Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Firmeninsider schlagen bei dem Spezialchemiekonzern W.R. Grace zu und sammeln Aktien im Gegenwert von über 31 Millionen Dollar ein. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Sunrun:

Mit Sunrun steht ein Spezialist für Solaranlagen auf der Kaufliste der Insider. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung, Installation, dem Verkauf und der Wartung von Solarenergieanlagen für Wohngebäude in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus werden Solarsysteme und -produkte wie Module und Regale sowie Solar-Leads an Kunden verkauft.

Nach einer schwachen Kursentwicklung im zurückliegenden Monat (rd. 20% Kursrückgang) zeigt sich der Großaktionär Tiger Global Management zuversichtlich und stockte seine Beteiligung nochmals deutlich auf. Bei Kursen zwischen 14,98 und 16,12 Dollar je Aktie erwarb der Investor knapp über 2 Millionen Papiere. Dafür musste der Firmeninsider über 31 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Nach den Zukäufen hält Tiger Global Management 14,85 Millionen Aktien und damit rund 12% aller ausstehenden Firmenanteile.

Zuletzt enttäuschte der Konzern mit seinen vorgelegten Zahlen zur Geschäftsentwicklung. Zwar kletterte der Umsatz im zweiten Quartal um 20% auf 204,6 Millionen Dollar, aber ergebnisseitig rutschte Sunrun in die Verlustzone. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 1,3 Millionen Dollar an, nach einem Gewinn von 7,4 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahresquartal.

W.R. Grace & Co:

Bei dem Spezialchemiekonzern W.R. Grace & Co. gab es ebenfalls auffällige Aktientransaktionen. Der Großaktionär 40 North Latitude Fund sammelte 492.011 Aktien im Gegenwert von über 31 Millionen Dollar ein. Der Kaufpreis lag zwischen 63,42 und 64,97 Dollar je Anteilschein. Zugleich kauften zwei Vorstände zusammen 5.000 Aktien und investierten 344.000 Dollar in den Konzern.

Zuletzt hatte der Konzern mit seinen Prognosen die Analystenerwartungen übertreffen können. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 5,7% gegenüber dem Vorjahr auf 513,6 Millionen Dollar und währungsbereinigt um 8%, was vor allem auf höhere Verkaufsmengen und verbesserte Preise zurückzuführen war. Unter dem Strich hat sich der Jahresüberschuss auf 76,2 Millionen Dollar nahezu verdoppelt. Allerdings wurde vor dem Hintergrund der Insolvenz eines Großkunden die Jahresprognose zurechtgestutzt. Statt einem Umsatzwachstum von 6-7% geht W.R. Grace nun von einer Spanne zwischen 4-5%.

Fossil:

Die Kursentwicklung des Uhren- und Schmuckherstellers Fossil verlief zuletzt enttäuschend. Auf Sicht der zurückliegenden 12 Monate büßten die Papiere um 56% an Wert ein. Das ermäßigte Kursniveau verleitet nun erste Firmeninsider zu Aktienkäufen. So erwarben zwei Präsidenten zusammen 220.000 Aktien. Bei einem Kaufpreis zwischen 9,86 und 10,32 Dollar hatten die Zukäufe einen Gegenwert von immerhin 2,2 Millionen Dollar. Auch im Verhältnis zum bereits bestehenden Aktienbestand der beiden Insider waren die Käufe signifikant. Gregory McKelvey baute seine Position um 59% aus, Darren Hart erhöhte seinen Bestand um knapp 19%.

Von seinen Glanzzeiten scheint der Uhrenkonzern inzwischen weit entfernt zu sein. In den letzten vier Jahren sank der Jahresumsatz von 3,51 auf 2,54 Milliarden Dollar. Parallel dazu rutschte Fossil in die roten Zahlen. Auch im zurückliegenden Quartal verharrte das Unternehmen in der Verlustzone. Für das Gesamtjahr rechnet Fossil damit, dass der Nettoumsatz nochmals um 7 bis 12% sinken wird.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.