Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Zahlreiche Firmeninsider schlagen beim Börsengang von Royalty Pharma zu. Spektakulärer Sprung aufs Parkett lässt den Börsenwert der Biopharma-Firma auf über 30 Mrd. Dollar anschwellen (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Groupon:

Bei dem US-Konzern Groupon stockte Mitte Juni der Direktor Eric Lefkorsky seinen Aktienbestand nochmals deutlich auf, nachdem die Aktie 30% in wenigen Tagen an Wert verloren hatte. Der Firmeninsider erwarb 250.000 Papiere zu einem Kurs von 21,57 Dollar. Insgesamt belief sich der Wert der Transaktionen auf 5,39 Millionen Dollar. Damit erhöhte Lefkorsky seinen Aktienbestand um rund 19% auf inzwischen 34,13 Millionen Aktien.

Groupon ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das diverse Websites mit Rabatt-Angeboten betreibt. Nach eigenen Angaben ist Groupon in 48 Ländern aktiv und hat mehr als 52 Millionen aktive Nutzer. Der Unternehmensname ist ein Kofferwort aus Group und Coupon und deutet auf die Funktionsweise des Dienstes hin: Groupon bietet jeden Tag einen bestimmten Rabatt an, wenn sich genügend Interessenten zusammenfinden. Das Unternehmen erhält in diesem Fall eine Provision.

Im zurückliegenden Quartal schmolzen die Umsätze deutlich von 578 auf 374 Millionen Dollar zusammen. Unter dem Strich steckte der Konzern tief in den roten Zahlen fest (-214 Millionen Dollar). Das Unternehmen leitete zu Beginn der Pandemie einen Umstrukturierungsplan ein, der 100 Millionen Dollar im Jahr 2020 und 125 Millionen Dollar im Jahr 2021 einsparen soll.

Cardtronics:

Bei dem Spezialisten für Geldautomaten Cardtronics hält die positive Stimmung unter den Firmeninsidern an. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie weiterhin mit mehr als 40% in der Verlustzone. Auf dem ermäßigten Kursniveau erwarben zwei verschiedene Insider insgesamt 482.424 Aktien bei Kursen zwischen 22,57 und 25,26 Dollar.

Cardtronics betreibt insgesamt beinahe 230.000 Geldautomaten in Nordamerika, Europa, im asiatisch-pazifischen Raum und in Afrika. Im ersten Quartal gingen bei der Firma Umsätze in Höhe von 307 Millionen Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich erzielte Cardtronics damit einen Gewinn von 6 Millionen Dollar.

Royalty Pharma:

Der gerade erfolgte Börsengangs des Biopharma-Konzerns Royalty Pharma war ein voller Erfolg. Mit 28 Dollar wurden die Aktien an der oberen Spanne platziert und bereits wenige Tage später notieren die Papiere bei 48 Dollar, womit das Unternehmen auf einen Börsenwert von über 31 Milliarden Dollar kommt.

Im Rahmen des Börsengangs haben sich zahlreiche Firmeninsider an dem Unternehmen beteiligt. Insgesamt kauften 8 verschiedene Personen (vom Großaktionär über den Finanzvorstand und Vorstand) 4,66 Millionen Aktien. Bei einem Kaufkurs von 28 Dollar je Anteilschein ergibt sich damit ein Kaufvolumen von über 130 Millionen Dollar.

Die Gesellschaft fokussiert sich auf den Kauf von Lizenzen für Pharmaprodukte – ein Milliardenbusiness. Das Portfolio von Royalty Pharma umfasst viele namhafte biopharmazeutische Produkte wie beispielsweise die Krebsmedikamente Imbruvica von AbbVie oder Ibrance von Pfizer.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.