Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Gegenläufige Aktiengeschäfte bei Amerikas größter Bank. Nach Verkaufsserie stemmt sich ein Direktor gegen den Trend und sammelt erste Aktien ein. (Foto: Slava2009 / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Kinder Morgan:

Bei dem Ölspezialisten Kinder Morgan können Sie weiterhin massive Aktienkäufe des Firmengründers Richard D. Kinder beobachten. Nach erneut kräftigen Zukäufen in der vergangenen Woche summieren sich die Transaktionen seit Anfang April auf 852.839 Aktien. Bei Kaufkursen zwischen 19,64 bis 19,75 Dollar musste Kinder für die Aktienkäufe gut 17 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Inzwischen hält der Firmengründer 239,57 Millionen Kinder Morgan-Aktien und kontrolliert damit rund 10,5% aller Stimmrechte.

Kinder Morgan betreibt 135.000 km Erdgas- und Erdöl-Pipelines und etwa 180 Tanklager in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen wurde von Richard Kinder gegründet und entstand 1997 als Spin-off von Enrons Pipelinegeschäft. Zu Kinder Morgan gehören die Tochterunternehmen Kinder Morgan Energy Partners, Kinder Morgan Management und El Paso Pipeline Partners. Kinder Morgan ist außerdem der führende Lieferant von Kohlendioxid für die tertiäre Ölgewinnung in Nordamerika. Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei dem Konzern Umsätze in Höhe von 14,14 Milliarden Dollar durch die Bücher. Dabei blieb ein Gewinn von 1,60 Milliarden Dollar hängen.

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JPMorgan Chase & Co.:

Bei der US-amerikanischen Bank JPMorgan waren zuletzt die Verkäufer in der Überzahl. Mitte April trennten sich zahlreiche Firmeninsider von größeren Aktienpaketen. Der Direktor Mellody L. Hobson stemmt sich jetzt allerdings gegen den Trend und sammelte 19.700 Aktien ein. Der Transaktionswert belief sich bei Kaufkursen zwischen 111,02 und 114,26 Dollar auf knapp 2,2 Millionen Dollar.

Zuletzt hat die größte US-Bank im ersten Quartal mit 9,2 Milliarden Dollar einen Rekordgewinn eingefahren. Für Sie zum Vergleich: Das entspricht einem Plus von 5% im Vergleich zum Vorjahresquartal und ist 24-mal so viel wie die Deutsche Bank im gesamten Jahr 2018 verdient hat.

Mit den Quartalszahlen übertraf JP Morgan die Erwartungen der Analysten. Lediglich das Handelsgeschäft schwächelte im ersten Quartal erwartungsgemäß, während das Zinsgeschäft – dank der zuletzt gestiegenen Leitzinsen in den USA – sowie die Beratung von Firmenkunden bei Börsengängen, Fusionen und Übernahmen und die Emission von Wertpapieren hervorragend liefen.

Conagra Brands

Bei Conagra Brands zeigten sich zwei Firmeninsider zuversichtlich und legten sich 30.153 Aktien im Gegenwert von 348.000 Dollar ins Depot. Aber beachten Sie, dass ein anderer Direktor letzte Woche auch Aktien im Wert von fast 604.000 Dollar verkauft hat.

Conagra Brands ist ein US-amerikanischer Lebensmittelkonzern, der mit seinem Portfolio zu den größten Lebensmittelfabrikanten auf dem US-Markt gehört. Der Konzern produziert eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensmittel und vermarktet diese in Supermarktketten, Restaurants und Fast Food-Imbissen sowie über Cateringunternehmen. Das Portfolio umfasst verschiedene Öle und Saucen, Tiefkühl- und Fleischgerichte, Pasta, Trinkschokoladen oder Marmeladen. Hinzu kommt ein Sortiment verschiedener getrockneter Gewürze, abgepackten Fleisch und Käse sowie unterschiedliche Produkte aus dem Biolebensmittelbereich.

In 2018 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 7,93 Milliarden Dollar einen Jahresgewinn in Höhe von 808 Millionen Dollar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.