Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Millionenschwere Aktienkäufe bei Scientific Games Corporation halten weiter an. Steht der Erfinder des Rubbelloses vor dem Erreichen der Gewinnschwelle? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Beacon Roofing:

Bei dem US-Dachspezialisten Beacon Roofing kam es zuletzt zu massiven Aktienkäufen. So kaufte der Großaktionär CD&R Investment Associates 7,83 Millionen Aktien. Bei einem Kurs zwischen 32,08 und 34,17 Dollar je Aktie musste der Firmeninsider für seine Käufe immerhin knapp 261 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Mit den Zukäufen erhöhte der Anleger seinen Aktienbestand um mehr als 130% auf 13,75 Millionen Anteilscheine. Damit hält CD&R mittlerweile fast 20% aller Stimmrechte.

Fast zeitgleich kaufte mit Richard W. Frost noch ein Director ein bedeutendes Aktienpaket. Frost sammelte 11.754 Aktie bei einem Durchschnittskurs von 34,17 Dollar ein (Gegenwert 401.634 Dollar) und stockte seine Position damit um gut 50% auf.

Beacon Roofing vertreibt zusammen mit seinen Tochtergesellschaften Wohn- und Gewerbedächer und andere ergänzende Baumaterialien an Bauunternehmer, Wohnungsbauer, Einzelhändler und Baustofflieferanten. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte der Konzern bei einem Jahresumsatz von 6,41 Milliarden Dollar einen Gewinn in Höhe 99 Millionen Dollar.

HD Supply:

Bei dem US-Industriekonzern HD Supply gab es ebenfalls auffällige Aktientransaktionen zu beobachten. Bei einem Kurs von 38,55 Dollar erwarb der Director Lauren Taylor Wolfe 600.000 Aktien. Der Kauf im Gegenwert von stolzen 23,13 Millionen Dollar war der erste Aktienkauf eines Firmeninsiders seit Dezember 2014 und der erste Kauf von Wolfe überhaupt. Der Aktienkauf kam kurz nach der Nachricht, dass der Konzern plant, sich in zwei unabhängige börsennotierte Unternehmen aufteilen zu wollen.

HD Supply ist ein Industrievertrieb in Nordamerika. Das Unternehmen bietet rund 500.000 professionellen Kunden aus den Bereichen Wartung, Reparatur und Betrieb, Infrastruktur sowie Energie- und Spezialbau eine breite Palette von Produkten und Mehrwertdienstleistungen an.

Zuletzt kam der Konzern auf einen Jahresumsatz in Höhe von 6,04 Milliarden Dollar. Zeitgleich erzielte HD Supply einen Gewinn in Höhe von 394 Millionen Dollar, was aber deutlich unter dem Vorjahresniveau lag (970 Millionen Dollar).

Scientific Games:

Bei dem US-amerikanischen Hersteller von Spielautomaten und Verkaufsautomaten für Lotterielose Scientific Games Corporation hält die Kaufserie der Firmeninsider unverändert an. Bei einem Kurs von 20,83 Dollar je Aktie kaufte der Director Ronald Perelman weitere 100.000 Aktien. (Gegenwert: 2,08 Millionen Dollar). Damit baut er seine ohnehin massive Aktienposition nochmals deutlich aus. Inzwischen hält Perelman hält nämlich inzwischen 36,74 Millionen Aktien des Konzerns und damit gut 39,11% aller ausstehenden Firmenanteile.

Scientific Games wurde 1973 gegründet und stellte im selben Jahr das weltweit erste Rubbellos vor. Bis in das Jahr 2000 war die Herstellung von Ausrüstung für den Verkauf von Rubellosen das einzige Standbein von Scientific Games, doch noch in diesem Jahr wurde das Unternehmen durch die Autotote Corporation, einem Hersteller von Hard- und Software für die Veranstaltung von Pferdewetten, übernommen. Heute fokussiert sich der Konzern auf Spieleautomaten und entwickelt digitale Platformen für Online-Casinos.

Bei einem Jahresumsatz von 3,36 Milliarden Dollar verharrte der Konzern aber in der Verlustzone (352 Millionen Dollar). Das war das elfte Verlustjahr in Folge. Allerdings sind die Analysten zuversichtlich gestimmt und erwarten den Break Even im kommenden Geschäftsjahr.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.