Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Großaktionär legt bei Mietwagenkonzern Avis Budget kräftig nach. Nach millionenschweren Aktienkäufen hält Firmeninsider SRS Investment Management bereits 26% aller Anteile (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Universal Logistics Holdings:

Einen signifikanten Aktienkauf gab es vor wenigen Tagen bei dem US-Konzern Universal Logistics Holdings. Der Director Matthew Moroun erwarb 1,471 Millionen Aktien zum Preis von 19,45 Dollar. Insgesamt summierte sich der Wert der Transaktionen auf 28,61 Millionen Dollar. Mit dem Zukauf erhöhte der Firmeninsider seinen Aktienbestand um 11,4% auf inzwischen 14,302 Millionen Aktien. Moroun kennt sich im Logistiksektor bestens aus und ist bei diversen Familienunternehmen aus dem Logistikbereich mit größeren Aktienpaketen positioniert.

Universal Logistics Holdings bietet Transport- und Logistiklösungen in den Vereinigten Staaten, Mexiko, Kanada und Kolumbien an. Das Unternehmen transportiert verschiedene Waren, darunter Autoteile, Maschinen, Baumaterialien, Papier, Lebensmittel, Konsumgüter, Möbel, Stahl und andere Metalle. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Mehrwertdienste für individuelle Kundenanforderungen, einschließlich Materialhandling, Lagerhaltung und Leihcontainer-Management an.

Im dritten Quartal erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 365 Millionen Dollar einen Nettogewinn in Höhe von 14 Millionen Dollar.

Avis Budget:

Auch bei dem Autovermieter Avis Budget Group legte ein bereits massiv investierter Firmeninsider nach und sammelte weitere Aktien ein. Insgesamt erwarb der Großaktionär SRS Investment Management 127.558 Aktien. Bei Kaufkursen zwischen 38,38 und 39,20 Dollar je Aktie belief sich der Transaktionswert auf 4,95 Millionen Dollar. Damit setzt SRS Investment Management seine Kaufserie weiter fort. Seit Mai hat der Investor über 2,2 Millionen Avis-Aktien eingesammelt. Inzwischen beläuft sich sein Aktienbestand auf 18,43 Millionen Aktien, was 26,4% aller ausstehenden Stimmrechte entspricht.

Die Avis Budget Group ist die US-amerikanische Muttergesellschaft der Mietwagenunternehmen Avis, Budget und Zipcar. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Parsippany-Troy Hills, New Jersey. Im Jahresverlauf hat die Covid-19-Pandemie die Reisebranche und insbesondere die Fahrzeugvermietung hart getroffen. Tatsächlich geriet Hertz aufgrund der Finanzierung seiner massiven Fahrzeugflotte so sehr unter Druck, dass es gezwungen war, Insolvenzschutz zu beantragen, während die Aktien von Avis langsam aber sicher wieder auf das Niveau vor der Pandemie geklettert sind.

Avis verzeichnete im dritten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang von 44 %, konnte aber seine Flotte durch den Verkauf von über 100.000 Fahrzeugen weltweit verkleinern und Kosten in Höhe von rund 1 Milliarde Dollar abbauen. Damit stieg die Summe der Kosteneinsparungen im bisherigen Jahresverlauf auf 2 Milliarden Dollar. Dank der aggressiven Kostensenkungen erwirtschaftete Avis im dritten Quartal auch einen positiven Cashflow aus dem operativen Geschäft.

Sinclair Broadcast Group:

Beim US-Medienkonzern Sinclair Broadcast Group ging es zuletzt mit dem Aktienkurs steil nach oben. Seit Ende Oktober kletterten die Papiere von unter 17 auf über 28 Dollar. Auf diesem Niveau gab es den ersten Aktienkauf eines Firmeninsiders seit März. Der Vice President Frederick Smith kaufte zum Kurs von 28,72 Dollar 300.000 Aktien. Für die Zukäufe musste Smith immerhin 8,61 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Mit den Aktienkäufen hat der Firmeninsider seine Position auf insgesamt 449.000 Aktien verdreifacht.

Die Sinclair Broadcast Group ist ein US-amerikanisches Medienunternehmen mit Sitz in Hunt Valley. Mit 179 Fernsehsendern ist das Unternehmen eines der größten Rundfunkunternehmen in den USA und erreicht gut ein Drittel aller US-Haushalte. Im dritten Quartal gingen bei dem Konzern Umsätze 1,53 Milliarden Dollar durch die Bücher. Allerdings rutschte das Ergebnis auf Grund einer 4,23 Milliarden Dollar schweren Abschreibung ins Minus (-3,25 Milliarden Dollar). Sinclair zahlte im August 2019 für 21 regionale Sportsender, die einst zu Fox gehörten, 9,6 Milliarden Dollar. Diese Vermögenswerte wurden nun in ihrem Wertansatz deutlich reduziert.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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