Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

kreditkarten

Discover Financial Services: Größter Kurssturz in einem Jahrzehnt lockt Führungsriege aus der Deckung. Firmeninsider nutzen Rücksetzer zum antizyklischen Einstieg (Foto: Teerasak Ladnongkhun/Shutterstock)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei noch junge Biotechnologiefirmen, die in der vergangenen Woche durch auffällige Insidertransaktionen aufgefallen sind:

PBF Energy:

Nachdem die Aktie des Öl-Konzerns PBF Energy von ihrem Januar-Hoch zweistellig an Wert abgab, nahm der Großaktionär Carso S.A. De C.V. Inversora seine Kaufserie wieder auf. Seit Mitte Januar erwarb der Investor über 1,06 Millionen Aktien bei Kaufpreisen zwischen 28,17 und 31 Dollar je Anteilschein. Für die Transaktionen musste der Firmeninsider gut 32 Millionen Dollar auf den Tisch legen.  Insgesamt kaufte der Großinvestor, ein mit dem Tycoon Carlos Slim verbundener Vermögensverwalter, seit November über 3,57 Millionen PBF-Papiere.

PBF Energy ist zusammen mit seinen Tochtergesellschaften in der Raffination und Lieferung von Mineralölprodukten tätig. Darüber hinaus bietet das Unternehmen verschiedene Bahn-, LKW- und Schiffsterminaldienstleistungen sowie Pipelinetransport- und Lagerdienstleistungen an. Im vergangenen Jahr gingen bei PBF Energy Umsätze in Höhe von 27,18 Milliarden Dollar und damit 24% mehr als im Vorjahr durch die Bücher. Im Gegenzug sackte der Gewinn allerdings von 416 auf 128 Millionen Dollar in den Keller.

Trinity Industries:

Bei dem Schienen-Konzern Trinity Industries fiel der Director Brand Boze mit signifikanten Aktienkäufen auf. Seit Anfang Januar erwarb der Firmeninsider 586.385 Aktien bei Preisen zwischen 20,37 und 21 Dollar je Stück. Damit hatten die Zukäufe ein Volumen von über 12 Millionen Dollar. Inzwischen hält Boze 25,47 Millionen Trinity Industries-Aktien und damit 20,4% aller Stimmrechte.

Trinity Industries ist ein amerikanischer Industriekonzern mit Sitz in Dallas. Die Gesellschaft produziert Güterwaggons, Gastanks, Leitplanken und Masten für Windkraftanlagen. Mit 34.295 produzierten Güterwagen besitzt Trinity einen Marktanteil von 41 % in Nordamerika. Seit der Übernahme von Big River Industries stellt Trinity außerdem Baumaterial und Zuschlagstoff für Beton her. Zuletzt lag der Jahresumsatz bei 2,5 Milliarden Dollar – beim Gewinn brachte es der Schienenspezialist auf 159 Millionen Dollar.

Discover Financial Services:

Bei der Aktie des Finanz-Konzerns Discover Financial Services kam es zu antizyklischen Insiderkäufen. Nach einer Gewinnwarnung sackten die Papiere des Konzerns um mehr als 10% in den Keller und verzeichneten damit den größten Tagesverlust seit einem Jahrzehnt. Die Betriebsausgaben für das gesamte Jahr könnten von 4,4 Milliarden Dollar im Jahr 2019 auf bis zu 4,9 Milliarden Dollar steigen. Die Vermarktung von Nicht-Karten-Produkten sowie ein neues digitales Girokonto verursachen ebenso höhere Kosten wie Investitionen in die Analytik-Software.

Kurz zum Geschäftsmodell: Discover Financial Services ist ein amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen, das die Discover Bank besitzt und betreibt und Giro- und Sparkonten, Privatdarlehen, Eigenheimkredite, Studentendarlehen sowie Kreditkarten anbietet. Das Unternehmen betreibt auch die Netzwerke Discover und Pulse und ist Eigentümerin des Diners Club International. Gemessen an den gültigen Karten ist Discover Card mit fast 50 Millionen Karteninhabern die drittgrößte Kreditkartenmarke in den Vereinigten Staaten.

Die Firmeninsider scheinen sich von den vorrübergehend höheren Ausgaben nicht abschrecken zu lassen und kaufen Aktien nach. Gleich drei Insider (Finanzvorstand, Rechtsvorstand und Vorstand) legten sich bei Kursen zwischen 73,84 und 74,12 Dollar 21.777 Anteile ins Depot. Der Gegenwert der Käufe lag insgesamt bei über 1,6 Millionen Dollar.

kreditkarten

Ohne Gebühren Geld abheben im Ausland? Das sind die TricksMit der richtigen Kreditkarte oder der heimischen Bankfiliale im Ausland sparen Reisende Gebühren, die sonst beim Geld abheben entstehen. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_1-31_WEB_Muehlhoff
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.