Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Starkes Kaufinteresse bei Aktien der US-Bekleidungsfirma Guess. Insider sammeln nach desaströser Kursentwicklung millionenschwere Aktienpakete ein (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Guess:

Nach einer desaströsen Kursentwicklung (seit Jahresbeginn -31%) zeigen sich zwei Firmeninsider bei dem US-amerikanischen Bekleidungskonzern Guess zuversichtlich und fallen mit massiven Aktienkäufen auf. In den vergangenen Tagen sammelten der Vorstand Carlos Alberini und der Director Gianluca Bolla 357.353 Aktien ein. Bei Kaufkursen zwischen 14,10 und 14,73 Dollar mussten die beiden Insider für die Transaktionen über 5,1 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Guess ist ein Bekleidungsunternehmen mit Sitz in Los Angeles, das auch Uhren, Schmuck, Handtaschen und Parfum verkauft. Zum 2. Februar 2019 betrieb das Unternehmen direkt 1.161 Einzelhandelsgeschäfte in Amerika, Europa und Asien. Die Lizenznehmer und Distributoren betrieben weltweit 558 weitere Einzelhandelsgeschäfte. Bei einem Jahresumsatz von 2,61 Milliarden Dollar erzielte das Unternehmen nur einen hauchdünnen Gewinn von 14 Millionen Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Die Aktie des Konzerns war zuletzt stark unter Druck geraten. Im letzten Quartal rutschte Guess trotz einer Umsatzsteigerung um knapp 3% auf 536,7 Millionen Dollar sogar in die Verlustzone (-19,6 Millionen Dollar). Die Pläne, die Dividende zu halbieren, sorgten bei den Anlegern ebenso für Unmut wie die reduzierte Prognose für das laufende Quartal.

Scientific Games Corporation:

Nach einer längeren Pause hat der Milliardär und Director Ronald Perelman bei dem US-Konzern Scientific Games Corporation wieder zugeschlagen. Perelman legte sich weitere 110.000 Aktien zum Preis von 19,73 Dollar ins Portfolio. Der Zukauf entspricht einem Gegenwert von 2,17 Millionen Dollar. Inzwischen hält der Milliardär 36,24 Millionen Aktien des Unternehmens, was 37,8% aller Firmenanteile entspricht.

Die Scientific Games Corporation ist ein US-amerikanischer Hersteller von Spielautomaten und Verkaufsautomaten für Lotterie-Lose und ein Entwickler von digitalen Plattformen für Online-Casinos mit Sitz in Las Vegas im Bundesstaat Nevada. Obwohl der Konzern auf einen Jahresumsatz von zuletzt über 3,3 Milliarden Dollar kommt, operiert der Glücksspielspezialist weiterhin in der Verlustzone. Seit nunmehr 10 Jahren hat der Konzern keinen Nettogewinn mehr erzielt.

RE/MAX Holdings:

Das deutlich positive Sentiment unter den Firmeninsidern von RE/MAX Holdings hält unverändert an. Seit Anfang Juni kauften drei verschiedene Firmeninsider 716.522 Aktien bei Kursen zwischen 30,11 und 32,36 Dollar. Insgesamt summiert sich das Volumen der Zukäufe auf über 22,5 Millionen Dollar.

RE/MAX Holdings ist als Franchisegeber von Immobilien- und Hypothekenvermittlungsdienstleistungen in den Vereinigten Staaten, Kanada und international tätig. RE/MAX umfasste 2018 ein Netzwerk von mehr als 100.000 Immobilienmaklern und über 7.400 Büros in mehr als 100 Ländern. Mit der höchsten Anzahl von Transaktionen (Verkäufen und Vermietungen) ist RE/MAX der umsatzstärkste Immobilienmakler weltweit.

Durch die Ausdehnung nach Europa, Afrika, Vorderasien und Australien ist der Konzern weltweit als Franchisegeber für Immobilienmakler tätig. In Europa hatte das Franchisesystem 2018 über 22.000 Makler in über 1.600 Büros. Europäische Schwerpunktmärkte sind u. a. Portugal, Italien, die Schweiz, Österreich und Tschechien.

Im vergangenen Geschäftsjahr gingen bei dem Unternehmen Umsätze in Höhe von 212,6 Millionen Dollar durch die Bücher. Zeitgleich kletterte der Jahresgewinn auf 27 Millionen Dollar in die Höhe. Mit einer Gewinnspanne von 12,72% erreichte RE/MAX die höchste Profitabilität seit 2010.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.