Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Finanzvorstand und renommierter Hedgefonds greifen bei US-Videospielekonzern GameStop zu (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

JPMorgan:

Die Berichtssaison in den USA ist gestartet und traditionell gehörten die Banken zu den ersten Firmen, die ihre Geschäftszahlen präsentiert haben. Die jüngsten Zahlen haben deutlich gemacht, dass sich die Großbanken für drohende Kreditausfälle wappnen. So legte sich JPMorgan wegen der Corona-Pandemie einen Sicherheitspuffer in Höhe von rund 8,3 Milliarden Dollar für ausfallbedrohte Kredite an – rund fünfeinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Zudem ließen die niedrigen Zinsen in den USA den Zinsüberschuss zusammenschmelzen. Entsprechend stark waren die Auswirkungen auf den Gewinn, der um rund 70% auf 2,9 Milliarden Dollar in den Keller sackte.

Das störte den Director Stephen Burke wenig, der zum Kurs von 87,99 Dollar seine erste Aktientransaktion überhaupt tätigte. Insgesamt erwarb der Firmeninsider 75.000 Aktien und legte dafür 6,59 Millionen Dollar auf den Tisch.

Morgan Stanley:

Auch bei der US-Bank Morgan Stanley nutzte ein Firmeninsider das ermäßigte Kursniveau und legte sich 19.000 Aktien bei einem Kurs von 38,68 Dollar ins Depot. Der Direktor Stephen Luczo setzt damit seine Kaufserie fort. Seit dem beginnenden Kurseinbruch Mitte Februar kaufte er insgesamt 119.000 Morgan Stanley-Papiere zwischen 38 und 53 Dollar.

Auch bei Morgan Stanley hinterließ die Pandemie zuletzt Bremsspuren. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel der Gewinn im letzten Quartal um rund 30% auf 1,7 Milliarden Dollar. Der Finanzkonzern konnte zwar starke Zugänge im Handelsgeschäft mit Wertpapieren verbuchen, da viele Kunden angesichts der jüngsten Börsenturbulenzen ihre Portfolios umschichteten. Allerdings mussten wegen der Krise und der befürchteten Rezession Bilanzrisiken neu bewertet und hohe Rückstellungen für eine drohende Welle fauler Kredite gebildet werden. Dies drückte deutlich auf das Ergebnis.

GameStop Corp.:

Der US-Videospielekonzern GameStop konnte sich seit Ausbruch der Krise hingegen deutlich stabiler entwickeln als der Gesamtmarkt. Seit dem 20. Februar liegen die Papiere mit 35% im Gewinn, während sich der breite Markt trotz der jüngsten Erholungsbewegung weiterhin deutlich in der Verlustzone befindet.

Bei GameStop griff der Finanzvorstand zu und erhöhte seine Aktienbeteiligung um 25.000 Stücke. Bei einem Kaufkurs von 4,52 Dollar je Anteil ergibt sich damit ein Transaktionswert von 112.910 Dollar. Nach dem Kauf hält der Finanzboss George Sherman 1,12 Millionen Aktien und damit rund 1,6% aller ausstehenden Stimmrechte. In den vergangenen Monaten hat zudem der bekannte Short-Investor Michael Burry signifikant GameStop-Aktien hinzugekauft (1,05 Mio. Stück). Burry wurde mit hochprofitablen Geschäften während der Finanzkrise berühmt. In GameStop hält er inzwischen 3,4 Millionen Aktien.

Zum 1. Februar 2020 betrieb das Unternehmen 5.509 Läden in 14 Ländern mit Videospielen- und zubehör. Zuletzt erwirtschaftete der Konzern einen Jahresumsatz von 6,46 Milliarden Dollar.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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