Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Ein Großaktionär stockt bei Aromaspezialist weiter auf. Massive Käufe auch bei Chemiekonzern Platform Specialty Products und Konsumgüterriese Newell Brands. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

International Flavors & Fragrances:

Weiterhin fällt der weltweit führende Aroma- und Duftspezialist mit massiven Insiderkäufen auf. Der Großaktionär Winder Investment aus Singapur stockt seinen Anteil nochmals auf. Alleine in der vergangenen Woche kaufte der Großanleger weitere 445.000 Aktien bei Kursen zwischen 133,85 bis 134,63 Dollar. Insgesamt legte Winder dafür knapp 60 Millionen Dollar auf den Tisch.

Sie müssen wissen: Seit März fällt Winder Investment mit aggressiven Käufen auf. Seine Position hat der Anleger von 10,470 auf mittlerweile 15,6 Millionen Aktien ausgebaut. Damit hält der Großinvestor jetzt knapp 19,5% aller Aktien.

Platform Specialty Products:

Auch der US-amerikanische Chemiekonzern Platform Specialty Products fällt durch interessante Aktientransaktionen auf. Seit Anfang August gab es massive Aktienkäufe von insgesamt drei verschiedenen „Insidern“. Sowohl der Personalchef wie auch zwei Direktoren haben zusammen 441.000 Aktien zu Kursen zwischen 12,07 und 12,36 Dollar eingesammelt.

Die Kosten für die Transaktionen beliefen sich auf rund 5,4 Millionen Dollar. Für alle drei Insider waren es substantielle Käufe. Der Personalchef stockte seine Position um das 8-Fache auf, während die beiden Direktoren ihre Bestände um 133% respektive 22% erhöhten.

Die Käufe folgten direkt nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, die über den Markterwartungen lagen. Bei einem Umsatz von 1,02 Milliarden Dollar im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte der Chemiekonzern einen Gewinn in Höhe von 12 Millionen Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als ein Verlust von 61,1 Millionen Dollar anfiel, hat sich die Stimmung wieder deutlich aufgehellt. Mit einem Wertzuwachs von fast 22% seit Jahresbeginn hat die Aktie den Gesamtmarkt deutlich geschlagen.

Newell Brands:

Bei dem US-Konsumgüterriesen Newell Brands schlugen gleich vier Firmeninsider zu und kauften Aktien. Nach einem schwachen Kursverlauf (-33% seit Jahresbeginn) kauften vier Direktoren insgesamt 196.500 Aktien im Gegenwert von 4,1 Millionen Dollar. Die Kaufkurse lagen zwischen 20,5 und 21,33 Dollar.

Zuletzt konnte der Spezialist für Haushaltswaren mit seiner Geschäftsentwicklung nur bedingt überzeugen. Während der Umsatz um 13% auf 2,2 Milliarden Dollar zurückging, brach der Nettogewinn deutlich stärker von 223 auf 131,7 Millionen Dollar ein (-40%). Grund hierfür waren die negativen Auswirkungen neuer Rechnungslegungsstandards für die Umsatzrealisierung, die Auswirkungen der Auflösung von Toys ‘R’ Us auf das Babygeschäft sowie ein deutlicher Lagerabbau im Schreibwaren-Superstore.

Das Unternehmen hat seine Zielbereiche für 2018 aufgrund der Desinvestitionen der Geschäftsbereiche Waddington und Rawlings angepasst. Die Umsatzprognose wurde von 14,4 bis 14,8 Milliarden Dollar auf 8,7 bis 9,0 Milliarden Dollar gesenkt. Beim Gewinn je Aktie sollen jetzt 2,45 bis 2,65 Dollar erzielt werden (alte Prognose: 2,65 bis 2,85 Dollar je Anteilsschein).


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.