Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Top-Insidertransaktionen der Woche: Zahleiche Firmeninsider nutzen Kursdebakel bei Tech-Ikone IBM zum Einstieg. Aufspaltung des Konzerns könnte positive Impulse liefern (Foto: Laborant / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Raytheon Technologies Corp.:

Die Corona-Krise hat den frisch geschmiedeten Rüstungs-, Luftfahrt- und Technologiekonzern Raytheon Technologies auch im Sommer deutlich belastet. Im Gegensatz zum zweiten Quartal hielt sich das US-Unternehmen im dritten Jahresviertel aber immerhin in der Gewinnzone. Die Anleger straften die Aktie nach Präsentation der Geschäftszahlen dennoch ab und sorgten für einen deutlichen Kursrutsch. Geht es nach den Firmeninsidern, dann ist die Kursbewegung übertrieben und es eröffnen sich Kurschancen:

Immerhin erwarb der Vorstandsvorsitzende Gregory Hayes 55.000 Aktien zum Preis von 55 Dollar je Anteil (Kaufvolumen: 3,01 Millionen Dollar). Zudem kauften vier weitere Insider ebenfalls mehr als 30.000 Aktien. Bei einem Preis von 52,28 bis 55,20 Dollar pro Aktie beliefen sich diese Transaktionen auf insgesamt über 4,59 Millionen Dollar.

Raytheon Technologies Corporation ist ein multinationaler Mischkonzern mit Hauptsitz in Waltham (Massachusetts). Das Unternehmen entwickelt und produziert Technologie im Bereich der Verteidigung und der Luft- und Raumfahrt, darunter Flugzeugtriebwerke, Avionik, Cybertechnologie, Raketen, Luftverteidigungssysteme und Drohnen. Es ist eines der größten militärischen Auftragnehmer, welches einen erheblichen Teil seiner Einnahmen aus Regierungsaufträgen erzielt. Die Firma entstand 2020 aus der Fusion der beiden Unternehmen Raytheon und United Technologies. Durch die Zusammenlegung entstand eines der weltgrößten Luft- und Raumfahrtunternehmen.

IBM:

Auch bei der Technologieikone IBM führten die jüngst präsentierten Quartalszahlen zu deutlichen Abverkäufen, die gleich von mehreren Firmeninsidern zum Aufbau von Aktienpositionen genutzt wurden. Insgesamt schlugen sechs Manager zu und sammelten bei Kursen zwischen 107,50 und 112,92 Dollar in Summe 21.405 Aktien ein. Damit belief sich das Kaufvolumen auf über 2,34 Millionen Dollar.

Das IT-Urgestein IBM hat im dritten Quartal trotz boomender Cloud-Dienste weitere Einbußen verkraften müssen. In den drei Monaten bis Ende September sank der Umsatz im Jahresvergleich um knapp 3% auf 17,6 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg dennoch um 2% auf 1,7 Milliarden Dollar.

Der Konzern hatte zuletzt angekündigt, sein IT-Infrastruktur-Geschäft abzuspalten und eigenständig an die Börse zu bringen. Der Fokus soll in der Zukunft noch stärker auf dem Cloud-Geschäft liegen. IBM befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Konzernumbau hin zu neuen, wachstumsstärkeren Geschäftsfeldern. Neben den Cloud-Services zählen dazu beispielsweise auch Datenanalyse und künstliche Intelligenz.

Intel:

Mit Intel rückt ein weiterer Technologieriese ins Visier der Aktienkäufer. Beim Halbleiterhersteller hat der Vorstand Robert Swan nachgelegt und sich weitere 8.021 Aktien ins Depot gelegt. Beim Kaufkurs von 44,96 Dollar je Stück musste Swan insgesamt 360.624 Dollar für die Zukäufe auf den Tisch legen. Nach den Transaktionen hält der Firmenboss 309.844 Intel-Aktien.

Zuletzt musste der US-Konzern einen Rückschlag verkraften. Nach einem starken Wachstum im ersten Halbjahr gingen die Umsätze im dritten Quartal um 4% auf 18,3 Milliarden Dollar zurück. Unterm Strich blieb ein Gewinn von rund 4,3 Milliarden Dollar übrig – gut 28% weniger als ein Jahr zuvor.

Für das vierte Quartal rechnet Intel mit einem Gesamtumsatz von rund 17,40 Milliarden Dollar und damit leicht über den Markterwatungen von 17,36 Milliarden Dollar.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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