Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Insidertransaktionen der Woche: Lesen Sie, welche Aktien sich die Firmeninsider jetzt ins Depot legen. Mit Philip Morris gebeutelter Tabakriese unter den Top-Trades (Foto: ducu59us / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Mohawk Industries:

Der Aktienkurs des amerikanischen Fußbodenspezialisten Mohawk Industries konsolidiert weiterhin nach dem Kursrückgang von 280 Dollar auf 210 Dollar auf niedrigem Niveau. Das nutzte der Direktor Flip Balcaen für weitere signifikante Zukäufe. Bei Kursen zwischen 208,81 und 209,92 Dollar erwarb der Insider inzwischen 150.000 Aktien im Gegenwert von 31,38 Millionen Dollar. Damit erhöhte Balcaen seine Aktienposition um 105% auf insgesamt 292.768 Aktien.

Mohawk Industries ist der weltweit führende Hersteller von Bodenbelägen für Wohn- und Gewerberäume. Im ersten Quartal steigerte der US-Konzern seinen Umsatz um 9% auf 2,4 Milliarden Dollar – der bereinigte Gewinn kletterte um 11% auf 3,01 USD je Aktie.

Die Aktie des Bodenspezialisten befindet sich auch im Portfolio des Hedgefondsriesen Daniel Löb, der bereits seit dem vierten Quartal 2014 dort investiert ist. Im vergangenen Quartal hat der Manager seine Position um 16% heruntergefahren, hält aber weiterhin Aktien im Wert von 193 Millionen Dollar und damit 1,12% aller Mohawk-Anteile.

Dual Listing: Definition und die Nachteile für AnlegerZweitnotierungen eines ausländischen Unternehmens an einer deutschen Börse werden "Dual Listing" genannt. › mehr lesen

Philip Morris:

Der weltweit führende Hersteller von Tabakwaren macht momentan schwierige Zeiten durch. Schwächer als erwartete Quartalszahlen hatten den Aktienkurs kräftig unter Druck gebracht. Notierten die Papiere Ende Januar noch bei 110 Dollar, können Sie mittlerweile einen Anteilsschein für 80 Dollar kaufen. Dieses Kursniveau führte zu den größten Insiderkäufen bei dem Zigarettenkonzern seit 2013.

Seit dem Kurssturz kauften insgesamt 4 verschiedene „Insider“ Aktien. Insgesamt erwarben sie bei Kursen zwischen 80,99 und 82,76 Dollar 97.750 Aktien im Gegenwert von 7,59 Millionen Dollar. Allerdings gab es durch den Direktor Louis C. Camilleri auch einen größeren Verkauf (100.000 Aktien), der den positiven Transaktionen entgegenstand.

Für den restlichen Jahresverlauf zeigt sich unterdessen die Konzernführung zuversichtlich. So soll der Gewinn je Aktie auf Grund einer niedrigeren Steuerquote und der schwachen Heimatwährung auf 5,25 bis 5,40 Dollar nach oben klettern. Das wäre immerhin ein Anstieg um 35 bis 39%. Für Sie zum Vergleich: Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte der Tabakriese einen Gewinn je Anteilsschein von 4,72 Dollar. Sollte der Kurs nicht wieder auf den Aufwärtstrend zurückführen, dann können sich die Insider wenigstens über eine satte Dividendenrendite freuen. Diese liegt nach dem Kurssturz mittlerweile bei beinahe 5%.

Perrigo:

Der Kurs des Arzneimittelherstellers Perrigo aus Irland, der an der US-Börse NYSE notiert ist, liegt deutlich unter den Höchstständen der letzten Jahre. Seit 2015 fielen die Papiere von über 200 Dollar bis auf momentan 75 Dollar je Anteilsschein.

Das Niveau stufen der Direktor und der Vorstand offenbar als attraktiv ein und stocken ihre Aktienpositionen auf. Beim Vorstand Uwe Röhrhoff handelt es sich um seinen ersten Aktienkauf. Er legte sich beim Kurs von 81,85 Dollar 7.500 Aktien ins Depot (Gegenwert: 613.863 Dollar). Der Direktor Jeffrey C. Smith kaufte gleich 400.000 Aktien im Gegenwert von 30,17 Millionen Dollar. Damit hat Smith seine Position um gut 8% aufgestockt und hält mittlerweile 2,6% aller Firmenanteile.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.