Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Aktie des gebeutelten Kreuzfahrtriesen Carnival lockt Investoren an. Firmeninsider und saudischer Staatsfonds kaufen millionenschwere Aktienpakete (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Carnival:

Kaum eine Branche hat es im Zuge der Corona-Krise so stark erwischt die  Tourismusbranche, allen voran die Anbieter von Kreuzfahrtreisen. Auch die Aktie des Weltmarktführers Carnival kam kräftig unter die Räder und verlor, trotz der jüngsten Erholung, seit Jahresbeginn rund 78% an Wert. Auf Grund der hohen Fixkosten und der ausbleibenden Umsätze schaltete der Konzern zuletzt in den Krisenmodus. Über die Ausgabe von Anleihen und neuen Aktien holte sich Carnival frisches Kapital in die Firma.

Bei einem Kurs von 8 Dollar gab Carnival neue Aktien. Der Director Randall Weisenburger zeigte seine Zuversicht, in dem 1.25 Millionen Aktien zeichnete und dafür immerhin 10 Millionen Dollar auf den Tisch legte. Mit dem Zukauf erhöhte er seinen Aktienbestand massiv – Weisenburger hielt vorher „nur“ 100.000 Carnival-Papiere. Zudem stieg der saudische Staatsfonds PIF ein und sicherte sich 8% aller Carnival-Stimmrechte.

Operativ ist weiterhin wenig Besserung in Sicht. Am Ostermontag teilte das Unternehmen mit, dass die Carnival Cruise Line im Zuge der Corona-Krise weitere Kreuzfahrten stornieren wird: Alle Touren bis zum 27. Juni 2020 sind nun abgesagt. Bislang galt die Pause bis Ende Mai.

Simply Good Foods:

Beim US-Konzern Simply Good Foods kauften gleich mehrere Firmeninsider größere Aktienpakete. Insgesamt erwarben fünf verschiedene Aufsichtsratsmitglieder 68.000 Aktien bei Kursen zwischen 15,97 und 16,86 Dollar. Die Käufe hatten einen Gegenwert von 893.195 Dollar. Damit nutzten die Insider das deutlich gesunkene Kursniveau – seit Jahresbeginn notieren die Papiere rund 40% in der Verlustzone.

Atkins hat sich auf Tiefkühlkost für Kunden spezialisiert, die abnehmen wollen . Atkins entwickelte sich in den vergangenen 45 Jahren zwischenzeitlich zu einem Kult. Der Ansatz konzentriert sich auf wenige Kohlenhydrate. Dafür wird der Schwerpunkt auf Fleisch, Ballaststoffe, Obst und Gemüse gelegt. Vermarktet werden die Mahlzeiten in ­Supermärkten, Drogerien, Klubgeschäften, Tankstellen und Online.

Mit einem Gewinn von 23 Cent je Aktie verzeichnete der Lebensmittelkonzern ein Wachstum von 53% zum Vorjahresquartal und lag damit immerhin 27% über den Schätzungen der Analysten. Insgesamt gingen im zurückliegenden Quartal Umsätze von 227,1 Millionen Dollar durch die Bücher, was 3,37% über den Schätzungen lag.

Opko Health:

Bei dem US-Gesundheitskonzern Opko Health zeigt sich der Firmenboss Phillip Frost unverändert zuversichtlich und baut seine Aktienposition weiter aus. Seit dem Jahreswechsel hat sich die Aktie deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt und liegt sogar minimal in der Gewinnzone. Allein im April kaufte Frost 1,59 Millionen Aktien bei Kursen zwischen 1,16 und 1,28 Dollar (Gegenwert: 1,94 Millionen Dollar). Seit Anfang Januar hat der Firmenboss beinahe 20 Millionen Aktien eingesammelt. Inzwischen hält Frost 188,72 Millionen Opko Health-Papiere und kontrolliert damit 46,8% aller Stimmrechte.

Opko Health ist ein Gesundheits-Unternehmen, das im Diagnostik- und Pharmageschäft tätig ist. Das Segment Diagnostics betreibt ein klinisches Labor, das Laboruntersuchungen zur Erkennung, Diagnose, Bewertung, Überwachung und Behandlung von Krankheiten anbietet. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete Opko Health Umsätze in Höhe von 901,9 Milliarden Dollar. Allerdings verharrt der Konzern weiterhin in der Verlustzone (-314 Millionen Dollar).

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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