Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Tschechischer Milliardär rückt Sportschuhhändler Foot Locker auf die Pelle. US-Konzern wappnet sich gegen möglichen Übernahmeversuch mit Giftpille (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

GameStop:

Die Aktie von GameStop, einem Spezialisten für Unterhaltungselektronik und Videospiele, ging im zurückliegenden Jahr förmlich durch die Decke. Alleine in den letzten sechs Monaten kletterten die Papiere um 379% nach oben. Trotz des erhöhten Kursniveaus legte jetzt einer der Firmeninsider nach. Das waren die ersten Aktienkäufe seit April. Insgesamt erwarb der Großaktionär Ryan Cohen bei Kursen zwischen 14,77 und 15,97 Dollar 1,22 Millionen Aktien. In Summe musste Cohen für die Zukäufe mehr als 19 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Durch die Käufe erhöhte sich Cohens Aktienbestand auf insgesamt 9 Millionen Anteilsscheine, was 13,8% aller Stimmrechte der Firma entspricht.

Der US-Konzern GameStop ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware. Sie hat ihren Sitz in Grapevine, Texas und betreibt mehr als 7.535 Filialen in 18 Ländern, über 1.200 davon in Europa. Neben dem Einzelhandelsketten vertreibt das Unternehmen auch das Computerspielmagazin Game Informer.

Auch wenn der Aktienkurs zuletzt auf Grund der Markteinführung neuer Spielekonsolen stark anzog, die operative Entwicklung war eher schwach. Im zurückliegenden Quartal sackten die Umsätze um 30% auf 1 Milliarde Dollar in den Keller. Unter dem Strich stand ein Verlust von 19 Millionen Dollar in den Büchern.

Foot Locker:

Beim Sportschuheinzelhändler Foot Locker legte zuletzt ebenfalls ein Firmeninsider kräftig nach. Der Großaktionär Vesa Equity Investment setzte seine im November gestartete Kaufserie fort und erwarb im Dezember über 2,2 Millionen Aktien. Bei Kaufpreise zwischen 37,57 und 38,94 Dollar je Aktie summierte sich der Wert der Transaktionen auf über 84 Millionen Dollar. Inzwischen hält der Vesa Equity Investment 12,93 Millionen Foot Locker-Papiere. Das entspricht rund 11,8% aller ausstehenden Aktien.

Vesa Equity ist eine Holdinggesellschaft, die im Besitz und unter der Kontrolle von Daniel Kretinsky ist, einem tschechischen Milliardär und Anwalt, der ein aggressiver, bekannter aktivistischer Investor ist, der als “tschechische Sphinx” bezeichnet wird. Kretinksy hat kontrollierende oder bedeutende Beteiligungen an Unternehmen in ganz Europa erworben. Er schnappte sich auch einen 5,35%igen Anteil an der Royal Mail, dem Postdienst in Großbritannien, und kaufte im Mai 5% der Aktien des US-Einzelhändlers Macy’s auf. Zuletzt hatte Foot Locker auf die Anteilserhöhung reagiert und eine sogenannte Giftpille eingeführt, um sich gegen eine mögliche Übernahme durch Kretinsky zu schützen.

Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete Foot Locker einen Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn in Höhe von 265 Millionen Dollar.

IQVIA Holdings:

Bei dem Auftragsforschungsunternehmen IQVIA Holdings gab es ebenfalls einen signifikanten Aktienkauf eines Firmeninsiders zu beobachten. Der Director John Danhakl sammelte 63.451 Aktien zum Preis von 176,95 Dollar je Anteil ein. Insgesamt hatten die Aktienkäufe einen Gegenwert von 11,2 Millionen Dollar. Mit den Zukäufen erhöhte Hakl seinen Aktienbestand um knapp 86% auf inzwischen 137.410 Aktien.

IQVIA Holdings bietet fortschrittliche Analytik, Technologielösungen und Auftragsforschungsdienstleistungen für die Life-Science-Industrie in Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum. Im zurückliegenden Quartal verharrten die Umsätze mit 2,78 Milliarden Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartal. Zeitglich kletterte allerdings der Gewinn deutlich um 83% auf 110 Millionen Dollar nach oben.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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