Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Microsoft Office RED – shutterstock_378801814 dennizn

Insidertransaktionen der Woche: Starkes Sentiment bei Kosmetikhersteller Coty hält an. Vorstand legt trotz deutlich höherem Aktienkurs mit millionenschweren Käufen nach (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Zillow:

Bei dem Online-Immobiliendatenbankunternehmen Zillow setzt sich die positive Stimmung unter den Firmeninsidern weiter fort. Der Director Jay C. Hoag hat wiederholt große Aktienpakete erworben, dieses Mal aber zu deutlich höheren Preisen als im November und Dezember 2018. Damals kaufte er Aktien zwischen 26,97 und 36,30 Dollar, jetzt musste er Preise zwischen 41,20 und 42,04 Dollar je Anteilsschein zahlen. Die Käufe waren ausgesprochen signifikant. Insgesamt legte sich Hoag 2,09 Millionen Aktien in das Depot. Hoag ist Mitbegründer von Technology Crossover Ventures, einer Private-Equity- und Venture-Capital-Firma, die für ihren frühen Investments in Facebook und Netflix bekannt ist.

Zillow ist ein Online-Immobiliendatenbankunternehmen, das 2006 von ehemaligen Microsoft-Führungskräften und Gründern des Microsoft Spin-offs Expedia Rich Barton und Lloyd Frink im Jahr 2006 gegründet wurde. Die Dienstleistungen konzentrieren sich auf verschiedene Phasen des Lebenszyklus eines Hauses, einschließlich Miete, Kauf, Verkauf und Finanzierung.

Das Portfolio der Verbrauchermarken des Unternehmens umfasst Immobilien- und Mietmarktplätze wie Zillow, Trulia, Mortgage Lenders of America, StreetEasy, HotPads, Naked Apartments, RealEstate.com und Out East. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Zillow bei einem Umsatz von 1,33 Milliarden Dollar einen Verlust von 120 Millionen Dollar.

Microsoft Office RED – shutterstock_378801814 dennizn

Die 10 reichsten Selfmade-Milliardäre der WeltDie Top 10 der Selfmade-Milliardäre haben ihr Geld vor allem erfolgreichen Firmengründungen zu verdanken. › mehr lesen

Coty:

Ein starkes Kaufsignal gab es auch bei den Aktien des Parfüm- und Kosmetikkonzerns Coty. Obwohl sich die Papiere seit Jahresbeginn annähernd verdoppelt haben, sind unverändert massive Aktienkäufe zu beobachten. Nachdem Anfang Mai bereits sechs verschiedene Firmeninsider zugegriffen und bedeutende Aktienpakete erworben haben, ist es Ende Mai zu wiederholten Transaktionen durch den Director Pater Harf gekommen. Harf hat sich nochmals fast 1,27 Millionen Aktien zugelegt. Bei Preisen zwischen 12,85 und 13,05 Dollar pro Aktie kostete ihn das mehr als 16,43 Millionen Dollar.

Coty unterteilt sein Geschäft in drei Hauptsegmente: Konsumgüter, Luxusgüter und professionelle Produkte. Im Laufe des Quartals entfielen 37% des Umsatzes auf Luxusprodukte, 42% auf Konsumgüter und 21% auf professionelle Schönheitsprodukte. Im letzten Jahr war die Aktie stark unter Druck gekommen und hat fast 70% an Wert eingebüßt.

Vor allem der zunehmende Wettbewerb durch eigenständige Kosmetikketten wie Ulta Beauty und LVMH’s Sephora sowie die hohe Verschuldung des Konzerns nach der Übernahme der Kosmetikmarken von P&G in 2016 drückten auf die Stimmung der Anleger. In diesem Jahr erlebte die Aktie eine massive Trendumkehr, nachdem der deutsche Mischkonzern JAB Holding Ende April die Mehrheit an dem Kosmetikhersteller übernahm und ihren Anteil von 40% auf 60% erhöhte.

Intrexon Corporation:

Bei dem Biotechnologieunternehmen Intrexon Corporation ist der Vorstand Kirk Randal weiter auf der Käuferseite unterwegs. Auf Sicht der letzten 12 Monate hat die Aktie beinahe 70% an Wert eingebüßt. Kirk Randal wittert darin offenbar eine Kaufchance und stockt seine Beteiligung nochmals deutlich auf. Randal erwarb mehr als 825.000 Aktien bei Preisen zwischen 4,68 und 4,79 Dollar pro Aktie. Damit investierte der Vorstand  die Gesamtsumme von beinahe 3,92 Millionen US-Dollar. Inzwischen hält Randal 17,82 Millionen Aktien, was mehr als 11% der gesamten Stimmrechte des Konzerns entspricht.

Die Intrexon Corporation ist ein amerikanisches Biotechnologieunternehmen, dessen Vorsitzender und CEO Randal J. Kirk ist. Intrexon verfügt über eine große Pipeline von Produkten sowohl im Gesundheitswesen zur Behandlung von Krebs als auch in der Biotechnologie, wo es Technologien für ein breites Anwendungsspektrum entwickelt, einschließlich der Verhinderung von Bräunungen bei Äpfeln.

Mit den letzten Quartalszahlen enttäuschte Intrexon seine Anleger. Der Umsatz ging um 41,2% im Jahresvergleich auf 23,3 Millionen Dollar zurück und lag 8,82 Millionen Dollar unter den Analystenerwartungen. Der Verlust von 40 Cent je Aktie lag ebenfalls deutlich (8 Cent) unter den Prognosen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_1-31_WEB_Muehlhoff
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.