Ins Tor nach Osteuropa investieren

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Österreich hat viel zu bieten. Unser Nachbarland gilt als Tor nach Osteuropa. Ob die Aktie vom Flughafen Wien ein Investment wert ist. (Foto: Edith Rum / shutterstock.com)

Mögen Sie Wien? Für mich ist Wien eine der schönsten europäischen Hauptstädte. Die Stadt bietet Kultur, Gemütlichkeit und ist das Tor zu Osteuropa. Wenn Sie gerne mal etwas Neues entdecken möchten, dann kann ich Ihnen Montenegro, Albanien oder andere Länder des Ostblocks ans Herz legen. Dabei gibt es eine Menge zu sehen und auch zu bestaunen. Davor bieten sich immer einige Tage in Wien an. Für Osteuropa-Reisende ist der Flughafen dort ein wichtiges Drehkreuz. Auch Investoren sollten den Flughafen auf dem Zettel haben, siehe unsere Analyse. Doch der Reihe nach. Die Flughafen Wien AG errichtet und betreibt den Flughafen Wien und bietet alle relevanten Dienstleistungen an. Die

Gruppe positioniert sich als eine der wichtigsten Drehscheiben für Mittel- und Osteuropa und profitiert von der Dynamik der Low-Cost-Carrier. Die Aktivitäten sind in die Geschäftsfelder Airport, Handling und Non-Aviation untergliedert. Beteiligungen bestehen am Flughafen Malta, an Košice in der Slowakei und an der Flughafen Friedrichshafen GmbH.

So steht es um den Flughafen Wien

Der Flughafen Wien hat für die ersten 9 Monate gute Zahlen vorgelegt und unsere Erwartungen leicht übertroffen. Der Umsatz stieg um 4,9% auf rund 596,3 Mio €. Das Passagieraufkommen stieg um 8,7% auf 25,8 Mio Reisende. Am 21. September reisten 101.841 Passagiere über den Flughafen Wien – ein neuer Tagesrekord. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 16,1% auf 1,44 € pro Aktie. Das sind ebenfalls neue Rekordergebnisse.

Zentraler Wachstumstreiber war der Home- Carrier Austrian Airlines, der sein Angebot durch Frequenzaufstockungen und Kapazitätserweiterungen deutlich ausgebaut hatte. Aber auch die neuen Low-Cost-Carrier Laudamotion, Level und Wizz Air haben neben den etablierten Mitbewerbern easyjet und Eurowings zum erzielten Rekord beigetragen. Besonders erfreulich ist, dass auch der Sitzladefaktor, also die Auslastung der Flugzeuge, weiter von 75 auf 76,7% gesteigert werden konnte.

Freud und Leid liegen eng beisammen

Die starke Verkehrsentwicklung sorgte für ein kräftiges Plus bei den Flugbewegungen von 4,8% auf rund 178.000 Starts und Landungen, was aber gleichzeitig zeigt, dass das Auffangen des Passagierwachstums durch größere Flugzeuge bereits an ihre Grenzen stößt. Genau dieses Kapazitätsproblem ist das größte Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung. Das Wachstum ist begrenzt, und der Ausbau geht nur mit zahlreichen, rechtlichen Hürden voran.

Zwar soll der Flughafen Wien zur wichtigsten Drehscheibe Mittel- und Osteuropas werden, doch was kommt dann? Weiteres Wachstum ist nur mit Beteiligungen an ausländischen Flughäfen denkbar. Bleiben Sie aus diesem Grund bei der Aktie vorsichtig. Die Aussichten sind eher mittelprächtig, die Dividende von 1,8% zu vernachlässigen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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