Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: JPMorgan - Ehefrau des Starregisseurs George Lucas kauft sich bei amerikanischer Großbank ein und baut millionenschwere Aktienposition auf. (Foto: Harry Wedzinga / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Dish Network:

Bei dem US-Pay-TV-Anbieter Dish Network setzen sich die massiven Insiderkäufe fort. Nachdem bis Mai der Firmeninsider James Defranco und Tom Ortolf mit signifikanten Transaktionen aufgefallen ist, legt nun der Chairman Charles Ergen nach. Ergen erwarb 500.005 Aktien bei Kursen zwischen 30,94 und 31,70 Dollar. Insgesamt musste er für die Käufe mehr als 15,7 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Mit den Zukäufen hat der Firmeninsider seinen Bestand um 37% aufgestockt.

Dish Network ist ein US-amerikanischer Fernsehsatellitenbetreiber zum Empfang von Satellitenfernsehen und für den Internetzugang über Satelliten. Hierfür vermarktet das Unternehmen auch entsprechende Set-Top-Boxen und Festplattenrecorder der Marken „Hopper“ und „DISH anywhere“ sowie die tragbare Satellitenantenne Tailgater. Das Unternehmen hat kürzlich angekündigt, dass es den Google Assistant zu seinen Hardware-Angeboten hinzufügen wird.

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Zuletzt kam der Konzern auf einen Jahresumsatz von 13,62 Milliarden Dollar. Bei einem Gewinn von 1,57 Milliarden Dollar erzielte Dish Network eine Gewinnspanne von 11,56%.

Netflix:

Nach dem Kursrückgang bei der Aktie des Streamingdienstes Netflix greift der Director Bradford Smith zu und legt sich 6.499 Aktien ins Depot. Bei einem Kaufpreis von 308,49 Dollar je Anteilschein kostete ihn der Aktienkauf immer 2 Millionen Dollar. Beachten Sie aber, dass diese Käufe gemäß einem Kaufprogramm (10b5-1(c)) getätigt wurden.

Nach der rasanten Kursrally der letzten Jahre wurde die Aktie zuletzt stärker abverkauft. Das Geschäftsmodell, ab einer kritischen Größe allmählich die Preise zu erhöhen, hinterließ zuletzt tiefe Spuren in der Quartalsbilanz von Netflix. Die Zahl der neuen Abonnenten blieb weit unter den Prognosen zurück. Im zweiten Quartal kamen weltweit unterm Strich nur 2,7 Millionen neue Bezahlabos hinzu. Dass der Umsatz im Jahresvergleich um 26% auf 4,9 Milliarden Dollar stieg und der Gewinn mit 270,7 Millionen Dollar über den Vorhersagen der Finanzanalysten lag, konnte die Börsianer nicht trösten.

JPMorgan:

Bei der US-amerikanischen Bank JPMorgan tauchte der Director Mellody Hobson wieder auf der Käuferseite auf. Zuletzt kaufte Hobson im April Aktien für über 2 Millionen Dollar. Vor wenigen Tagen erhöhte der Firmeninsider seinen Bestand nochmals um 24% und erwarb weitere 18.200 Aktien. Bei einem Kaufpreis von 109,91 Dollar je Stück entsprach das nochmals einem Gegenwert von 2 Millionen Dollar. Bei Mellody Hobson handelt es sich um übrigens um die Frau des Starregisseuren George Lucas, der mit der Star-Wars Filmreihe und den Indiana Jones-Filmen berühmt wurde.

Die größte US-Bank JPMorgan hat im zweiten Quartal von einem starken Geschäft mit Privatkunden profitiert. Dank eines kräftigen Gewinnanstiegs in der Privatkundensparte konnte die Bank die Schwäche in den anderen Bereichen wie dem Investmentbanking mehr als ausgleichen. Unter dem Strich verdiente die Bank zwischen April und Ende Juni 9,7 Milliarden Dollar und damit rund 16 % mehr als vor einem Jahr.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.