Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Firmeninsider nutzt gedrücktes Kursniveau bei Accelerate Diagnostics und sammelt millionenschwere Aktienpakete ein. Aktienbeteiligung nähert sich der 30%-Schwelle (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

The Cooper Companies:

Bei dem Medizintechnikkonzern The Cooper Companies haben zwei Firmeninsider den jüngsten Rücksetzer zum Kauf von Aktien genutzt. Bei Kursen zwischen 281,47 und 283,18 Dollar erwarben die Insider 1.880 Aktien zum Gegenwert von 530.668 Dollar. Sowohl für den Vertriebschef Holly Sheffield als auch für den Chef-Buchhalter Agostino Ricupati waren es die ersten Aktienkäufe überhaupt.

The Cooper Companies mit Hauptsitz in Pleasanton, Kalifornien ist ein Unternehmen in der Gesundheitsbranche. Der Konzern agiert als einer der weltweit größten Hersteller von Kontaktlinsen, insbesondere im Segment der torischen Speziallinsen. Die Kontaktlinsen von Cooper Companies werden in sieben unternehmenseigenen Produktionsstätten gefertigt, u. a. in Rochester, Adelaide und Madrid.

Im zweiten Quartal musste der Konzern kräftige Einbußen verkraften. Der Gewinn des Unternehmens belief sich auf 11,5 Millionen Dollar oder 0,23 Dollar pro Aktie. Das lag sowohl deutlich unter den Schätzungen der Analysten (2,29 Dollar pro Aktie) als auch signifikant unter dem Niveau des Vorjahresquartals (2,45 Dollar pro Aktie). Der Quartalsumsatz fiel gleichzeitig um 19,8% auf 524,9 Millionen Dollar gegenüber 654,3 Millionen Dollar im letzten Jahr.

Accelerate Diagnostics:

Bei dem Gesundheitsdienstleister Accelerate Diagnostic setzt der Direktor Jack Schuler seine Kaufserie mit Hochdruck fort. Alleine im Juni kaufte der Firmeninsider 1,5 Millionen Aktien. Bei Kursen zwischen 8,58 und 9,84 Dollar je Anteilsschein über 1,3 Millionen Dollar für die Transaktionen auf den Tisch legen. Seit März hat Schuler seinen Aktienbestand von 13,5 auf inzwischen 16,3 Millionen Aktien ausgebaut. Damit hält der Insider beinahe 30% aller ausstehenden Firmenanteile. Seit Jahresbeginn ist die Aktie trotz der jüngsten Erholungsbewegung deutlich im Minus (-40%).

Accelerate Diagnostics ist ein In-vitro-Diagnostik-Unternehmen, das Lösungen für die Diagnose schwerer Infektionen in den Vereinigten Staaten, Europa und dem Nahen Osten anbietet. Es bietet eine In-vitro-Diagnostikplattform für die Identifizierung und Antibiotika-Empfindlichkeitsprüfung von Erregern, die mit schweren Infektionen in Verbindung gebracht werden.

Trotz einem Marktwert von über 500 Millionen Dollar ist die Geschäftsgröße der Firma noch ausgesprochen überschaubar. Im zurückliegenden Quartal lag der Umsatz bei gerade einmal 2,3 Millionen Dollar.

AES Corporation:

Bei dem Energie- und Versorgungsunternehmen AES Corporation legte der renommierter Hedgefondsmanager Jeffrey Ubben nach und baute seinen Aktienbestand weiter aus. Insgesamt erwarb er bei Kursen zwischen 11,67 bis 12,22 Dollar 1 Millionen Aktien. In Summe lag der Wert der Zukäufe bei 11,94 Millionen Dollar.  Nach den Käufen hält Ubben 5,34 Millionen Aktien. Damit hat die Position zwar einen Wert von über 60 Millionen Dollar, in Relation zu seinen verwalteten Vermögenswerten von beinahe 7 Milliarden Dollar ist sie aber nur eine Randbeteiligung.

Die AES Corporation ist ein diversifiziertes Energieerzeugungs- und Versorgungsunternehmen. Sie besitzt und betreibt Kraftwerke zur Erzeugung und zum Verkauf von Strom an Kunden wie Versorgungsunternehmen, industrielle Nutzer und andere Zwischenhändler. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte die Firma bei einem Umsatz von 10,18 Milliarden Dollar einen Reingewinn von 303 Millionen Dollar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.