Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Coronaviruskrise sorgt für bullisches Insidersentiment: Erstmals seit 10 Jahren mehr Aktienkäufe als Verkäufe. Aktivist Carl Icahn legt bei taumelnden Mietwagen-Riesen Hertz nach und kauft für 84 Millionen Dollar Aktien (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Zuletzt kam es im Zuge der Coronavirus-Krise erstmals seit 10 Jahren an der  Wallstreet zu mehr Aktienkäufen als Verkäufen. In der vergangenen Woche kauften Unternehmensinsider insgesamt 682,8 Millionen Dollar an Aktien. Die Käufe stiegen von nur 278,6 Millionen Dollar in der Vorwoche und übertrafen die gesamten Insiderverkäufe von 668,5 Millionen Dollar.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Hertz Holdings:

Im Zuge der anhaltenden Panikstimmung an den Aktienmärkten im Zuge der fortschreitenden Verbreitung des Coronavirus, gingen vor allem Aktien von Touristikunternehmen und auch Mietwagenfirmen in die Knie. Die Papiere des Autovermieters Hertz rauschten auf Vierwochensicht um 60% in den Keller.

Der Großaktionär und aktivistische Investor Carl Icahn wittert auf diesem Kursniveau offenbar mehr Chancen als Risiken und legte kräftig nach. Bei Kursen zwischen 6,99 und 8,06 Dollar erwarb Icahn über 11,4 Millionen Aktien. Der Transaktionswert belief sich auf rund 85 Millionen Dollar. Nach den Zukäufen hält der Großinvestor 55,34 Millionen Aktien, was rund einem Drittel aller Stimmrechte von Hertz entspricht. Bislang zahlten sich die Nachkäufe allerdings noch nicht aus. Am Montag rauschte die Aktie nochmals um 25% in die Tiefe und schloss bei 6,11 Dollar deutlich unter dem Kaufniveau von Icahn.

The Hertz Corporation ist der weltweit größte Mietwagenkonzern. Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag der Umsatz bei 9,77 Milliarden Dollar. Im Zuge der „Corona-Krise“ müssen sich Anleger in diesem Jahr allerdings auf einen massiven Einbruch einstellen.

Transdigm Group:

Bei dem Teilelieferanten für die Luft- und Raumfahrtindustrie Transdigm Group nutzten gleich zwei Direktoren den Rücksetzer für Aktienkäufe. In den letzten Tagen kauften Robert J Small und William Dries 518.100 Aktien. Bei Kursen zwischen 406,71 und 488,75 Dollar belief sich der Gegenwert der Zukäufe auf immerhin auf 233 Millionen Dollar.

Transdigm ist auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Systemen und Komponenten für die Luft- und Raumfahrt spezialisiert. Einsatz finden die produzierten Produkte dabei in nahezu allen kommerziellen und militärischen Flugzeugen. Etwa 55% der Umsätze werden im Aftermarket erzielt, und etwa 90% der Erlöse entfallen auf Eigenprodukte, an denen man das Design besitzt. Darüber hinaus stammen rund 80% des Umsatzes von Produkten, für die Transdigm der alleinige Lieferant ist.

Im letzten Geschäftsjahr erzielte der Konzern bei 5,22 Milliarden Dollar Umsatz einen Jahresgewinn in Höhe von 890 Millionen Dollar.

Mohawk Industries:

Bei dem US-amerikanischen Hersteller von Bodenbelägen Mohawk Industries hat der Firmeninsider Flip Balcaen seinen Aktienbestand nochmals deutlich (um 22%) aufgestockt. Bei Kursen zwischen 99,67 und 109,37 Dollar erwarb Balcaen 202.000 Aktien. Für seine Zukäufe musste der Direktor über 20,6 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Inzwischen hält Balcaen 1,10 Millionen Aktien und besitzt damit 1,37% aller ausstehenden Stimmrechte der Firma.

Mohawk Industries ist ein amerikanischer Bodenbelag Hersteller mit Sitz in Calhoun , Georgia. Mohawk produziert Bodenbelag Produkte für private und gewerbliche Anwendungen in Nordamerika und privaten Anwendungen in Europa. Das Unternehmen stellt weiche Bodenbeläge (Teppich und Teppichen), harte Bodenbeläge (Fliesen, Naturstein und Parkett), Laminatböden , Vinyl und Luxus Vinylfliesen her. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 37.800 Mitarbeiter.

Bei einem Jahresumsatz von 9,9 Milliarden Dollar erzielte Mohawk Industries im letzten Geschäftsjahr eine Gewinnmarge von 7,46%.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.