Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Gleich zwei Erdölkonzerne stehen auf der Kaufliste ganz weit oben. Hier sammeln die Firmengründer millionenschwere Aktienpakete ein. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Continental Resources:

Bei dem US-amerikanischen Erdölkonzern Continental Resources legte der Gründer und Vorstand Harold Hamm nach und hat weitere große Aktienpakete eingesammelt. Seit Ende Februar erwarb Hamm 1,675 Millionen Aktien bei Kursen zwischen 42,85 und 44,54 Dollar. Insgesamt kosteten den Firmenboss die Zukäufe über 73 Millionen Dollar. Damit hat Hamm seinen Aktienbestand nahezu verdoppelt und hält inzwischen 3,418 Millionen Papiere des Konzerns.

Der Vorstand hat übrigens eine absolute Bilderbuchkarriere hingelegt. Hamm wuchs als dreizehntes und jüngstes Kind einer armen Landpächter-Familie in Oklahoma auf. Er begann als Tankwart, belieferte später Ölfirmen mit Nachschub mit einer eigenen Servicefirma, bevor er 1967 begann, selbst nach Öl zu bohren. Seine geologischen Kenntnisse hatte er sich aus Büchern, Gesprächen mit seinen Kunden und einigen College-Kursen besorgt. Einen Universitätsabschluss kann er nicht vorweisen, für die Schule fand er wenig Zeit, weil er seinen Eltern bei der Ernte helfen musste.

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Heute hält er ein fast 160 Millionen Dollar schweres Aktienpaket an dem Erdölförderer Continental Resources. Der Konzern besitzt große Schieferöllagerstätten in der Akken-Formation in North Dakotas und Montanas. Im letzten Jahr erzielte der Erdölspezialist bei einem Umsatz von 4,71 Milliarden Dollar einen Gewinn in Höhe von 988 Millionen Dollar.

Kinder Morgan:

Mit Kinder Morgan steht ein weiterer Erdöl- und Erdgasspezialist auf der Kaufliste der Firmeninsider. Kinder Morgan betreibt 135.000 km Erdgas- und Erdöl-Pipelines und etwa 180 Tanklager in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen wurde von Richard Kinder gegründet und entstand 1997 als Spin-Off von Enrons Pipelinegeschäft. Zu Kinder Morgan gehören die Tochterunternehmen Kinder Morgan Energy Partners, Kinder Morgan Management und El Paso Pipeline Partners. Kinder Morgan ist außerdem der führende Lieferant von Kohlendioxid für die tertiäre Ölgewinnung in Nordamerika.

Zuletzt stockte der Firmengründer Richard Kinder weiter seinen Bestand auf. Seit Anfang März erwarb Kinder 807836 Aktien im Gegenwert von rund 16 Millionen Dollar (Kaufkurs zwischen 19,30 bis 19,89 Dollar je Aktie). Zugleich gab es einen weiteren Kauf eines Direktors über knapp 50.000 Dollar.

Revlon:

Bei dem Kosmetikriesen Revlon zeigt sich der Großaktionär Ronald O. Perelman unverändert zuversichtlich und sammelt weiter Aktien ein. Nach den massiven Käufen vor gut zwei Wochen, legte Perelman nach und erwarb in der zurückliegenden Woche weitere 150.000 Aktien zwischen 50,53 und 21,58 Dollar. Insgesamt kosteten ihn die Transaktionen 3,187 Millionen Dollar. Inzwischen hält der Firmeninsider und Großanleger 45,853 Millionen Revlon-Aktien und kontrolliert damit über 86% aller Stimmrechte.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr musste Revlon einen Umsatzrückgang von 4,7% verkraften. Unter dem Strich verharrte der US-Kosmetikspezialist mit 294 Millionen Dollar in der Verlustzone.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.