Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Aktie des Online-Retailers Overstock.com auf Talfahrt. Vorstand veräußert trotz Kurssturz millionenschwere Aktienpakete. (Foto: PeJo / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Overstock.com:

Auch wenn es viele Gründe für Aktienverkäufe von Firmeninsidern gibt, auffällig sind die Transaktionen bei dem Onlinehändler Overstock.com in jedem Fall. Denn den massiven Aktienverkäufen des Vorstands Patrick Michael Byrne ging bereits ein drastischer Kursverfall voraus. Seit dem Jahreshoch bei 22 Dollar im März befinden sich die Papiere im Sinkflug, der sich nach dem Verkauf des Firmenchefs nochmals beschleunigte.

Der Vorstand verkaufte seine 500.000 Aktien noch bei Kursen zwischen 12,84 und 13,33 Dollar und strich damit über 5,4 Millionen Dollar ein. Kaum wurden die Transaktionen gemeldet, sackte der Kurs um mehr als 15% auf nunmehr unter 11 Dollar in den Keller.

Overstock.com ist ein amerikanischer Internethändler mit Hauptsitz in Midvale, Utah, in der Nähe von Salt Lake City. Der Konzern wurde 1997 von Robert Brazell als Discounts Direct gegründet. Zwei Jahre später wurde es an Patrick M. Byrne verkauft, der es in Overstock.com umbenannte.

Das Unternehmen verkaufte zunächst ausschließlich überschüssige und zurückgegebene Waren auf einem Online-E-Commerce-Marktplatz und liquidierte die Bestände von mindestens 18 gescheiterten Dot-Com-Unternehmen zu Preisen unter dem Großhandelspreis. Heute verkauft das Unternehmen neben Wohnaccessoires, Möbel und Bettwäsche aber auch neue Waren. Im letzten Geschäftsjahr gingen bei Overstock.com 1,82 Milliarden Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich verharrte der Konzern aber in der Verlustzone (-217 Millionen Dollar).

MGM Resorts International:

Bei dem Hotel-und Spielkasinobetreiber MGM International gab es in der ersten Maihälfte hingegen einen signifikanten Aktienkauf. Bei 25,40 Dollar legte sich der Direktor Paul Salem 800.000 Aktien ins Portfolio. Das war sein erster Kauf überhaupt. Für den Erwerb musste der Firmeninsider immerhin 20,32 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Salem wurde im August 2018 in den MGM-Vorstand berufen, der damit von 12 auf 13 Direktoren erweitert wurde. Laut den Statuten hat er fünf Jahre Zeit, um die Richtlinien für den Aktienbesitz zu erfüllen. Sie müssen wissen: Von jedem Direktor wird erwartet, dass er Aktien oder RSUs (Restricted Stock Units) mit einem Marktwert von dem Fünffachen des jährlichen Basis-Gehalts besitzt, das sich aktuell auf 90.000 Dollar beläuft.

MGM Resorts International ist einer der größten Hotel- und Spielkasinobetreiber. Im zurückliegenden Geschäftsjahr kletterte der Umsatz auf 11,33 Milliarden Dollar (+9%). Unter dem Strich erzielte der US-Konzern einen Gewinn in Höhe von 583 Millionen Dollar.

Annaly Capital Management:

Die Erholung des US-Aktienmarktes seit Jahresbeginn ging an der Aktie von Annaly Capital Management komplett vorbei. Die Papiere notieren mit rund -3% weiterhin in der Verlustzone. Das Niveau weckte zuletzt allerdings das Interesse von gleich mehreren Insidern. Insgesamt griffen drei Manager zu und kauften 450.000 Aktien bei einem Kurs zwischen 9,56 und 9,62 Dollar. Insgesamt summierten sich die Zukäufe auf ein Volumen von über 4,3 Millionen Dollar.

Annaly Capital Management ist ein diversifizierter Kapitalmanager, der in Wohn- und Geschäftsimmobilien investiert und diese finanziert. Das Hauptziel von Annaly ist es, durch sorgfältige Auswahl der Anlagen und kontinuierliches Management des Portfolios einen Gewinn zur Ausschüttung an die Aktionäre zu erzielen und das Kapital zu erhalten. Annaly hat sich dafür entschieden, als Immobilienfonds oder REIT für die Einkommensteuer des Bundes besteuert zu werden.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.