Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Insidertransaktionen der Woche. Holdinggesellschaft der singapurischen Regierung steigt zum größten Einzelaktionär bei US-Telekommunikationskonzern auf (Foto: Maly Designer / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Centurylink:

Massive Insiderkäufe gab es bei dem US-Telekommunikationskonzern Centurylink. Temasek Holdings, die Holdinggesellschaft der singapurischen Regierung, stockte ihre Beteiligung deutlich auf. Insgesamt kaufte Temasek 12,65 Millionen Aktien bei einem Kurs zwischen 16,42 und 17,41 Dollar. Damit investierte die Holdinggesellschaft über 215 Millionen Dollar in den US-Konzern. Mittlerweile hält der Investor 123 Millionen Aktien der Gesellschaft. Das entspricht 12,3% aller Unternehmensanteile und macht Temasek damit zum größten Einzelaktionär der Gesellschaft.

Erst kürzlich gab Centurylink den Rücktritt seines Vorstandes Glen Post bekannt, der in den Ruhestand gehen wird. Ursprünglich war der Schritt erst acht Monate später erwartet worden. Die Aktie reagierte negativ auf die Nachrichten, zog aber im Nachgang nach den „Insidertransaktionen“ auf über 17,31 Dollar an.

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International Flavors & Fragrances:

Bei dem US-Unternehmen International Flavors & Fragrances stockt der Großaktionär Winder Investment ebenfalls seine Beteiligung weiter auf. Bei einem Kurs zwischen 134,02 und 134,85 Dollar kaufte der Investor über 240.000 Aktien. Insgesamt musste Winder dafür über 32 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Bei Winder Investment handelt es sich auch um eine in Singapur ansässige Holdinggesellschaft. Momentan hält der Investor mit 10,66 Millionen Aktien 13,2% aller ausstehenden Papiere des Unternehmens.

Auch wenn Sie den US-Konzern International Flavors & Fragrances noch nie gehört haben – die Produkte kennen Sie in jedem Fall. Das Unternehmen gehört nämlich zu den weltgrößten Herstellern von Duft- und Aromastoffen. Auch bekannte Marken wie Emporio Armani, Hugo Boss oder Clinique werden von dem Konzern hergestellt. Zuletzt erzielte die Gesellschaft bei einem Jahresumsatz von 3,39 Milliarden Dollar eine Gewinnmarge von 8,7% (296 Millionen Dollar).

Opko Health:

Der Aktienkurs von dem in Miami ansässigen Diganostik- und Pharmaunternehmen gleicht einem Trauerspiel. Auf Sicht der zurückliegenden 12 Monate rauschten die Papiere um über 60% in die Tiefe. Das hält den Vorstand Phillip Frost nicht davon ab, seinen Aktienbestand kontinuierlich auszubauen.

Alleine seit Anfang April erwarb Frost 223.000 Aktien bei einem Kurs zwischen 3,1 und 3,25 Dollar. Dafür musste er gut 709.000 Dollar in die Hand nehmen. Mittlerweile hält Frost 4,01 Millionen Aktien des Diagnostikspezialisten. Für Sie zum Vergleich: Ende Januar waren es „erst“ 495.000 Papiere. Seit der Firmengründung war der Konzern noch nie profitabel, auch wenn die Umsätze seit 2007 von 1 Millionen Dollar auf zuletzt über 1,06 Milliarden Dollar in die Höhe sprangen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.