Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Beim Halbleiterspezialist AMD nutzen gleich mehrere Insider die erhöhten Kurse und schmeißen millionenschwere Aktienpakete auf den Markt (Foto: gopixa)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

LyondellBasell Industries:

Bei dem Chemiekonzern LyondellBasell Industries nahmen die Firmeninsider ihre Kaufserie wieder auf und sammelten signifikante Aktienpakete ein. So kaufte der Großaktionär AI Investments Holdings 764.501 Aktien bei Kursen zwischen 74,58 und 74,87 Dollar. Insgesamt hatten die Zukäufe einen Gegenwert von über 57 Millionen Dollar. Nach der Transaktion hält der Insider 5,864 Millionen Aktien der Gesellschaft und damit 1,76% aller ausstehenden Firmenanteile. Zusätzlich trat der Vorstand Bhavesh Patel und der Director Jagjeet Bindra mit Käufen in Erscheinung. Zusammen kauften sie 8.606 Papiere und legten dafür knapp 600.000 Dollar auf den Tisch.

Lyondellbasell ist das weltweit achtgrößte und europaweit drittgrößte Chemieunternehmen. Es ist der größte Produzent von Polyolefinen (Weltmarktführer Polypropylen, führender Anbieter von Polyethylen) und Katalysatoren, sowie eines der weltweit führenden Unternehmen bei der Entwicklung und der Lizenzierung von Polypropylen- und Polyethylenprozessen. Zusätzlich betreibt der Konzern Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte der Konzern bei Erlösen von 39 Milliarden Dollar einen Gewinn in Höhe von 4,69 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Gewinnspanne von 12,02%.

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AMD:

Bei dem Chiphersteller AMD nutzen gleich zahlreiche Firmeninsider das erhöhte Kursniveau zum Ausstieg. Bedenken Sie: Seit dem Jahreswechsel kletterte die AMD-Aktie um 65% nach oben. Bei Kursen zwischen 30,63 und 33,53 Dollar je Aktien verkauften insgesamt sieben verschiedene Insider über 1,26 Millionen Papiere und erlösten damit mehr als 41 Millionen Dollar.

Die Aktien mehrerer Halbleiterunternehmen sind unter Verkaufsdruck geraten, da die Handelsinteressen nach einem neuen Zollsatz von 15%, der Anfang September zu chinesischen Waren im Wert von 112 Milliarden Dollar hinzukam, weiter eskalierten. Generell lief es in den vergangenen Jahren bei AMD aber recht gut. Nach sechs Verlustjahren in Folge erreichte der Halbleiterspezialist in 2018 wieder die Gewinnzone. Bei Erlösen von 6,47 Milliarden Dollar blieb ein Nettogewinn in Höhe von 337 Millionen Dollar übrig.

PVH:

Ganz im Gegensatz zur AMD-Aktie ging es bei den Papieren des Bekleidungsherstellers PVH zuletzt spürbar bergab. Auf Jahressicht steht ein Kursverlust von 34% in den Büchern. Das Niveau ruft jetzt gleich zwei Insider auf den Plan, die mit massiven Aktienkäufen auf sich aufmerksam machten.  Sowohl der Vorstand Emanuel Chirico als auch der Director Henry Nasella kauften deutlich zu. Insgesamt sammelten die beiden 139.596 Aktien bei Kursen zwischen 74,63 und 80,37 Dollar ein. Kumuliert hatten die Käufe einen Gegenwert von über 10,5 Millionen Dollar.

PVH (ehemals Phillips-Van Heusen) ist ein Bekleidungskonzern mit Sitz in New York City, USA. Zu PVH gehören u. a. die Calvin Klein Corporation, Van Heusen, Izod, Arrow und G. H. Bass. Der Gesamtumsatz von PVH betrug im Jahr 2018 insgesamt 9,65 Milliarden Dollar. Knapp die Hälfte erwirtschaftete das Unternehmen mit der Marke Tommy Hilfiger, rund 30 % mit Heritage Brands und knapp 20% mit Calvin Klein.

Allerdings musste Ende August der Konzern bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose senken. PVH bekommt die erhöhten Zölle zu spüren. Da im vergangenen Jahr etwa 400 Millionen Dollar Lagerbestände aus China importiert wurden, erwartet der Konzern, dass der Gewinn belastet wird. PVH erwartet nun für das Gesamtjahr einen bereinigten Gewinn zwischen 9,30 und 9,40 Dollar pro Aktie (alte Prognose: 10,20 bis 10,30 Dollar pro Aktie). Zugleich wurde die Umsatzprognose um 2 Prozentpunkte auf nunmehr +1% Wachstum gesenkt.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.