Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Insidertransaktionen der Woche: Aktivistische Hedgefonds schlagen wieder zu. Deutlicher Ausbau der Positionen bei Seagate und Energen (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Seagate:

Die massiven Insiderkäufe bei dem Festplattenhersteller Seagate halten weiter an. Der renommierte Hedgefonds ValueAct Holdings hat seit Ende Juli über 3,78 Millionen Aktien bei Kursen zwischen 50,61 und 53,12 Dollar erworben. Insgesamt legte der US-Investor dafür über 196 Millionen Dollar auf den Tisch. Mittlerweile hält ValueAct 26,19 Millionen Aktien und damit rund 9% aller ausstehenden Aktien.

Zuletzt erwirtschaftete Seagate bei einem Jahresumsatz von 11,18 Milliarden Dollar einen Gewinn in Höhe von 1,14 Milliarden Dollar. Das entsprach einer Gewinnmarge von 10,57% und war das höchste Niveau der vergangenen drei Jahre.

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Energen:

Auch bei dem Energiekonzern Energen finden Sie auffällige Insidertransaktionen. Der streitsüchtige Aktivist Carl Icahn hat seinen Anteil seit Anfang August weiter erhöht. Bei Kursen zwischen 71,37 und 76,63 Dollar kaufte Icahn 1,8 Millionen Aktien für umgerechnet über 132 Millionen Dollar. Sie müssen wissen: Der Hedgefondsmanager kauft sich bereits seit einigen Wochen bei dem Öl- und Gaskonzern ein. Seit Mitte Juni hat Icahn seine Position von 3,22 auf mittlerweile 7,66 Millionen Aktien hochgefahren. Damit hält er inzwischen 7,8% aller ausstehenden Aktien der Gesellschaft.

Bei einem Jahresumsatz von zuletzt 987 Millionen Dollar erzielte der US-Konzern einen Gewinn in Höhe von 307 Millionen Dollar.

Scientific Games Corporation:

Bei Scientific Games Corporation handelt es sich um ein in Las Vegas ansässiges Unternehmen, das Glücksspielprodukte und -dienstleistungen anbietet. Nachdem sich der Aktienkurs seit Juni von über 60 auf zuletzt 30 Dollar halbiert hat, zeigen sich die Firmeninsider wieder zuversichtlich und kaufen kräftig Aktien. Neben dem Finanzvorstand und dem CEO griffen noch zwei weitere Direktoren zu. Insgesamt kauften die Insider 200.000 Aktien für 6,3 Millionen Dollar (Kaufkurs zwischen 30,35 und 33,40 Dollar).

Das Unternehmen und die Pennsylvania Lottery gaben zuletzt den Start eines virtuellen Sportangebots bekannt. Der Konzern ist aber hochverschuldet (über 9,1 Milliarden Verbindlichkeiten. Trotz eines Jahresumsatz von 3,08 Milliarden Dollar schaffte es Scientific Games in den vergangenen Jahren nicht in die Gewinnzone. Zuletzt fiel ein Jahresverlust in Höhe von 242 Millionen Dollar an.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.