Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Firmeninsider wechseln nach Kursdebakel bei Biogen auf die Käuferseite. Eröffnet die Schlappe in der Alzheimerforschung eine Einstiegsgelegenheit? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Biogen:

Bei dem US-Biotechnologiekonzern Biogen kam es nach einem Rückschlag in der Forschung im März und schwachen Quartalszahlen zuletzt zu einem regelrechten Ausverkauf. Das Unternehmen und sein Forschungspartner Eisai haben sich entschieden, ihre Studien mit ihrem Medikamentenkandidaten Aducanumab zu stoppen – ausgerechnet in der bereits weit fortgeschrittenen Phase III. Das Alzheimermittel galt bisher als die größte Hoffnung der Branche.

Die Papiere rauschten von 320 auf zeitweise unter 220 Dollar in den Keller. Auf diesem Niveau wittern offenbar einige Firmeninsider wieder Kurspotenzial. In den letzten Tagen kauften der Vorstand Michel Vounatsos und der Director Alexander J. Denner signifikante Aktienpakete.

Bei Kursen um die 230 Dollar erwarben die beiden fast 122.700 Aktien im Gegenwert von 28,22 Millionen Dollar. Vounatsos erhöhte seinen Bestand damit um 26% und Denner 20,58%.

UnitedHealth Group:

Bei dem US-Versicherungsgiganten UnitedHealth kam es gerade zu gegenläufigen Transaktionen. Nach zwei Verkäufen in der Vorwoche zeigten sich jetzt gleich zwei Firmeninsider zuversichtlich und machten mit größeren Aktienkäufen auf sich aufmerksam.

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Dieser Dow-Jones-Titel ist ein lupenreiner WachstumswertBei deutschen Anlegern ist UnitedHealth wenig bekannt. Dabei ist die Aktie des US-Krankenversicherers ein lupenreiner Wachstumswert. › mehr lesen

Zusammen erwarben ein Vorstand und ein Director 26.430 Aktien bei Kursen zwischen 231,79 und 233,21 Dollar. Dafür mussten sie immerhin 6,13 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Vor allem für den Director Frederick William Mcnabb war der Kauf bedeutsam. Er hat seinen Aktienbestand um beinahe 350% auf inzwischen 7.879 Aktien ausgebaut.

Unitedhealth gehört mit einem Jahresumsatz von zuletzt 224,87 Milliarden Dollar zu den umsatzstärksten Firmen der Welt. Zuletzt erzielte der Spezialist für Krankenversicherungen einen Gewinn in Höhe von 11,98 Milliarden Dollar, was einer Gewinnspanne von 5,33% entspricht.

Archer Daniels Midland:

Keine eindeutige Richtung gibt es momentan beim Aktienkurs des US-Konzerns Archer Daniels Midland. Seit Februar läuft der Kurs quasi seitwärts, seit Jahresbeginn kommen die Papiere nur auf ein Plus von gut 3,5% und liefen damit deutlich schwächer als der Gesamtmarkt.

Die Stimmung unter den Insidern bei dem Konzern ist hingegen eindeutig. Seit Jahresbeginn gab es keine Verkäufe, dafür traten gleich drei verschiedene Firmeninsider mit Aktienkäufen in Erscheinung. Bei Kursen zwischen 41,80 und 42,76 Dollar kauften sie insgesamt 89.657 Aktien. Die Transaktionen kommen auf einen Gegenwert von 3,76 Millionen Dollar.

Archer Daniels Midland Company mit Sitz in Chicago, Illinois, betreibt mehr als 270 Produktionsstätten weltweit, in denen Getreide und Ölsaaten zu verschiedenen Produkten verarbeitet werden, die in Lebensmitteln, Getränken, Industrieprodukten und Futtermitteln eingesetzt werden.

Im ersten Quartal musste der Konzern einen Gewinnrückgang um 41% auf 233 Millionen Dollar verkraften, nachdem Überschwemmungen und schwierige Wetterbedingungen den mittleren Westen der USA heimgesucht hatten. Der Umsatz sank auf 15,30 Milliarden Dollar von 15,53 Milliarden Dollar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.