Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Milliardär Jorge Paul Lemann steckt 100 Millionen Dollar in Kraft Heinz-Aktie. Ist die Zeit reif für einen Einstieg? (Foto: Alexey Novikov / Adobe Stock)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

The Kraft Heinz Company:

Die Kursentwicklung der Aktie des US-amerikanischen Lebensmittelriesen Kraft Heinz war zuletzt desaströs. Auf Sicht der letzten 12 Monate liegen die Papiere trotz der jüngsten Erholungsversuche immerhin noch 51% in der Verlustzone. Dieses Niveau nutzten jetzt gleich zwei Firmeninsider, um massive Aktienpakete einzusammeln. So erwarb der brasilianisch-schweizerischer Milliardär 3,49 Millionen Aktien beim Preis von 28,60 Dollar. Das entspricht einem Gegenwert von rund 100 Millionen Dollar. Zugleich sammelte der Director Alexandre Van Damme 250.000 Aktien zum Durchschnittspreis von 28,45 Dollar ein (Volumen: 7,11 Millionen Dollar).

Doch sie sollten beachten: Während der Milliardär Lemann massiv Aktien gekauft hat, stieß er über seine Beteiligungsgesellschaft 3G Capital Partners, die er selbst gegründet hat, 25 Millionen Aktien ab. Die Gesellschaft hält nun 20% aller Kraft Heinz-Aktien, während Warren Buffett knapp unter 27% aller Stimmrechte hält.

Zuletzt kämpfte der nach eigenen Angaben fünfgrößte Lebensmittelproduzent mit kräftigem Gegenwind. Trotz eines Jahresumsatzes von 26,2 Milliarden Dollar rutschte Kraft Heinz in 2018 mit 10,19 Milliarden Dollar in die Verlustzone.

Acadia Pharmaceuticals:

Bei dem biopharmazeutischen Unternehmen Acadia Pharmaceuticals ging es hingegen mit den Kursen zuletzt rasant aufwärts. Seit dem Jahreswechsel kletterten die Papiere um mehr als 150% nach oben. Jetzt legte der Großaktionär Baker Bros. Advisors nach und stockte seine Beteiligung im Rahmen einer durchgeführten Kapitalerhöhung nochmals deutlich auf. Bei einem Kurs von 40 Dollar je Anteilschein erwarb der Investor 1,56 Millionen Aktien. Für die Transaktion musste Baker Bros 62,5 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Inzwischen hält der Investor 37,47 Millionen Aktien und damit 24,3% aller ausstehenden Firmenanteile.

Acadia Pharmaceuticals ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in San Diego, Kalifornien. Am 29. April 2016 genehmigte die US-Gesundheitsbehörde FDA das Medikament Nuplazid von Acadia zur Behandlung von Halluzinationen und Wahnvorstellungen im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit Psychose. Zugleich führt Acadia mehrere Phase-2- und Phase-3-Studien mit Pimavanserin bei verschiedenen Erkrankungen des zentralen Nervensystems durch.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei dem Konzern 223,8 Millionen Dollar an Umsatz durch die Bücher (+79% zum Vorjahr). Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Verlust in Höhe von 245,2 Millionen Dollar.

Scientific Games:

Bei dem US-amerikanischen Hersteller von Spielautomaten und Verkaufsautomaten für Lotterielose Scientific Games Corporation gab es zuletzt ebenfalls auffällige Aktientransaktionen. Bei Preisen zwischen 22,41 und 22,98 Dollar je Aktie kaufte der Director Ronald Perelman weitere 200.000 Aktien. (Gegenwert: 4,53 Millionen Dollar). Auch wenn die Investitionssumme hoch erscheint, im Vergleich zu seinem Gesamtbestand war der Nachkauf überschaubar. Perelman hält nämlich inzwischen 36,64 Millionen Aktien des Konzerns und damit 39,11% der gesamten Firmenanteile. Fast zeitgleich verkaufte ein anderer Director Aktien im Gegenwert von knapp 1,1 Millionen Dollar.

Scientific Games wurde 1973 gegründet und stellte im selben Jahr das weltweit erste Rubbellos vor. Bis in das Jahr 2000 war die Herstellung von Ausrüstung für den Verkauf von Rubellosen das einzige Standbein von Scientific Games, doch noch in diesem Jahr wurde das Unternehmen durch die Autotote Corporation, einem Hersteller von Hard- und Software für die Veranstaltung von Pferdewetten, übernommen. Heute fokussiert sich der Konzern auf Spieleautomaten und entwickelt digitale Platformen für Online-Casinos.

Bei einem Jahresumsatz von 3,36 Milliarden Dollar verharrte der Konzern aber in der Verlustzone (352 Millionen Dollar). Das war das elfte Verlustjahr in Folge.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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