Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Amazon-Boss nutzt Kursrally und stößt milliardenschweres Aktienpaket ab. Operativ lief es bei dem Online-Händler zuletzt deutlich besser als erwartet. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei noch junge Biotechnologiefirmen, die in der vergangenen Woche durch auffällige Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Amazon:

Nach starken Quartalszahlen ging die Aktie des Online-Händlers Amazon zuletzt regelrecht durch die Decke. Seit dem Jahreswechsel verteuerten sich die Papiere um 15,48%. Das erhöhte Kursniveau nutzte der Firmenboss Jeff Bezos, um sich von größeren Aktienpaketen zu trennen. Seit Ende Januar veräußerte Bezos knapp über 2 Millionen Aktien. Bei Verkaufskurs zwischen 2019,57 bis 2051,70 Dollar je Anteil flossen ihm durch die Transaktionen beinahe 4,1 Milliarden Dollar zu.

Aber beachten Sie: Bezos hat die Verkäufe im Rahmen eines vorab vereinbarten Handelsplans getätigt. Unter dem Strich hält der Firmengründer immer noch fast 57 Millionen Aktien, was 12% aller Amazon-Stimmrechte entspricht. Im Jahr 2017 hatte Bezos angekündigt, dass er jedes Jahr Amazon-Aktien im Wert von 1 Milliarde Dollar verkaufen würde, um Blue Origin zu finanzieren, ein Raketenunternehmen, das zahlende Passagiere auf 11-Minuten-Flügen ins All schicken will. Zudem hat Bezos eine philanthropische Initiative „Day One Fund“ an den Start gesetzt, die obdachlose Familien unterstützt und Vorschulen finanziert. Ein Teil der Verkaufserlöse dürfte in die Stiftung fließen.

Für Amazon lief es operativ zuletzt glänzend: Die Umsätze kletterten im Weihnachtsquartal um mehr als ein Fünftel auf rund 87 Milliarden Dollar. Gleichzeitig legte der Nettogewinn um rund 10% auf 3,3 Milliarden Dollar zu und lag damit deutlich über den Analystenerwartungen (1,97 Milliarden Dollar).

Amyris: 

Auffällige Aktienkäufe gab es unterdessen bei dem Forschungskonzern Amyris. Dort erwarb der Director John Doerr 10,5 Millionen Aktien zum Kurs von 2,87 Dollar je Anteil. Damit belief sich der Transaktionswert auf immerhin 30,15 Millionen Dollar. Doerr hält nach dem Zukauf 42,7 Millionen Aktien des Unternehmens und damit 42,7% aller ausstehenden Firmenanteile.

Amyris ist als integriertes Unternehmen für erneuerbare Produkte tätig. Es wendet seine biowissenschaftlichen Lösungen an, um pflanzliche Zucker in Kohlenwasserstoffmoleküle, spezielle Inhaltsstoffe und Verbraucherprodukte umzuwandeln. Das Unternehmen liefert seine Produkte und Dienstleistungen in Märkten wie Spezial- und Hochleistungschemikalien, Aromen und Duftstoffe, Kosmetikinhaltsstoffe, Pharmazeutika und Nutrazeutika. Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag der Umsatz der Firma bei 63,6 Millionen Dollar und der Konzern verharrte tief in der Verlustzone (-230,2 Millionen Dollar).

Intel:

Nach starken Quartalszahlen griff der Director Alyssa Henry bei dem Halbleitergiganten Intel zu und erwarb erstmals ein großes Aktienpaket. Insgesamt kaufte Henry 15.400 Aktien. Bei einem Kurs von 64,88 Dollar je Stück musste der Firmeninsider knapp 1 Millionen Dollar für den Deal aufbringen.

Zuletzt knackte der Chipspezialist neue Rekorde. Allen Lieferschwierigkeiten und Sicherheitslücken zum Trotz: Intel hat im vierten Quartal 2019 mehr als 20 Milliarden US-Dollar bei fast 7 Milliarden Dollar Gewinn umgesetzt. Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich der Konzern zuversichtlich. Im ersten Quartal 2020 erwartet Intel einen Umsatz von 19 Milliarden Dollar und damit 18% mehr als im Vorjahr.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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