Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: General Electric-Aktie taumelt nach Betrugsvorwürfen. Insider zeigen sich unbeeindruckt und sammeln millionenschwere Aktienpakete ein (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

General Electric:

Die ehemalige US-Industrieikone General Electric macht momentan schwere Zeiten durch. Nachdem es operativ seit Jahren schon nicht mehr rund läuft, machen nun Gerüchte über fragwürdige Bilanzierungsmethoden die Runde. Der Experte Harry Markopolos, der mit seiner Studie den Kurssturz in der vergangenen Woche auslöste, ist kein Unbekannter. Schließlich war er es, der vor den Manipulationen des Bernie Madoff warnte, und zwar schon lange, bevor die SEC mit den Untersuchungen begann. Inzwischen ist der Marktwert von GE auf nur noch 73 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen und liegt damit Lichtjahre entfernt von den Höchstständen (594 Milliarden Dollar), die das Konglomerat im August 2000 erreicht hatte.

Was wirklich hinter den Betrugsvorwürfen steht, wird sich erst noch zeigen. Die Firmeninsider jedenfalls nutzten das ermäßigte Kursniveau, um signifikante Käufe zu tätigen. Insgesamt erwarben sechs Manager 799.568 Aktien bei Kursen zwischen 7,93 und 9,42 Dollar. Das Volumen der Käufe lag bei beachtlichen 8,46 Millionen Dollar. Besonders auffällig waren die Käufe des Vorstands Lawrence Culp, der sich insgesamt Aktien für knapp 5 Millionen Dollar ins Depot legte und damit seinen Bestand auf einen Schlag verdoppelte.

Symantec:

Bei dem Spezialisten für Cyber-Security Symantec gab es ebenfalls auffällige Aktientransaktionen. Der Direktor Peter Feld sammelte insgesamt 5,32 Millionen Aktien ein. Bei einem Kaufpreis zwischen 22,60 und 22,95 Dollar je Anteilschein musste er für seine Käufe beinahe 121 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Nach den Zukäufen hält Feld insgesamt 19,865 Millionen Symantec-Papiere und damit gut 3,2% aller ausstehenden Firmenanteile. Zuletzt hatte auch der Star-Investor George Soros seine Beteiligung an Symantec ausgebaut.

Erst kürzlich meldete Symantec, dass der Konzern seine Geschäftskunden-Sparte für 10,7 Milliarden Dollar an den US-Chiphersteller Broadcom verkaufen möchte. Falls die zuständigen Behörden in den USA, Europa und Japan zustimmen, soll die Transaktion noch in diesem Jahr, spätestens aber im Januar 2020 abgeschlossen werden. Bei der Übernahme wird es ausschließlich um das Firmengeschäft von Symantec gehen, wobei auch die Rechte am Namen auf Broadcom übergehen. Das Privatkunden-Geschäft von Symantec soll unter dem gut eingeführten Namen Norton weiterlaufen und ist von dem Deal nicht betroffen.

Conduent:

Der Aktienkurs des Xerox-Spin-Offs Conduent stand zuletzt massiv unter Druck. In den zurückliegenden 12 Monaten haben die Papiere beinahe zwei Drittel an Wert eingebüßt. Für den aktivistischen Investor Carl Icahn ist die Aktie offenbar zu stark gefallen und er wittert auf dem ermäßigten Kursniveau deutliches Potenzial. Immerhin stockte er seine Position Mitte August um 6,5 Millionen Aktien auf. Mit 6,43 bis 6,59 Dollar pro Stück beliefen sich die erworbenen Aktien auf ein Volumen von über 42,39 Millionen Dollar. Damit erhöhte sich der Anteil von Icahn auf fast 38,15 Millionen Aktien. Somit hält der Großinvestor beinahe 19% aller Anteilscheine.

Im zurückliegenden Jahr steckte Conduent in den roten Zahlen fest. Bei einem Jahresumsatz von 5,39 Milliarden Dollar erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 416 Millionen Dollar.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.