Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Top-Insidertransaktionen der Woche: Spezialist für Gentherapien Selecta Bioscience mit auffälligen Aktienkäufen. Vorstand sammelt schrittweise Aktie ein und besitzt inzwischen 15% aller Anteile (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Selcta Biosciences:

Bei dem Biopharmazie-Unternehmen Selecta Biosciences ging es zuletzt heiß her: In der zurückliegenden Woche erhielt die Gesellschaft von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für ihre Gentherapie zur Behandlung einer seltenen Kinderkrankheit, worauf die Aktie deutlich nach oben schoss. Auch das Insidersentiment spricht eine deutliche Sprache. Seit Anfang Oktober hat der Firmeninsider Timothy Springer massiv nachgelegt und insgesamt 8,99 Millionen Aktien erworben. Bei einem Kaufpreis zwischen 1,68 und 2,71 Dollar je Aktie musste Springer für die Transaktionen knapp 20 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Dr. Springer ist Professor an der Harvard University und ist seit Dezember 2008 wissenschaftlicher Berater von Selecta Biosciences. Er wurde im Juni 2016 in den Vorstand berufen. Mit diesem jüngsten Kauf besitzt er nun 14,48 Millionen Aktien beziehungsweise 15% aller ausstehenden Stammaktien. Darüber hinaus kaufte mit Timothy Barabe ein weiterer Firmeninsider 50.000 Aktien zum Kurs von 1,68 Dollar je Anteil.

Selecta Biosciences ist ein biopharmazeutisches Unternehmen. Es erforscht und entwickelt immunmodulierende Medikamente mit Nanopartikeln für die Behandlung und Prävention menschlicher Krankheiten. Die firmeneigene Pipeline umfasst therapeutische Enzyme, Gentherapien und andere Produkte und Produktkandidaten, die von unerwünschten Immunreaktionen betroffen sind. Bislang erzielt das Unternehmen aber noch keine Umsätze und generiert entsprechend noch Verluste (Q2: -24 Mio. Dollar). Der Börsenwert ist trotz des Kurssprungs mit knapp über 300 Millionen Dollar zudem noch überschaubar.

Agree Realty Corporation:

Die Aktie des börsennotierten Real Estate Investment Trusts Agree Realty Corporation treten seit April auf der Stelle. Auf diesem Kursniveau wittert der Vorstand Joey Agree offenbar Kurschancen und baut seine Aktienbestände auf. Beim Kurs zwischen 65,58 bis 65,79 Dollar sammelte Agree 15.293 Aktien ein. Das gesamte Transaktionsvolumen lag bei gut 1 Millionen Dollar. Joey Agree ist seit  2009 bei dem Unternehmen und führt diesen seit 2013 als Vorstand.

Die Agree Realty Corporation ist ein börsennotierter Real Estate Investment Trust, der sich hauptsächlich mit dem Erwerb und der Entwicklung von Immobilien beschäftigt, die an branchenführende Einzelhandelsmieter vermietet werden. Zum 30. Juni 2020 besaß und betrieb das Unternehmen ein Portfolio von 936 Immobilien in 46 Staaten mit einer vermietbaren Bruttofläche von etwa 18,4 Millionen Quadratfuß.

Citigroup:

Die Aktie der US-amerikanischen Großbank Citigroup entwickelte sich zuletzt schwach. Seit Jahresbeginn liegen die Papiere immerhin 45% in der Verlustzone. Auf diesem Kursniveau langte der Director Lew Jacobs zu und sammelte 10.000 Aktien ein. Beim Kaufkurs von 44,09 Dollar je Anteilschein summierten sich die Käufe auf ein Volumen von 440.857 Dollar.

Bei der Citigroup brach der Gewinn im dritten Quartal zwar im Vergleich zum Vorjahr um 34 % auf 3,2 Milliarden Dollar ein, doch Analysten hatten Schlimmeres erwartet. Die Erträge der Bank sanken um 7 % auf 17,3 Milliarden Dollar. Die Citigroup meldete gestiegene Kreditkosten, profitierte aber ebenfalls von robustem Investment Banking. Zugleich gingen die Einnahmen aus dem globalen Privatkundengeschäft zurück. Dieses Geschäft litt unter gesunkenem Kreditkartenvolumen und niedrigen Zinserträgen. Im Investment Banking klingelte aber die Kasse. Die Citigroup meldete dort einen Ertraganstieg um 13 % auf 1,4 Milliarden Dollar, was vor allem dem lebhaften Aktienemissionsgeschäft geschuldet war. Die Einnahmen aus dem Anleihehandel stiegen hingegen um 18 % auf 3,8 Milliarden Dollar, das Aktiengeschäft wuchs um 15 % auf 875 Millionen Dollar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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