wurde 1979 gegründet und hat seinen Hauptsitz in London. Der Konzern ist einer der weltweit führenden Anbieter von globaler mobiler Satellitenkommunikation. Die Geschäftssegmente sind in Inmarsat Maritime, Inmarsat Government, Inmarsat Aviation und Inmarsat Enterprise aufgeteilt, die von der Division Central Services global unterstützt werden. Die Unternehmensgruppe bietet Sprach- und High-Speed-Datendienste, Breitbanddaten- und IP-Kommunikationslösungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft an.

Inmarsat besitzt und betreibt elf Satelliten in der geostationären Umlaufbahn 35.786 km über der Erde, die vom Hauptsitz in London über weltweit verteilte Bodenstationen kontrolliert werden. Zum Kundenkreis zählen beispielsweise Großunternehmen aus den Bereichen Schifffahrt, Medien, Lufttransport, Öl-und Gas, Bau-und Luftfahrtindustrie wie auch Regierungen und Hilfsorganisationen.

Finanzinvestoren schließen sich zusammen

Seit Monaten ist der Konzern in das Visier von Finanzinvestoren gekommen. Ein Konsortium aus Apax Partners, Warburg Pincus sowie dem Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment Board und Ontario Teachers’ Pension Plan Board haben umgerechnet 3,3 Milliarden Dollar für den Konzern geboten. Bei dem Angebot handelt es sich bereits um die zweite Offerte in weniger als einem Jahr.

Zuvor versuchte der amerikanische Satelitenbetreiber Echostar rund um den Milliardär Charlie Ergen den britischen Rivalen zu schlucken. Doch auch das auf 3,2 Milliarden Dollar aufgestockte Angebot wurde vom Board abgeschmettert und als zu niedrig eingestuft.

Rebellische Hedgefonds wollten zweite Abstimmung….

Bis zuletzt schien der Deal allerdings alles andere als sicher. Eine Handvoll Aktionäre, angeführt von der 120-Milliarden-Dollar-Firma Oaktree, wurden in einen Streit mit Inmarsats Private-Equity-Käufern verwickelt. Sie behaupteten, dass das Angebot von 7,21 US-Dollar für die Satellitenfirma zu niedrig sei. Oaktree, gegründet vom Milliardär Howard Marks, engagierte Anwälte von Herbert Smith Freehills für einen Gerichtsstreit.

Eigentlich war geplant, eine zweite Abstimmung der Aktionäre über die Übernahme zu beantragen. Die Argumentation: Bei der Bewertung sei ein lukrativer Satelliten-Spektrum-Vertrag, der im Besitz von Inmarsat in den USA ist, nicht berücksichtigt worden.

….aber ziehen sich jetzt zurück

Aber mit seinen Plänen stieß Oaktree bei dem Bieter auf Granit. Das Käuferkonsortium lehnte eine Erhöhung des Angebots ab und drohte den Deal platzen zu lassen. Als Konsequenz zogen sich die rebellierenden Hedgefonds zurück und machen damit den Weg frei für die finale Übernahme und den Rückzug der Aktie von der Börse.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.