Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Pharmafirmen auf der Kaufliste. Firmeninsider schlagen antizyklisch zu und nutzen Kursrücksetzer zum Positionsaufbau (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Abbvie:

Seit Jahresbeginn ist die Aktie des Biotechnologie- und Pharmaunternehmens Abbvie im Rückwärtsgang. Obwohl kürzlich mit den Quartalsergebnissen die Erwartungen übertroffen und die Jahresprognose angehoben wurde, notieren die Papiere seit dem Jahreswechsel rund 30% in der Verlustzone. Nach diesem deutlichen Rücksetzer nehmen die antizyklischen Käufe zahlreicher Insider deutlich zu. Seit Ende Juni kauften vier Firmeninsider 144.400 Aktien bei Kursen zwischen 65,66 und 67,50 Dollar. Insgesamt mussten die Manager 9,62 Millionen Dollar für die Zukäufe auf den Tisch legen.

Abbvie wurde 2013 als Abspaltung von Abbott Laboratories gegründet. Tätig ist das in North Chicago im US-Bundesstaat Illinois ansässige Unternehmen unter anderem in den Bereichen Immunologie, Onkologie und Virologie. Zuletzt berichtete der Konzern über einen Gewinn von 2,26 Dollar je Aktie, der die Konsensschätzungen von 2,20 Dollar übertraf. Dies entspricht einer Steigerung von 13% gegenüber dem Gewinn von 2 Dollar pro Aktie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zugleich erhöhte das Unternehmen seine Jahresprognose auf 8,82-8,92 Dollar je Aktie (alt: 8,73-8,83 Dollar).

Trinity Industries: 

Auch bei dem amerikanischen Industriekonzern Trinity Industries waren zuletzt auffällige Aktientransaktionen zu beobachten. Ende Juli kaufte der Direktor Brandon Boze 659.000 Aktien des Unternehmens. Bei einem Kaufpreis zwischen 18,81 und 19,84 Dollar je Anteilschein kosteten die Zukäufe ihn 12,68 Millionen Dollar. Auch wenn die Investitionssumme an sich hoch erscheint, im Vergleich zu seiner bestehenden Position waren die Zukäufe eher überschaubar. Mit dem Erwerb erhöhte Boze seinen Bestand „nur“ um gut 3% auf 22,56 Millionen Aktien. Inzwischen hält der Firmeninsider 17,6% aller ausstehenden Firmenanteile.

Trinity Industries ist ein amerikanischer Industriekonzern mit Sitz in Dallas. Die Firma produziert Güterwaggons, Gastanks, Wasserfahrzeuge für die Binnenschiffahrt, Leitplanken und Masten für Windkraftanlagen. Mit 34.295 produzierten Güterwagen besitzt Trinity einen Marktanteil von 41 % in Nordamerika. Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei Trinity Industries gingen Umsätze in Höhe von 2,50 Milliarden Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich erzielte der Konzern damit einen Gewinn von 159 Millionen Dollar.

Bristol-Myers Squibb:

Mit Bristol-Myers Squibb steht ein weiteres Pharmaunternehmen auf der Kaufliste der Firmeninsider. Bei einem Durchschnittspreis von 44,72 Dollar pro Stück legte sich ein Direktor 11.000 Akten ins Depot. Insgesamt musste der Insider für den Trade 491.920 Dollar aufwenden. Bereits Mitte Mai ist ein weiterer Direktor mit einem Aktienkauf im Volumen von 236.440 Dollar aufgefallen.

Bristol Myers Squibb ist ein auf Biotechnologie spezialisiertes Pharmazieunternehmen. Der US-amerikanische Konzern identifiziert, entwickelt und vertreibt Medikamente für die Indikationen Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Hepatitis B, HIV/AIDS, Arthritis sowie psychiatrische Erkrankungen.

Im zweiten Quartal lag der Umsatz mit 6,3 Milliarden Dollar um 10% über dem Vorjahreswert. Für Sie zum Vergleich: Wall Street-Analysten hatten lediglich 6,1 Milliarden Dollar erwartet. Zugleich erzielte der Pharmariese einen Quartalsgewinn in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.